11. Dezember 2009
Fanstory von: Aurora
Das einsame Frosdedje
"HILFE, HILFE! SO HELFT
MIR DOCH!" hörte Riolu es in seinem Kopf hallen. Es schrak auf und sah
sich erschrocken um. Alles sah ruhig und friedlich aus: zwei
Shnebedeck machten einen Trainingskampf, ein paar Quiekel spielten
Verstecken, fünf Schneppke machten eine Schneeballschlacht und Riolus
Freund und Partner Evoli schlief tief und fest. War Riolu etwa das
einzige Pokémon, das diesen geheimnisvollen Schrei gehört hatte? Riolu
sah sich noch einmal um, aber es konnte nichts Verdächtiges entdecken.
Es sah hier auf dem Frostberg zwar alles so aus wie immer, doch Riolus
Gefühl sagte ihm, dass trotzdem irgendetwas ganz und gar nicht
stimmte...
Am nächsten Morgen wachten Evoli und Riolu sehr früh auf. Sie
waren voller Tatendrang. Die beiden waren ein Erkundungsteam, das die
Abschlussprüfung für Erkundungsteams bereits abgeschlossen hatte und
jeden Tag aufbrach, um neue Orte zu erkunden. Evolis größter Traum war
es, sehr hart zu trainieren, um eines Tages stark genug zu sein, um
sich an dem Eisstein, der hier irgendwo in einer geheimen Höhle aus
der dicken Eisschicht ragte, zu einem Glaziola weiterentwickeln zu
können. Riolus Traum hingegen war es, der grösste Erkunder der Welt zu
werden und unermessliche Schätze und andere Reichtümer von all den
Orten, die es und Evoli erkundet hatten, mitzubringen.
Evoli sagte gähnend zu Riolu: "Hey, guten Morgen, Riolu!
Welchen Ort wollen wir denn heute erkunden?" Riolu überlegte eine
Weile und erzählte Evoli dann, dass ihm kürzlich ein komisches Pokémon
namens Firnontor erzählt hatte, dass es hier in der Nähe einen
sagenumwobenen Ort mit dem Namen "Eisiger Gletscher" geben soll, in
dem der Sage nach ein riesiger Schatz verborgen sein soll. Es hatte
den seltsamen Schrei, den es am Vortag gehört hatte, schon wieder
vergessen. Evoli staunte. Es sagte: "Woah! Das muss ja ein richtig
toller und gefährlicher Ort sein - genau das Richtige für ein
Erkundungsteam wie uns!" So beschlossen sie, diesen geheimen Ort zu
erkunden.
Es war ein langer Weg bis zum Eisigen Gletscher. Er lag genau
auf der anderen Seite des Frostgebirges, zu dem der Frostberg gehörte.
Also mussten die beiden Freunde erst auf den Gipfel des Frostberges
steigen. Dort übernachteten sie. Am nächsten Tag ging es auf der
anderen Seite des Berges wieder hinunter. Ab da mussten sie dann am
Rand des ganzen Frostgebirges entlang gehen, bis sie zum Eisigen
Gletscher kamen.
Die Reise verlief ohne große Besonderheiten und Gefahren. öfter
mussten sie andere Pokémon nach dem Weg fragen und an einem Tag
mussten sie sogar in ein Pokémon-Café, das am Wegrand lag, flüchten,
weil sie von einem sehr starken Schneesturm überrascht wurden. Zum
Glück war Magmar, die Inhaberin des Cafés, sehr nett. Sie erlaubte
Riolu und Evoli, in ihrem Café zu warten bis sich der Schneesturm
wieder gelegt hatte. Sie nahmen dankend an.
Magmar brachte den beiden die Spezialität ihres Cafés: ihre
"Selbsterhitzte heiße Schokolade". Während Riolu und Evoli tranken,
sah Riolu, dass ein sonderbares Pokémon, das am Nachbartisch sass,
immer wieder verstohlen zu den beiden hinübersah. Am Abend hatte sich
der Schneesturm immer noch nicht gelegt. Also übernachteten sie im
Café. Riolu sah, dass das seltsame Pokémon, das sie vorhin die ganze
Zeit über beobachtet hatte, trotz des schweren Schneesturms aus dem
Café in die Kälte hinausgegangen war.
In der Nacht wachte Riolu auf. Draussen tobte noch immer der
Schneesturm. Verschlafen sah es sich nach Evoli um, das noch tief und
fest schlief. Plötzlich hörte Riolu einen seltsamen Schrei: "Zu Hilfe!
