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Was für ein Pokémon bist du?

Was für ein Pokémon bist du?

In einer Welt, die von Wesen bewohnt wird, die man Pokémon nennt, sind sie für manche Haustiere, andere tragen Kämpfe mit ihnen aus. Einer hat sein Hobby zum Beruf gemacht und studiert die über 800 Taschenmonster. „Was für ein Pokémon bist du?“, diese Frage stellt unser Pokémon-Experte und Kolumnist Wenlok Holmes an jedem zweiten Donnerstag einem der vielen Geschöpfe und berichtet euch ausführlich von seinen Erkenntnissen. Dabei bereist er unermüdlich alle Regionen der Pokémon-Welt, schaut in alle Spiele und den Anime und sammelt so hautnah allerlei Informationen, um euch zu Hause die gesamte Artenvielfalt näher zu bringen. Egal ob PokéDex-Einträge, Statuswerte oder Design-Ursprünge – Wenlok berichtet euch alles, was aktuell oder vergangen, lehrreich oder kurios ist. Und mit seiner eigenen Meinung hält er dabei auch selten hinterm Berg.

Auf dieser Seite findet ihr eine Sammlung seiner aktuellen und vergangenen Berichte, die sowohl als Text wie auch als Video für euch bereit liegen. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung!

Aktuelle Ausgaben

Hallo und herzlich willommen zur 27. Ausgabe von Was für ein Pokémon bist du? Heute ist es soweit, seit nun einem ganzen Jahr habe ich euch alle zwei Wochen ein neues Pokémon präsentiert. Einige von ihnen waren ziemlich populär, andere eher weniger bekannt und ich hoffe, dass ich euch alle davon möglichst schmackhaft machen konnte. Zur Feier dieses kleinen Jubiläums habe ich mir jedenfalls ein Taschenmonster mit ganz besonderer Bedeutung ausgesucht. Aus der vierten Generation präsentiere ich euch heute:

#493 Arceus

Arceus im TCG

Das Wichtigste gleich vorweg: Wie zur Hölle spricht man diesen Namen eigentlich aus? Ar-ze-us? Ar-ke-us? Ar-zeus? Ein namhaftes Online-Nachschlagewerk empfiehlt Letzteres, ich habe mich aber selber mal auf Recherche begeben und bin zu folgendem Schluss gekommen: Sowohl der Pokédex 3D Pro, eine Software, die unter anderem auch Pokémonnamen vorliest, sowie der 12. und 18. Pokémon-Film sagen allesamt Ar-ke-us. Das ist aus meiner Sicht zwar nicht die sinnvollste Option, da man ein C vor den Vokalen E und I grundsätzlich weich ausspricht und es auch von der japanischen Schreibweise アルセウス Aruseusu abweicht, allerdings konnte ich von offizieller Seite her auch nichts anderes finden – falls es jemand besser weiß, ich bin ich für Belege sehr offen, bis dahin heißt es also Ar-ke-us für mich.
Am Ursprung des Namens lässt sich die Aussprache jedenfalls leider auch nicht besser festmachen, denn damit verhält es sich ähnlich schwammig. Archon steht da als Begriff im Raum, welches das griechische Wort für Herrscher ist, ebenso aber auch arkan (lat. für geheim), arkhe (gr. für Ursprung) oder aureus (lat. golden) und daneben der griechische Göttervater Zeus oder gleich etwas allgemeiner deus, was auf Latein Gott bedeutet.
Denn um einen Gott soll es sich bei Arceus tatsächlich auch handeln. Und nicht irgendeinen, sondern genau den, der – so sagen es die Mythen der Pokéwelt – das Universum und alles darin erschaffen haben soll: Im Nichts aus einem Ei geschlüpft schuf Arceus mit Palkia und Dialga zunächst Raum und Zeit und kreierte zudem Giratina, das als Herr über die Antimaterie aus der Zerrwelt heraus das Gleichgewicht wahren sollte. Außerdem brachte er das Seen-Trio um Selfe, Vesprit und Tobutz in die Welt. Die drei stellen Emotionen dar und brachten den Menschen und allen Lebewesen Geist und Gefühle. Als seine Schöpfung vollendet war, zog sich Arceus auf die Spitze des Sinnoher Kraterbergs zurück und verfiel in einen tiefen Schlummer. So sagt es die Legende.

