Sidebar anzeigen

4. Dezember 2008

Fangeschichte von: Emmelie aus Deiningen

Ein neuer Freund zu Weihnachten
„Ach kommt, das ist nicht ihr Ernst“, murrte Sophie mürrisch. Es war ein kalter Morgen in Blizzach und das Mädchen ging genervt durch die Straßen.

Sie trug eine braune, dicke Jacke mit Wollkragen und eine warme, braune Mütze. Sie selbst hatte kristallblaue Augen und strahlend blonde Haare. „Wie können sie mir das antun“, grübelte sie weiter, „Ich hab Evoli doch schon acht Jahre lang, sie können es mir nicht einfach weg nehmen!“ Eine kleine Träne lief ihre Wangen hinunter. Und schniefend ging sie weiter. „Was soll ich dagegen tun?“, fragte sie sich selbst mit einem weinerlichen Unterton.

Schließlich erreichte sie ein Haus. Ihr Haus. Schnell holte das Mädchen einen Schlüssel aus ihrer Tasche und schloss die Tür auf. Während sie den Raum betrat hörte man schon ein Gepolter, das immer näher kam. Sophie ging in die Knie und wartete. Plötzlich kam ein kleines, braunes Pokémon um die geschossen und sprang ihr in die Arme. „Evoli!es ist so schön dich wieder zu sehen! Noch“, schluchzte Sophie und sprach das letzte Wort so leise wie möglich aus.

Das kleine Pokémon bemerkte dass seine Trainerin nicht glücklich war und blickte Sophie erschrocken an. Doch diese schüttelte nur den Kopf und knuddelte das Evolutionspokémon so stark sie konnte. Schließlich ließ sie es doch los und zog ihre Winterklamotten aus. Ihre Tasche schmiss das Mädchen in die Ecke. Das kleine Pokémon folgte ihr treu.

Sophie begab sich in ihr Zimmer, wo sie sich wieder auf ihr Bett warf und nachdachte. „Wie können sie mir das nur antun?!“, dachte sie erneut, „Ich werde die Worte nie vergessen die sie mir letzte Nacht gesagt hatten! //Sophie, du solltest diesen Traum allmählich aufgeben. Du bist nun zwölf Jahre alt und zu groß für diesen Kinderkram//. Kinderkram, von wegen. Ein Trainer zu sein ist harte Arbeit und Pokémon sind auch keine Spielzeuge wie sie es sagen, man müsste ihnen mal die wahre Schönheit eines Pokémon zeigen! Ein Kampf beeindruckt sie nicht, aber vielleicht ihre Fähigkeit sich zu entwickeln! Immerhin ist das ein wahres Wunder dass so etwas überhaupt möglich ist, aber wie soll sich Evoli denn entwickeln, ich habe weder einen Wasserstein noch einen Feuer- oder Donnerstein. Auch hat Evoli noch nie gekämpft! Ich habe es bisher nur verwöhnt und gegen Dosen gekämpft, so wird es sich wohl auch kaum zu einem Psiana oder Nachtara entwickeln! Och, und dann auch noch so kurz vor Weihnachten, ich sollte meinen letzten Tag mit meiner besten Freundin genießen!“

Bei diesem Satz blickte sie zu ihrem Pokémon und musste leicht lächeln als sie Evolis verwirrtes Gesicht sah. Es schien nicht zu verstehen warum seine Trainerin heute so traurig ist. „Ach Evoli“, seufzte Sophie und kraulte das kleine Pokémon unter dem Kinn. Dieses genoss das sichtlich.

„Komm mit, wir gehen raus“, schlug Sophie vor und nahm ihr Evoli auf den Arm. Sie verließ ihr Zimmer und zog wieder ihre Winterklamotten an. „Wo willst du den jetzt schon wieder hin?“, hörte sie ihre Mutter rufen. „Ich geh nur mit Evoli raus“, antwortete Sophie. Sie hörte wie ihre Mutter die Treppen hinunter stampfte. „Schon wieder?“, fragte ihre Mutter genervt und sah die Tochter drohend an. „Ja schon wieder. Ich hab Evoli schon seit acht Jahren, es hat mir das Leben gerettet! Also da ihr es mir morgen sowieso wegnehmen wollt sollte ich den letzten Tag mit ihm noch genießen!“, entgegnete Sophie und brach in Tränen aus.