Ich werde entführt! Hört mich jemand? Irgendjemand". "Was war das?",
fragte sich Riolu erschrocken. "Das war so ein ähnlicher Schrei wie
der, den ich schon vor ein paar Tagen gehört habe - Was hat es wohl
damit auf sich?"
Am nächsten Tag hatte sich der Schneesturm endlich gelegt.
Riolu und Evoli dankten Magmar für die freundliche Aufnahme und gaben
ihr 30 Frosttaler als Bezahlung. Frosttaler war die Währung, die im
Frostgebirge galt.
Sie verabschiedeten sich und machten sich auf den Weg zum
Eisigen Gletscher.
"Wenn wir dieses Tempo beibehalten, dann sind wir bei
Sonnenuntergang am Eisigen Gletscher. Dort übernachten wir und dann
machen wir uns ans Erkunden.", sagte Evoli. Riolu nickte
gedankenversunken.
Es dachte an die komischen Hilferufe, die es immer wieder
gehört hatte. Da fiel Riolu ein, dass es Evoli noch gar nichts von
diesen Hilferufen erzählt hatte. Aber es beschloss, dass es Evoli dies
erst in ein paar Tagen erzählen würde. "Vielleicht habe ich mir diese
Schreie ja auch nur eingebildet,", dachte Riolu bei sich.
Nach einiger Zeit fing es wieder an, stark zu schneien. Schon
bald lag der Schnee so hoch, dass Riolu und Evoli nur noch mit Mühe
hindurch stampfen konnten. Riolu sagte schnaufend zu Evoli: "Wenn es
weiter so stark schneit, sind wir bald eingeschneit. Wir müssen
versuchen, uns den Weg mit Attacken frei zu räumen!" Evoli stimmte zu.
Evoli setzte die Attacke Spukball ein, wogegen Riolu seinen
Fokusstoss einsetzte, um den Weg frei zu räumen. Mit vereinten Kräften
und Attacken schafften die beiden es. Der Weg war wieder frei und
allmählich hörte es auch auf zu schneien. Von weitem sah man auch
schon den Eingang des Eisigen Gletschers.
Als sie dann endlich dort angekommen waren, sagte Evoli zu
Riolu: "Heute ist es zu spät, um den Gletscher noch zu erkunden.
Schlafen wir hier vor dem Eingang und machen uns morgen früh ans
Werk!" Das war Riolu nur recht.
Mitten in der Nacht schreckte Riolu wieder einmal auf. Alles
war noch dunkel und still, nur ein Noctuh hörte man in der Ferne
schuhun. Und plötzlich kam es wieder: "AH! WAS IST DAS? HILFE! HILFE,"
Riolu erschrak. Es sah sich um, aber es war wie immer, wenn es diese
Hilferufe gehört hatte, nichts zu sehen. "Was hat es mit diesen
seltsamen Hilferufen wohl auf sich? Offenbar bin ich das einzige
Pokémon, das sie immer wieder hört, Ich glaube, morgen werde ich Evoli
davon erzählen, Was war das? Ist da nicht gerade ein Schatten eines
Pokémons durch die Bäume gehuscht?!? Doch! Da war ein Pokémon! Ich
habe seinen Schatten ganz deutlich im Mondlicht gesehen! Das muss ich
unbedingt Evoli erzählen!"
Als die beiden Pokémon am nächsten Morgen aufwachten, stand die
Sonne schon hoch am Himmel. Evoli war ausgeschlafen, doch Riolu war
etwas müde. Es hatte in der Nacht noch sehr viel über den
geheimnisvollen Pokémonschatten und die Hilferufe, die es immer hörte,
nachgedacht.
"Alles klar, Riolu? Du wirkst so müde,", sagte Evoli. Riolu
erzählte Evoli von dem seltsamen Schatten. Evoli überlegte eine Weile.
Dann sagte es: "Das ist ziemlich merkwürdig, Aber, glaubst du nicht,
dass du dir den Schatten nur eingebildet hast?" "Nein! Auf keinen
Fall! Ich bin mir sicher, dass ich diesen Schatten gesehen habe. Ich
habe mir das nicht alles nur eingebildet!", sagte Riolu. Die beiden
diskutierten so erhitzt über das Thema, dass Riolu ganz vergass, die
geheimnisvollen Hilferufe zu erwähnen.
