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Pokemon Lexikon: Shiny Pokemon

Schillernde Pokémon (oder auch "Shiny Pokémon" genannt) sind Pokémon, die sich in ihrer Farbe von anderen Artgenossen unterscheiden, ansonsten aber identisch zu normalen Taschenmonstern sind. Im Bericht der Pokémon steht ein kleiner roter Stern, der diese Pokémon als Schillernd kennzeichnet. Die Schillernden Pokémon wurden in der zweiten Generation (Gold/Silber/Kristall) eingeführt, jedoch können Pokémon aus Rot/Blau/Gelb ebenfalls Schillernd werden, wenn man diese auf die zweite Generation tauscht. Seit der vierten Generation gibt es die Möglichkeit gezielt Schillernde Pokémon mit dem Pokéradar oder anderen Methoden zu jagen; vorher konnte man diese nur durch Zufallsbegegnungen oder Glitches erhalten.

Die Chance ein zufällig Schillerndes Pokémon (ohne Schillerpin) in der Wildnis zu treffen liegt in Generation 2 bis 5 bei 1:8192. Seit der sechsten Generation wurde die Chance verdoppelt und auf 1:4096 erhöht.

Beispiele für normale und Schillernde Pokémon

Man kann nicht nur Schillernde Pokémon zufällig in der Wildnis finden. Auch die Starter-Pokémon sowie stationären und wandernden Pokémon können (mit wenigen Ausnahmen) Schillernd werden. Diese Pokémon kann man, auch wenn man sie nur einmal im Spiel antrifft, auf den Shinystatus "resetten", indem man vor ihnen speichert und sie dann abholt bzw. anspricht. Sollte das Pokémon nicht Schillernd sein, wird einfach das Spiel neugestartet und die Prozedur wiederholt. Bei wandernden Pokémon ist hierbei Vorsicht geboten, da der Shiny-Status bereits festgelegt wird, sobald ein bestimmtes Event im Spielverlauf (das initiiert, dass das Pokémon umherwandert) abgeschlossen ist.

Shiny-Pokémon im normalen Spielverlauf

Nicht immer beruht die Begegnung mit einem Schillernden Pokémon auf Zufall, in manchen Situationen im Spiel erhält man immer ein Shiny. In der folgenden Tabelle sind diese besonderen Momente zusammengefasst:

Pokémon Fundort
Garados  Garados kann in den Editionen Gold, Silber und Kristall sowie Heartgold und Soulsilver am See des Zorns gefangen werden. Dort schwimmt es im Zentrum des Sees herum; wird es angesprochen kommt es zum Kampf, in welchem es gefangen werden kann.
Dratini Nachdem Magno in der weißen Baumhöhle in Weiß 2 besiegt wurde, kehrt er nach Dausing zurück. Dort erhält der Spieler nach einem Dialog ein Shiny  Dratini.
Kaumalat Nachdem Magno im schwarzen Hochhaus in Schwarz 2 besiegt wurde, kehrt er nach Dausing zurück. Dort erhält der Spieler nach einem Dialog ein Shiny  Kaumalat.
Maxax Nachdem man den Einall-Dex in Schwarz 2 und Weiß 2 vervollständigt hat, erhält man von Professor Esche eine Eintrittskarte in das Naturschutzgebiet. Dort kann ein Schillerndes  Maxax zum Kampf herausgefordert werden.

Gezielt Schillernde Pokémon fangen

Mit der Zeit wurden verschiedenste Methoden bekannt, mit deren Hilfe man Shiny Pokémon leichter fangen kann. So dauert die Suche nach den Schillernden Pokémon zwar trotzdem noch relativ lange, man kann die Zeit jedoch reduzieren und mit etwas Übung sogar stark einschränken. Dies ist auch als "Shiny-Jagd" (engl. Shiny Hunting) bekannt und hat sich innerhalb der Fangemeinde zu einer eigenen Disziplin entwickelt.

Der Schillerpin

Der Schillerpin wurde in Pokémon Schwarz 2/Weiß 2 eingeführt und existiert seitdem in jeder folgenden Edition als Basis-Item, welches bei Besitz die Wahrscheinlichkeit, Schillernde Pokémon zu treffen, um 300% erhöht. So hat man in Generation 5 statt der üblichen 1:8192 und in Generation 6 1:4096 nun eine Chance von 1:2730,67 bzw. 1:1365,33. Außerdem kann man den Schillerpin mit der Chance der "Masuda-Methode" kombinieren und hat somit eine noch höhere Chance (Generation 5: 1 zu 1024; Generation 6: 1 zu 512), bei anderen Methoden wie der Kontaktsafari oder dem Shiny-Chaining hat er jedoch keine Auswirkung. Erhältlich ist der Schillerpin beim Pokémon-Professor der Edition, sobald der nationale Pokédex vervollständigt wurde.