Evoli schien nun langsam zu verstehen warum seine Trainerin so traurig war. Offenbar sollte es morgen weggegeben werden und seine Trainerin wollte dies nicht. Sophie nahm ihr Pokémon in den Arm und rannte aus dem Haus heraus. „Wann wird das Mädchen endlich erwachsen. Diese Pokémon sind doch wirklich nur Nerv tötend“, murrte ihre Mutter und ging wieder in ihre Wohnung.

Währenddessen lief ihre Tochter in den Wald, alles war voll Schnee und viele Pokémon hielten bereits Winterschlaf. Die Eispokémon hatten sich nun aus ihren Verstecken begeben und tollten fröhlich im Schnee.
Es war ein wundervoller Anblick, die Quikel spielten auf dem Eis, die Botogel flatterten fröhlich durch die kalte Luft und die Rexblisar und Shnebedeck strahlten, da viele Kinder sich einen Spaß daraus machten die Shnebedeck wie Tannenbäume zu schmücken. Die Shnebedeck ließen das zu und teilten mit den Rexblisar.

Nachdem Sophie sich umgesehen hatte beschloss sie mit Evoli einen Schneemann zu bauen. Das kleine Pokémon hatte viel Spaß dabei, während Sophie nur noch an den morgigen Tag denken konnte.
Mit der Zeit gingen alle Kinder wieder, Stück für Stück. Die nachtaktiven Pokémon verließen langsam auch ihr Versteck. Aber Sophie wollte nicht mehr gehen, solange sie wusste dass ihr heiß geliebtes Evoli am morgigen Tag weggegeben werden sollte.
Es gefiel ihr viel mehr mit dem kleinen Pokémon im Schnee zu tollen und zu kuscheln. Evolis Fell hatte sich bereits schneeweiß gefärbt da es solange im Schnee war. Doch es wurde immer dunkler und die Nacht brach herein, sogar die stärksten Eispokémon verkrochen sich wieder in seinen Verstecken.

Sophie seufzte traurig, dies war ein so wundervoller Tag gewesen. Und ab morgen sollte es nie wieder solche Tage geben. Das Mädchen begann zu schluchzen, welches sich kurz darauf in lautes Weinen verwandelte.

Das Evoli schreckte auf und blickte seine Trainerin verwirrt an. Diese strich ihm nur über das kuschelige Fell.

„Oh Evoli, warum nur?“, brachte sie nur unter ständigem Geschluchze heraus. Dann kam ihr eine Idee, wenn ihre Eltern ihr Evoli nicht finden konnten, konnten sie es ihr auch nicht wegnehmen. Also hob sie das kleine Pokémon hoch und rannte mit ihm tiefer in dem Wald, zu ihrem geheimen Ort.
Sie war sehr schnell dort angekommen. Es war ein See, ein sehr reiner See. Das Wasser war zugefroren und so glänzte das Mondlicht auf dem Eis. Das Licht dass dadurch entstand spiegelte sich auf die Bäume. Es war ein wundervoller Anblick. Aber heute konnte sich Sophie nicht darüber freuen, ihre Gedanken waren an den morgigen Tag gerichtet.

Ihr Evoli kuschelte sich neben ihr zusammen, es war müde geworden und schon bald schlief es ein. Sophie strich ihm sanft durchs Fell und blickte in die Sterne. Es musste doch eine Lösung geben, sie konnte nicht ewig hier bleiben, irgendwann würde sie Hunger bekommen.

Plötzlich hörte sie ein bedrohliches Knurren hinter sich. Erschrocken drehte sie sich um und blickte in ein paar Feuerrote Augen. Es lief ihr eiskalt den Rücken hinunter. Die roten Augen kamen näher und schon bald bemerkte man dass es sich um Magnayen und Fiffyen handelte. Knurrend sahen sie Sophie und Evoli an.