Als sie dann endlich ausreichend über den Schatten gesprochen
hatten, machten sie sich endlich daran, den Eisigen Gletscher zu
erkunden. Es war nicht leicht: Riolu und Evoli mussten an Wänden
entlang klettern, die senkrecht in die Tiefe ragten. Sie mussten über
steile Abgründe springen, die ihr sicherer Tot gewesen wären, wenn sie
hineingesprungen wären. Und sie mussten gegen mehrere Eis-Pokémon
kämpfen, die sich in ihrem Revier angegriffen fühlten.
Es war schwer hindurchzukommen. Aber sie hatten es geschafft.
"Riolu, schau mal! Was ist denn das da vorne? Ist das nicht die Statue
eines Pokémons!?", sagte Evoli. Sie rannten zu der Statue. "Ja, das
ist die Statue von einem Pokémon. Aber, so ein Pokémon habe ich noch
nie gesehen, Die Statue ist gross und es scheint, als bestehe sie ganz
aus Eis,", dachte Riolu.
"Oh, schau mal! Da ist etwas in den Sockel eingraviert, Ich
les` mal vor:
Wenn du Regice, den Koloss des Ewigen Eises, besiegst,
wird dir der Weg zum Schatz gewiesen.
Was soll das bedeuten? Heißt das Pokémon, das hier als Statue
dargestellt wird, etwa Regice? Und wie sollte man es wecken? Es ist
doch nur eine Statue aus Eis, Oder?", sagte Evoli.
Riolu überlegte: "Hm, Das Pokémon, das hier als Statue
dargestellt ist, sieht mir ganz wie ein Eis-Pokémon aus, Hm, welche
Pokémon-Typen mögen Eis-Pokémon gar nicht? Natürlich! Eis-Pokémon
hassen Attacken vom Typ Kampf! Vielleicht kann ich die Statue
besiegen, indem ich meinen Fokusstoss auf sie einsetzte!" Riolu
erzählte Evoli von seiner Idee. Daraufhin sagte Evoli: "Das ist eine
gute Idee! Versuchen wir`s!"
Riolu stellte sich direkt vor die Statue. Es nahm all seine
Kraft zusammen. Dann setzte es den mächtigsten Fokusstoss ein, den es
je erzeugt hatte, und richtete ihn genau auf die Statue.
Als die Attacke die Statue traf, erzitterte der ganze Raum und
riesige Eiszapfen fielen von der Decke. Sie drohten, Riolu und Evoli
zu erstechen. Evoli reagierte blitzschnell: es sprang auf Riolu zu und
grub sich und Riolu mit der Attacke Schaufler unter die dicke
Eisschicht. Dort unten waren sie außer Gefahr. Als die beiden keine
Eiszapfen von oben auf den Boden fallen hörten, wagte Evoli es, sie
wieder "auftauchen" zu lassen.
Als sie wieder oben auf festem Eis standen, leuchtete Riolu
plötzlich hell auf. Evoli wusste nicht was da vor sich ging, also
schrie es panisch: "Riolu! Ist alles in Ordnung? Was geht da vor sich?
Riolu!" Als Riolu aufhörte zu leuchten, stand da kein Riolu mehr,
sondern ein Pokémon, das Riolu zwar sehr ähnlich sah, aber viel größer
und viel stärker als ein Riolu aussah.
Da rief Evoli erstaunt: "WOW! Riolu! Du hast dich
weiterentwickelt! Du bist jetzt ein Lucario!" Lucario blickte erstaunt
an sich herunter. "Du hast recht! Ich hab` mich tatsächlich
weiterentwickelt!" "Wahrscheinlich lag es an dem mächtigen Fokusstoss,
den du vorhin auf die Statue geschleudert hast! Apropos da fällt mir
ein. Wo ist eigentlich die Statue hin?", sagte Evoli. Und es hatte
recht. Die Statue von Regice stand nicht mehr an ihrem Platz. Sie war
verschwunden.
"Oh! Schau mal! An der Stelle, an der vorhin noch die Statue
stand, hat sich eine geheime Treppe geöffnet! Vielleicht führt sie uns
ja zum Schatz! Komm, gehen wir runter!" Lucario und Evoli gingen
hinunter. Sie kamen in einen Raum, in dessen Mitte eine große
Schatztruhe stand. Sie öffneten die Schatztruhe. "Was da wohl drinnen
ist? Vielleich Gold und Edelsteine?!?" In der Schatztruhe befand sich
nur eine alte Karte. Lucario nahm sie enttäuscht in die Hand und
betrachtete die Karte näher. "Hey, schau mal", sagte es, "auf der
Karte ist das Frostgebirge eingezeichnet." "Auf der Karte ist ein
bestimmter Punkt markiert. Unter der Markierung steht etwas, ich les`
das mal vor:
Höhle von Frosdedje - Schatz
Heißt das etwa, dass es hier beim Frostgebirge einen geheimen
Ort gibt, der "Höhle von Frosdedje" heißt? Wenn ich die Schrift auf
der Karte richtig deute, soll da wohl ein Schatz verborgen sein!",
sagte Evoli.
