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2. Dezember 2009

Fanstory von: Shady

Unvergessliche Tage

„Was für ein Spaß!“ Mit einer riesigen Geschwindigkeit sausten Matt und sein bester Freund Rover, das Fukano, den schneebedeckten Hang herunter. Heute waren sie Schlitten fahren und außer ihnen war niemand anders in Sichtweite - sie hatten den ganzen Platz für sich. Als ihr Schlitten langsam wieder zum Stillstand kam, fiel Rover plötzlich etwas Glitzerndes auf, das in einiger Entfernung am Ende des Hangs unter dem Schnee lag und ein bisschen leuchtete.

„Fu-Fukano!!!“ Rover lief neugierig an diesen Ort und beschnüffelte die funkelnde Stelle. „Rover, was hast du denn da entdeckt?“ fragte Matt und trat näher heran. „Was ist das bloß? Versuch mal, es auszugraben!“ Also begann das Fukano, den Schnee wegzuschaufeln und unter der Schneedecke befand sich ein seltsam glitzerndes, kurioses Pokémon-Ei.

„Ein Pokémon-Ei! Was macht das denn hier? Warum ist es so verlassen im Schnee vergraben?“ Matt nahm das Ei in seine Hände und betrachtete es genauer. Es fühlte sich ziemlich kalt und gefroren an. Dann schaute er sich genauer in der Gegend um - die Mutter des Eis, geschweige denn überhaupt ein anderes Pokémon waren nirgendwo zu sehen. „Fukano, Fukano!“ Rover sah Matt mit einem überzeugten Blick an. „Du hast Recht, Rover“, sagte Matt, „die Mutter scheint verschwunden zu sein und wir können das kleine Ei doch nicht so allein in dieser kalten Gegend zurücklassen. Wir müssen es mit nach Hause nehmen und es irgendwie warm halten!“

Also zog Matt seinen Schal aus, wickelte das Ei in ihm ein und die beiden begaben sich auf den Nachhauseweg. In seinem Zimmer holte Matt eine Decke und packte das Ei sorgfältig in ihr ein. Mit der Zeit fühlte es sich schon etwas wärmer an.
Während sie auf dem Bett lagen, betrachteten Matt und Rover das wunderschön glitzernde Ei. „Ich frage mich, was da wohl für ein Pokémon drin ist...“murmelte Matt verträumt. „Aber eigentlich spielt es keine Rolle, ich hoffe nur, dass es ihm gut geht und dass es gesund auf die Welt kommen wird.“

In den nächsten Tagen kümmerte sich Matt sehr liebevoll um das Ei. Viele Stunden saß er mit ihm am warmen Kaminfeuer oder unter der Decke eingewickelt auf seinem Bett. Wenn Matt mal nicht zuhause war, wärmte sein Freund Rover das Ei mit seiner Glut.

Eines Morgens, als Matt aufwachte, bemerkte er, dass das Ei sich sehr heftig hin und her bewegte. „Es schlüpft endlich aus, Rover!!! Schau dir das an!“ Und tatsächlich: Die glitzernde Schale brach auf und heraus kam ein Pokémon, das Matt noch nie zuvor gesehen hatte. „Jira-Jirachi!“ rief es mit hoher Stimme, dann schwebte das kleine, weiß-gelbe Babypokémon auf Matt zu und setzte sich auf seinen Schoß. Eine seltsame Kraft ging von ihm aus, man spürte förmlich, dass dieses Pokémon etwas Besonderes war.

„Du heißt also Jirachi? Du bist aber süß!“ Matt lächelte das kleine Pokémon an. Er hatte noch nie ein Babypokémon aufgezogen, doch er wollte sein Bestes geben. Während Rover auf Jirachi aufpasste, holte Matt eine Flasche mit warmer Miltank-Milch und gab sie dem Pokémon. Jirachi ließ sich die Milch richtig schmecken. Anschließend fielen ihm die Augen zu und Matt legte es in sein Bett zum Schlafen. „Ich werde mich um meinen neuen Freund so gut kümmern, wie es geht“, sagte er zu Rover, „deshalb werde ich versuchen, schon mal ein kleines Gitterbettchen für Jirachi zu bauen. Ich glaube, in der Garage ist noch ein bisschen altes Holz und Werkzeug. Pass du so lange auf es auf.“

Die nächsten Tage kümmerten sich Matt und Rover sehr gut um Jirachi und alle hatten viel Spaß. In wenigen Tagen war Weihnachten und das Pokémon wurde größer, gesünder und kräftiger. Es machte einen sehr glücklichen Eindruck. „Bald können wir Jirachi wieder in die Freiheit entlassen“, sagte Matt zu Rover, „ich habe es zwar sehr liebgewonnen, doch es vermisst bestimmt den Ort, von dem es hergekommen ist. Sobald es kräftiger ist, müssen wir es wieder da hin bringen, wo es hingehört.“