Das Mädchen hob rasch ihr Pokémon auf und ging ein paar Schritte zurück. Sofort begannen die Magnayen zu jaulen und kurz drauf näherten sich ein paar Hundemon und Hunduster. Das war nun ein großes Problem, da Hunduster und Hundemon das Eis schmelzen können.
Sophie lief eiligst über den zugefrorenen See, sie wollte weg und zwar schnell.
Eigentlich wusste sie dass die wilden Pokémon einen dann erst recht verfolgten, aber das war ihr nun egal. Die Hundepokémon verfolgten sie wütend. Sophie traute sich nicht sich umzudrehen. Sie rannte einfach so schnell sie konnte, diese Hundepokémon konnten sehr stark zubeißen und auf ihre anderen Attacken konnte man auch nicht verachten.

Allmählich spürte das Mädchen dass die wilden Pokémon sie einholten, daher rannte sie schneller und immer schneller. Sie hatte eine gute Chance ihnen zu entwischen, doch dann, als alles sich fast zum Guten wendete, rutschte Sophie aus. Und die wilden Pokémon kamen immer näher, Angst machte sich in Sophies Gedanken frei. Sie kniff die Augen zusammen und wartete auf eine starke Attacke der Pokémon. Doch stattdessen spürte sie wie sich etwas aus ihren Armen löste und zu den wilden Pokémon sprang. Sie hörte nur noch ihren Namen und einen lauten Schrei von Evoli, dann war alles schwarz.

Als das Mädchen wieder zu sich kam fand sie sich in ihrem Bett wieder, neben ihr schlief ein blaues Pokémon. Es war hellblau mit einem langen Schweif. Auch hatte es lange Ohren und eine Art Zöpfe aus Eis. Sophie richtete sich auf und sah sich um.
Sie war tatsächlich in ihrem Zimmer. Nun konnte sie sich erinnern, sie wurde von den wilden Pokémon verfolgt und war ausgerutscht, daraufhin war sie bewusstlos geworden. Sie blickte das Pokémon an das seelenruhig neben ihr schlief. Irgendwie konnte sie spüren dass es sich um ein ihr bekanntes Pokémon handelte.

Sie strich ihm durchs Fell und fühlte dieselbe wärme die ihr Evoli ausstrahlte. Das Pokémon erwachte plötzlich und sah Sophie erschrocken an.
Dann schloss es die Augen und schnurrte. Sophie musste lächeln und strich dem Pokémon weiterhin durchs Fell. Schließlich erhob sich das Pokémon und schmiegte sich an Sophie. Diese streichelte es weiterhin. „Ach mein Evoli“, murmelte sie. Da kam ihr ein erschreckender Gedanke. „Evoli, Evoli du bist es. Du hast dich weiterentwickelt!“, rief Sophie und schlang die Arme um das blaue Pokémon.
„Glaziola“, japste dieses glücklich und genoss die Umarmung sichtlich. „Glaziola, was ist das für ein Pokémon, wo ist mein Pokédex?“, fragte sich Sophie und löste sich aus der Umarmung. Glaziola sah ihr verdutzt hinterher, da war es gerade erst aufgewacht und wurde kräftig gedrückt, aber dann war es das auch schon.

Das Mädchen richtete sich auf und sprang vom Bett. Plötzlich ging die Tür auf und ihre Eltern und andere Familienmitglieder betraten überglücklich das Zimmer. „FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!“, riefen sie alle. „Ach Sophie, wir haben uns so geirrt. Ein Pokémon im Haus zu haben ist einfach super. Besonders ein so treues. Es hat dir das Leben gerettet als du von ein paar Magnayen, Fiffyen, Hundemon und Hunduster angegriffen worden bist. Als es jedoch merkte dass es keine Chance hatte hat es sich dir zuliebe weiterentwickelt“, meinte ihre Mutter und ihr kamen die Tränen.

Glaziola kam zu ihrer Trainerin herangetreten und setzte sich neben sie. „Ist das wahr? Oh Glaziola, vielen Dank!“, rief Sophie und erneut knuddelte sie ihr Pokémon. „Nein ist das süß, aber jetzt lasst uns endlich das Weihnachtsessen verputzen, das wird ein tolles Fest!“, rief ihr kleiner Cousin und so feierte Sophie wohl das schönste Weihnachten ihres Lebens.