Einschränkungen

Zwar besitzt jedes Pokémon im Spielcode eine Schillernde Version, jedoch sind diese nicht ausnahmslos erhältlich. So hat man sich innerhalb der Spiele oft dazu entschieden, besondere Pokémon wie Legendäre oder Events nie als Shiny auftreten zu lassen. Aufgrund dessen können bisher folgende Pokémon niemals ohne Cheating in ihrer Schillernden Variante angetroffen werden:

Es kommt aber regelmäßig vor, dass Pokémon von dieser Liste durch Events oder neue Pokémon-Editionen verfügbar gemacht werden.

Shinysperren

Im Spiel existieren an einigen Stellen sogenannte Shinysperren (engl. Shinylocks), die bei den betroffenen Pokémon verhindern, dass sie beim Erhalt Schillernd werden können. Dies geschieht im Regelfall bei Pokémon, die relevant für die Hauptgeschichte sind oder in irgendeiner Form eine besondere Rolle einnehmen, welche Sperren es gibt ist von der Edition abhängig. Dabei ist es weiterhin möglich, die Schillernde Variante des Exemplars von anderen Quellen auf das Spiel zu tauschen, ohne dass der Shinystatus verloren geht. Beispiel: Arktos besitzt in Pokémon X/Y eine Shinysperre, in Pokémon HG/SS konnte es aber Schillernd erhalten werden. Das Schillernde Arktos aus HG/SS kann auf X/Y übertragen werden, ohne dass etwas passiert.

In der folgenden Tabelle werden alle Shinysperren aus den Pokémon-Hauptspielen aufgelistet:

Edition Betroffene Pokémon
SWSH SW/SH Zacian, Zamazenta
LGPLGE LGP/LGE  Pikachu (Partner-Pokémon),  Evoli (Partner-Pokémon),  Mew
USUM US/UM  Lektrobal (Aus stationären Begegnungen),  Zygarde,  Kapu-Riki,  Kapu-Fala,  Kapu-Toro,  Kapu-Kime,  Cosmog,  Cosmovum,  Solgaleo,  Lunala,  Necrozma,  Magearna,  Marshadow,  Zeraora
SM S/M  Ash-Quajutsu,  Zygarde,  Kapu-Riki,  Kapu-Fala,  Kapu-Toro,  Kapu-Kime,  Cosmog,  Cosmovum,  Solgaleo,  Lunala,  Anego,  Masskito,  Schabelle,  Voltriant,  Kaguron,  Katagami,  Schlingking,  Necrozma,  Magearna,  Marshadow,  Zeraora
ORAS OR/AS  Kyogre,  Groudon,  Rayquaza,  Deoxys
XY X/Y  Arktos,  Zapdos,  Lavados,  Mewtu,  Xerneas,  Yveltal,  Zygarde,  Diancie,  Hoopa,  Volcanion
S2W2 S2/W2  Reshiram,  Zekrom
SW S/W  Victini,  Reshiram,  Zekrom
DPP D/P/Pl  Strubbelohr-Pichu
HGSS HG/SS  Celebi
RSS R/S/S  Celebi
GSK G/S/K  Mew,  Celebi (In VC Schillernd möglich)

Des Weiteren ist Meltan in Pokémon GO ebenfalls standardmäßig shinylocked; wird aber für bestimmte Events für kurze Zeit freigeschaltet.

Des Weiteren verfügen die allermeisten Event-Pokémon über eine Shinysperre, sofern man sie direkt vom Lieferanten im Pokémon-Center erhält und nicht in freier Wildbahn fängt. Auch Pokémon, die man im Spiel von NPCs per Tausch bekommt, werden niemals Schillernd mit Ausnahme von NPC-Tauschs in Pokémon: Let's Go: Pikachu! und Pokémon: Let's Go, Evoli! In diesen Editionen können ertauschte Alola-Pokémon schillernd sein.

Umgehbare Shinysperren

Einige wenige Event-Pokémon besitzen eine Shinysperre, die umgehbar ist. Es gibt prinzipiell zwei Arten von "umgehbaren Shinysperren". Bei der ersten Methode handelt es sich um einen Fehler in der Shinysperre und bei der zweiten Methode wird der Fangort durch einen Tauschvorgang umgeschrieben, sodass das Pokémon die Sperre verliert.

Ein Pokémon, das eine fehlerhafte Shiny-Sperre besitzt, ist das "Wishmaker Jirachi", welches der Spieler durch die amerikanische "Pokémon Colosseum" Bonus Disc erhalten kann. Während der Übertragung des Jirachi wird dessen PID überprüft. Sollte es dann der Fall sein, dass das Pokémon Schillernd werden würde, wird eine zweite PID generiert, um zu gewährleisten, dass es seine normale Form erhält. Diese zweite PID wird allerdings nicht überprüft und könnte theoretisch ein Schillerndes Pokémon hervorbringen. Jirachi muss also 2 mal in Folge Schillernd werden, um seine andersarbige Form zu erhalten, was einer Chance von 1 zu 8196² oder 1 zu 67.108.864 entspricht. Es existieren nur 12 als shiny legal mögliche Kombinationen dieses Events, die allesamt durch ROM-Hacking künstlich generiert wurden. Andere Fälle von fehlerhaften Shinysperren sind bisher nicht bekannt.