Als Matt und Rover am nächsten Morgen aufwachten, stellen sie entsetzt fest, dass Jirachis kleines Bettchen leer war. „Oh nein, Jirachi ist weg! Wo ist es bloß hin?“ Die beiden suchten besorgt das ganze Haus und die Gegend draußen ab, doch sie konnten das Pokémon nirgends finden. Es gab nur eine Möglichkeit: Jirachi musste von selbst wieder in die Wildnis geflogen sein, an den Ort, wo es wirklich zuhause war. „Warum hat es uns bloß so plötzlich verlassen? Ich wollte es zwar sowieso später freilassen, aber es hat sich nicht mal von uns verabschiedet... Dabei haben wir uns immer so gut um es gekümmert...“ schluchzte Matt traurig. Rover schmiegte sich an ihn und versuchte ihn zu trösten.

Es vergingen noch einige Tage bis Weihnachten und Matt kam langsam immer mehr darüber hinweg, dass Jirachi fort war. Natürlich fand er es immer noch traurig, aber er versuchte sich darüber zu freuen, dass es Jirachi jetzt wahrscheinlich besser ging.
Als der Weihnachtstag gekommen war, schmücken Matt und Rover zusammen den Weihnachtsbaum. Als es Abend wurde, aßen die beiden am festlich gedeckten Tisch. „Fukano, Fu-Fukano!“ „Ich weiß, du freust dich schon auf die große Bescherung, Rover,“ lächelte Matt und steckte sich einen Bissen in den Mund. „Wenn wir fertig gegessen haben, wird es so weit sein.“

Das Essen war bald verputzt. Matt schickte Rover in sein Zimmer und wollte aus einem Versteck die Geschenke für ihn holen. Als Matt mit den Geschenken das Wohnzimmer betreten wollte, ließ er sie vor Schreck fallen. Dort über dem Weihnachtsbaum schwebte plötzlich sein Jirachi und leuchtete in wunderschönen Farben!

„Rover, komm schnell her, Jirachi ist wieder da!!!“ schrie Matt aufgeregt und die beiden staunten sehr. „Hallo, ihr zwei!“ sang Jirachi mit einer glockenklaren Stimme. Es war nun größer und schien erwachsen geworden zu sein. „Du kannst ja sprechen?!“ Matt war nun völlig baff. Wahrscheinlich konnte Jirachi reden, weil es so ein außergewöhnliches Pokémon war. „Matt und Rover, ich möchte euch dafür danken, dass ihr euch so liebevoll um mich gekümmert habt,“ sprach Jirachi weiter. „Ich weiß nicht, was mit mir geschehen wäre, wenn ihr mich damals nicht mit euch genommen und aufgezogen hättet. Schon im Ei konnte ich die unglaubliche Liebe spüren, mit der ihr mich behandelt habt.“

Jirachi schwebte näher zu Matt. „Ich bin ein ganz besonderes Pokémon. Ich bin das Pokémon der Wünsche! Ich kann einem jeden Wunsch erfüllen. Als ich weggelaufen bin... Das wollte ich natürlich nicht, ohne euch lebe Wohl zu sagen! Ich wollte nur in Ruhe üben, wie man Wünsche wahr werden lässt, um euch heute eine ganz besondere Freude zu machen! Ich bin zwar nun erwachsen und möchte wieder in Freiheit leben, aber ich habe von Anfang an geplant, an Weihnachten wieder zu kommen. Und hier ist nun mein Dankeschön dafür, dass ihr immer so freundlich zu mir wart...“

Auf einen Schlag wurde das ganze Zimmer in einem regenbogenfarbigen Glanz getaucht. Unter dem Weihnachtsbaum erschienen plötzlich aus dem Nichts tausende bunte Päckchen! So einen riesigen Geschenkeberg hatten Matt und Rover in ihrem ganzen Leben noch nicht gesehen.

„Wow, Jirachi, du bist unglaublich!“ rief Matt mit funkelnden Augen, nahm das Wunschpokémon in die Arme und drückte es fest an sich. „Vielen Dank für das alles!“ Danach packten Rover und Matt die Geschenke aus und alles, was herauskam, waren Dinge, die sie sich schon immer gewünscht hatten. Jirachi beobachtete die beiden beim Auspacken und freute sich jedes Mal, wenn es ihre glücklichen Gesichter sah. Außerdem versprach Jirachi, Matt und Rover nun jedes Weihnachtsfest wieder zu besuchen.

So verbrachten die drei noch einen wunderschönen Abend und ein außergewöhnliches Weihnachtsfest, das sie wohl nie mehr vergessen werden.