"Komm, wir machen uns auf den Weg und finden diese Höhle!
Vielleicht gibt es dort ja einen richtig grossen Schatz!? Der Karte
nach, muss die Höhle von Frosdedje hier gleich in der Nähe liegen.
Wenn wir es heute noch dorthin schaffen, können wir dort übernachten
und morgen erkunden wir dann diese Höhle, okay?", sagte Lucario.
"Alles klar!", sagte daraufhin Evoli.
So machten sie sich auf den Weg zur Höhle von Frosdedje. Die
Reise verlief zu Lucarios und Evolis Glück sehr schnell und
problemlos, sodass sie bei der versteckten Höhle angekommen waren,
bevor es dunkel wurde. Die beiden waren vollkommen erschöpft. Sie
legten sich sofort hin und im nächsten Moment waren sie auch schon
eingeschlafen. In der Nacht wachte Lucario schon wieder auf. Es
dachte, dass es jetzt gleich wieder einen seltsamen Schrei hören
würde, aber es hörte nichts.
"Vielleicht höre ich in dieser Nacht keinen Hilferuf, weil ich
jetzt ein Lucario bin.", dachte es. Lucario versuchte, wieder
einzuschlafen, aber es konnte nicht. Deswegen dachte es noch einmal
über den komischen Schatten nach und plötzlich traf es Lucario wie ein
Blitz. "Natürlich! Ich habe das Pokémon, von dem der Schatten stammt,
schon einmal gesehen. Und zwar, im Pokémon-Café von Magmar. Das war
der Schatten von dem Pokémon, das trotz des schweren Schneesturms in
die Kälte hinausgegangen war! Das muss ich morgen gleich Evoli
erzählen!"
Am nächsten Morgen wachten Evoli und Lucario sehr spät auf,
weil sie vom letzten Tag so geschafft waren. Lucario erzählte Evoli
gleich davon, das es herausgefunden hatte, von welchem Pokémon dieser
Schatten stammt. Evoli staunte. "Und du bist dir ganz sicher, dass das
der Schatten von dem Pokémon war, das wir in Magmars Café gesehen
haben?", fragte Evoli. "Ganz sicher!", erwiderte Lucario. Sie redeten
noch einige Zeit über das Pokémon und seinen geheimnisvollen Schatten.
Schließlich erinnerten die beiden sich daran, dass sie ja auch
noch die Höhle von Frosdedje erkunden wollten. Deswegen schoben sie
die Gespräche über den Schatten beiseite und machten sich ans
Erkunden.
Für Evoli und Lucario war es sehr schwer, die Höhle von
Frosdedje zu erkunden. Es gab viele Gefahren, die sie bewältigen
mussten, und es gab auch ein paar Pokémon, die die beiden angriffen,
und die Evoli und Lucario besiegen mussten. Schließlich kamen die
beiden in einen kleinen Raum, in dem sich nichts außer einem von einer
Eisschicht überzogenen Stein befand.
Evoli staunte und sagte aufgeregt zu Lucario: "Lucario, weißt
du, was das ist?" "Naja, für mich sieht das aus wie ein Stein, der mit
einer Eisschicht überzogen ist. Was soll an dem so besonders sein?",
sagte Lucario. "Das ist der Eisstein, an dem sich Evolis zu Glaziolas
weiterentwickeln können! Wenn ich schon stark genug bin, kann ich mich
jetzt entwickeln!", sagte Evoli. Es ging zitternd auf den Eisstein zu
und berührte ihn. Plötzlich erfüllte ein strahlend weisses Licht den
Raum für ein paar Sekunden und als es wieder verschwand, stand da kein
Evoli mehr, sondern ein Glaziola.
"Wow! Das ist richtig cool, im wahrsten Sinne des Wortes!",
sagte Lucario. Glaziola war glücklich. "Endlich hat sich mein Wunsch
erfüllt! Ich bin ein Glaziola geworden! Juhu!!!", frohlockte Glaziola.