Eventpokémon, die in Eiern verteilt wurden, besitzen üblicherweise auch eine Shinysperre. Diese Sperre ist über den Fangort (z.B. "Pokémon Ranger" bei dem Ranger Manaphy Ei) des Pokémons definiert. Sobald man ein Ei tauscht, wird jedoch der Fundort in beispielsweise "Linktausch" abgeändert, was eine Neutralisierung der Shinysperre bewirkt. Tauscht man nun das Ei auf eine Edition mit passender Trainer-ID und Secret-ID, so wird das Pokémon Schillernd. Dies ist bis heute die einzige Methode, ein legales Shiny Manaphy zu erhalten. Aber auch andere Events können so, obwohl es anders gewollt ist, Schillernd werden.

Wie wird ein Pokémon Schillernd?

Dies ist eine sehr technische Frage. Verantwortlich für den Shinystatus eines Pokémons sind 3 IDs, die im Spiel vorkommen. Eine davon ist die recht bekannte Trainer ID (nachfolgend immer mit "TID" abgekürzt), das ist die ID, die bei jedem Spieler im Trainerpass zu finden ist. Parallel zu der TID gibt es noch die sogenannte Secret ID (kurz "SID"), welche ähnlich wie die Trainer ID aus 5 Ziffern besteht und an den Spieler gebunden ist, der einzige Unterschied besteht darin, dass sie im Spiel nicht einsehbar ist. Bei der letzten Nummer handelt es sich um die Pokémon ID (kurz "PID", auch als "Persöhnlichkeitswert" bekannt). Jedes Pokémon verfügt über seine eigene, zufällig generierte PID, die bis einschließlich Generation 5 noch für Werte wie zum Beispiel Wesen, Fähigkeit, Geschlecht und Shinystatus verantwortlich ist. Seit Generation 6 beeinflusst die PID nur noch, ob ein Pokémon Schillernd ist.

Jedes Mal, wenn im Spiel der Sprite eines Pokémons angezeigt wird, führt das Spiel davor eine spezielle Rechnung durch, in der TID, SID und PID als Eingangsvariablen verwendet werden. Abhängig vom Resultat dieser Funktion wird entweder der normale oder der Schillernde Sprite des Taschenmonsters angezeigt. Das Spiel interpretiert also das Resultat und legt basierend darauf fest, ob es Schillernd ist oder nicht. Nachfolgend eine Erklärung zu der Rechnung selbst (Fortgeschrittenes Wissen, IT-Kenntnisse sind vorteilhaft):

Bei der Rechnung wird ein bitweiser Operator, in diesem Fall eine XOR-Operation, angewendet. Um die Rechnung nachvollziehen zu können, sollten also zunächst alle IDs in binäre Schreibweise gebracht werden. Die PID wird, da sie doppelt so lange wie TID und SID ist, für den Vorgang in zwei Hälften gespalten, sodass insgesamt 4 Variablen vorliegen. Hier ein Beispiel:

TID = 48049 = 1011101110110001
SID = 64631 = 1111110001110111
PID = 36595 = 1000111011110011
PID = 51508 = 1100100100110100

Der Programmcode wählt nun zwei dieser binären Folgen aus und wendet bitweise ein logisches XOR an. Das heißt, es wird zunächst das erste Bit der (z.B.) TID mit dem ersten Bit der SID verglichen. Sind die Bits identisch, ist das Resultat 0, sind sie unterschiedlich, ist das Resultat 1. Dies wird nun mit allen weiteren Bits gemacht, das Ergebnis ist eine weitere binäre Abfolge. Beispiel für TID und SID:

TID = 1011101110110001
SID = 1111110001110111
XOR = 0100011111000110 = XID

Mit dieser Zahl wird eine weitere XOR-Operation durchgeführt, dieses Mal mit einem Bruchstück der PID:

XID = 0100011111000110
PID = 1000111011110011
XOR = 1100100100110101 = YID

Nun wird das letzte Mal geXORt, mit dem letzten noch verfügbaren PID-Bruchstück:

YID = 1100100100110101
PID = 1100100100110100
XOR = 0000000000000001 = ZID

Diese (willkürlich so genannte) "ZID" Wird nun durch das Spiel interpretiert. Ist ihr dezimaler Wert kleiner als 16 (0 ist ebenfalls möglich), so ist das Pokémon Schillernd. In unserem Beispiel (ZID ist dezimal gleich 1) wäre das Pokémon also ein Shiny.

Durch diese Rechnung ergibt sich auch, warum die Wahrscheinlichkeit auf ein Schillerndes Pokémon 1 zu 4096 beträgt. Die ZID kann maximal den Wert 65536 annehmen, diese Zahl muss nun noch durch 16 geteilt werden: 65536 / 16 = 4096. Jede 4096ste ZID wird also Schillernd. In Generation 5 musste die ZID noch kleiner als 8 (inklusive 0) sein, damit ein Pokémon Schillernd wird. 65536 / 8 = 8192. Durch ein einfaches Verändern dieser Interpretation wurde die Shinychance in Generation 6 also verdoppelt.