"Glaubst du, dass mit dem Wort Schatz auf der Karte
der Eisstein im Inneren von Frosdedjes Höhle gemeint war?", fragte
Lucario Glaziola. Glaziola überlegte und sagte dann: "Nein! Nein, ich
glaube nicht, dass das der einzige Schatz von Frosdedjes Höhle ist.
Ich glaube hinter dieser Wand liegt noch ein Raum. Mein Gefühl sagt
mir, dass man eine Eis-Attacke auf die Wand einsetzten muss, damit der
Raum hinter ihr sichtbar wird." "Aber wie sollen wir eine Eis-Attacke
einsetzen? Keiner von uns kann eine Eis-Attacke! Oder?", sagte
Lucario. "Ich bin doch jetzt ein Glaziola, oder? Und Glaziolas sind
doch vom Typ Eis, oder? Vielleicht kann ich ja jetzt, wo ich ein
Glaziola bin, eine Eis-Attacke einsetzen. Ich glaub` ich probier´s
mal!", sagte Glaziola.
Glaziola konzentrierte sich und versuchte dann, die Attacke
Eissplitter zu erzeugen. Es brauchte zwar ein paar Versuche, aber beim
fünften Versuch klappte es: Glaziola setzte Eissplitter auf die Wand
ein. Plötzlich teilte sich die Wand und ein Durchgang öffnete sich.
Lucario und Glaziola gingen hindurch und fanden sich in einem festlich
geschmückten Raum aus Eis wieder. In dessen Mitte ein sehr schöner
Christbaum stand.
Plötzlich bemerkte Glaziola ein paar Pokémon, die an Seilen
kopfüber von der Decke baumelten. Lucario und Glaziola rannten sofort
zu den Pokémon und befreiten sie. Als die drei Pokémon sich erholt
hatten sagte eines zu Glaziola und Lucario: "Vielen Dank dafür, dass
ihr uns gerettet habt! Mein Name ist Shnebedeck und die beiden Pokémon
hinter mir heißen Quiekel und Pummeluff. Und wie heißt ihr?" Lucario
und Glaziola stellten sich vor. Glaziola fragte Shnebedeck, warum es
und die beiden anderen Pokémon hier eingesperrt waren. Daraufhin
erzählte Shnebedeck, wie es in einer Nacht, in der ein starker
Schneesturm tobte, von einem seltsamen Pokémon entführt und K.O.
geschlagen wurde, daraufhin wachte es hier in diesem Raum gefesselt
und geknebelt auf. Quiekel und Pummeluff erzählten auch, wie sie
jeweils in verschiedenen Nächten entführt wurden und dann in diesem
Raum wieder aufgewacht sind. "Und wisst ihr auch, wer euch entführt
hat?", fragte Lucario. "Ja, es war ein Eis-Pokémon mit dem Namen
Frosdedje. Das Einzige, was wir von diesem Pokémon wissen, ist, dass
es so heißt. Mehr hat es uns nicht von sich erzählt. Wir konnten es
aber oft dabei beobachten, wie es diesen Raum festlich schmückte und
einen Tannenbaum hier herein brachte.", erzählte Shnebedeck.
In diesem Moment erinnerte sich Lucario daran, dass es Glaziola
von den Hilferufen erzählen wollte, die es in verschiedenen Nächten
gehört hatte. Plötzlich erinnerte Lucario sich daran, dass es in der
Nacht, in der ein so schwerer Schneesturm getobt hatte, einen Hilferuf
gehört hatte. Es fragte Shnebedeck und die anderen Pokémon, ob sie in
den Nächten, in denen sie entführt wurden, um Hilfe gerufen haben. Die
Pokémon mussten einige Zeit überlegen, doch dann antworteten sie alle
mit "Ja".
Jetzt war für Lucario alles klar. Es erzählte Glaziola und den
anderen drei Pokémon von den Hilferufen und seiner Vermutung, dass es
aus irgendeinem Grund die Hilferufe von Shnebedeck, Quiekel und
Pummeluff gehört hatte. Alle starrten Lucario an und Glaziola sagte:
"Das klingt ja total unglaublich! Du glaubst wirklich, dass du die
Hilferufe von Shnebedeck, Quiekel und Pummeluff gehört hast!?!
Wahnsinn!" Lucario fragte Shnebedeck, Quiekel und Pummeluff, ob sie
schon einmal von so einer Fähigkeit gehört hatten. Da sagte Pummeluff:
"Hm, wenn ich darüber nachdenke, ja, ich habe schon einmal von so
einer Fähigkeit gehört. Angeblich nennt sich diese Fähigkeit Ruf
der Entführten und nur sehr wenige Pokémon auf der ganzen
Welt besitzen diese Fähigkeit. Wenn der Ruf der Entführten kommt, hört
man die Hilferufe von Pokémon, die in einem Umkreis von 100 Kilometern
entführt werden." "Ganz genau!", sagte eine Stimme. Alle fuhren
erschrocken herum. Am Eingang des Raumes stand ein Pokémon.
"Das ist Frosdedje! O nein!", schrie Shnebedeck auf. "Was? Das
ist Frosdedje? Das ist doch das Pokémon, das wir in Magmars Café
gesehen haben und dessen Schatten du in einer Nacht gesehen hast,
oder, Lucario!?", sagte Glaziola. "Ja, das ist es.", sagte daraufhin
Lucario. "Ihr seid in meine Höhle eingedrungen! Dafür werdet ihr
bezahlen!", schrie Frosdedje Lucario und Glaziola an. Frosdedje setzte
einen Spukball auf Lucario ein, den es mit seinem Fokusstoss abwehrte.
Glaziola setzte seinen Spukball ein und Lucario setzte seinen Imitator
ein, womit die beiden jeweils einen Spukball auf Frosdedje
schleuderten. Beide Spukbälle trafen Frosdedje und es ging zu Boden.
"Ich ergebe mich!", rief es. Lucario und Glaziola gingen zu Frosdedje
hin und fesselten es mit den Fesseln, mit denen Shnebedeck, Quiekel
und Pummeluff gefesselt waren.
Als Frosdedje so stark gefesselt war, dass es sich nicht mehr
befreien konnte, fragte Glaziola es, warum es Shnebedeck, Quiekel und
Pummeluff gefesselt und hierher gebracht hatte. Darauf antwortete
Frosdedje schluchzend: "I-ich wollte doch n-nur ein paar Freunde
haben, m-mit denen ich das Weihnachtsfest f-feiern kann. I-ich wollte
doch n-niemanden verletzen o-oder entführen, ich wollte n-nur mit ein
p-paar Pokémon Weihnachten feiern..." "Aber warum musstest du uns dann
entführen? Hast du denn keine richtigen Freunde, mit denen du
Weihnachten verbringen kannst?", meldete sich Shnebedeck zu Wort.
Jetzt weinte Frosdedje richtig und sagte: "N-nein, ich h-hab k-keine
Freunde!" "Aber warum denn?", fragte jetzt Lucario. "W-weil m-mich
alle Pokémon s-so gr-gruselig finden und d-deswegen immer alle Pokémon
au-aus Angst v-vor mir Reißaus n-nehmen! Ich w-wollte d-doch nur ein
p-paar Freunde h-haben, die mit m-mir Weihnachten f-feiern!", sagte
Frosdedje unter Tränen. "Weisst du was", sagte Pummeluff, "ich finde
dich jetzt irgendwie richtig nett, Frosdedje, und ich würde gerne dein
Freund sein! Ich glaube nicht, dass du ein böses Pokémon bist und uns
aus Boshaftigkeit entführt hast. Ich glaube, dass du ein richtig
nettes Pokémon mit einem Herz aus Gold bist! Du hast uns ja nur
entführt, weil du ein paar Freunde haben wolltest, die mit dir
Weihnachten feiern." "Das glaube ich auch!", sagte Shnebedeck. "Und
ich glaube das auch! Wir könnten doch alle Freunde sein, oder?", sagte
Quiekel. Darauf riefen alle und auch Frosdedje: "JA!" "Und wir kommen
euch an Weihnachten und Silvester besuchen und bringen euch als
Geschenke Schätze von unseren Erkundungen mit! Aber leider müssen
Lucario und ich uns jetzt verabschieden. Wir müssen wieder nach Hause
kommen, aber in ein paar Tagen, an Weihnachten, besuchen wir euch!",
sagte Glaziola.
So verabschiedeten sich Lucario und Glaziola und gingen.
"Schade ist nur, dass wir hier keinen richtigen Schatz gefunden
haben", sagte Lucario enttäuscht. "Oh, das stimmt nicht ganz. Wir
haben hier einen größeren Schatz gefunden als wir gehofft haben!",
sagte Glaziola. "Ach ja? Welchen denn?", fragte Lucario. "Wir haben
hier neue Freunde gefunden und das ist doch wohl wertvoller als alle
Schätze der Welt, oder?!", sagte Glaziola. "Das stimmt!", sagte
Lucario und grinste.