Doch wer sich jetzt zur Speersäule aufmachen möchte, muss leider enttäuscht werden. Tatsächlich fangen konnte man Arceus innerhalb der Spiele nämlich nie, es war stets ausschließlich per Event verfügbar. Naja fast. Mithilfe einer Azurflöte ging das schon; dieses Item, das nur durch die Nutzung von Cheats erhalten werden kann, öffnet den Zutritt zur Halle des Beginns, in der Arceus herausgefordert und gefangen werden kann.

Ransei

Auch in der Mythologie einer anderen Welt spielt Arceus übrigens eine Rolle: Die Region Ransei aus Pokémon Conquest, deren Form dem Taschenmonster übrigens überraschend ähnlich sieht, soll von ihm erschaffen worden sein. Kriegsherr Oda Nobunaga zieht aus, um das Pokémon zu töten und zu beweisen, dass Legenden keinen Platz in einer Welt der Wahrheit haben – doch natürlich wird er vom Spieler besiegt und aufgehalten, ehe er Hand an den Gott des Pokéversums legen kann.

Die überirdische Macht dieses Schöpfergottes zeigt sich in vielen Facetten: Zunächst kann das Pokémon nach Belieben seinen Typ wechseln. Alles, was es dazu tun muss, ist eine entsprechende Elementartafel des gewünschten Typs zu tragen. Dies wirkt sich nicht nur auf seinen eigenen Typ aus, sondern auch auf den seiner Spezialattacke Urteilskraft. Inklusive STAB-Bonus hat sie eine Stärke von 120 bei einer Genauigkeit von 100%, ein äußerst mächtiger Angriff, der obendrein von Arceus‘ enormen Statuswerten profitiert. Das Alpha-Pokémon hat auf jedem Statuswert nämlich eine Basis von beeindruckenden 120 Punkten. Bevor es Mega-Entwicklungen gab, war es damit das Stärkste aller Pokémon, wurde mittlerweile jedoch unter anderem von Mega-Mewtu und Mega-Rayquaza überflügelt. Für ein göttliches Wesen scheint mir das eine irgendwie etwas schwache Leistung zu sein, aber ich habe noch nicht die Hoffnung auf Remakes der vierten Generation aufgegeben, in denen ein Mega-Arceus alle anderen Pokémon in seinen Schatten stellen könnte.
Neben seiner Macht, über jedes Lebewesen urteilen zu können legt Arceus aber noch weitere Kräfte an den Tag: Turbotempo zeugt von unglaublicher Geschwindigkeit, mit Kosmik-Kraft und Erdkräfte macht das Pokémon sich die Energie des Planeten und der Sterne zu eigen und mit Seher kann es sogar in die Zukunft schauen. Alles Fähigkeiten, die einer Gottheit nur würdig sind.

Arceus-Tafeln im Fim

Um ein göttliches Urteil geht es auch im Pokémon-Film Arceus und das Juwel des Lebens, in dem das Pokémon seinen ersten Anime-Auftritt hat. Darin erwacht ein von den Menschen um einige seiner Elementartafeln betrogenes Arceus und kehrt zurück, um über die Menschheit zu richten. Doch natürlich gelingt es Ash und seinen Freunden, das Pokémon in letzter Minute aufzuhalten, bevor es sein alles vernichtendes Urteil fällen kann.
Und auch in andere Medien hat Arceus es geschafft. Es wird nämlich in einer Folge der Kultserie Dr. House erwähnt. Wenn man den Worten des brillanten Grummeldoktors glauben darf, war es nämlich Arceus, der das Universum erschaffen hat und zwar nicht nur mit einem, sondern gleich drei Aggregatszuständen, so dass der behandelte Patient ein bestimmtes Gift gleich auf mehrere Arten hätte zu sich nehmen können.


So und das war’s mal wieder. Wie findet ihr Arceus - interessant oder overpowered? Welchen Typ mögt ihr an ihm am liebsten? Ich freue mich auf eure Kommentare!
Nicht ganz so freudig ist es aber, dass ich euch mitteilen muss, dass dies die leider letzte Ausgabe unserer kleinen Videokolumne war. Aus Zeitgründen bin ich leider gezwungen, die Produktion niederzulegen. Ich möchte euch allen sehr für eure Unterstützung danken und wünsche euch auch weiterhin viel Spaß mit dem restlichen Angebot des Bisatainments!

Euer Wenlok

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Was für ein Pokémon bist du? Unser heutiges Taschenmonster ist eine Art Wunschbestellung: Zum Dank dafür, dass sie seit nun einigen Ausgaben schon den Videoschnitt übernommen hat, durfte sich meine eifrige Helferin blechkitti ein Pokémon ihrer Wahl aussuchen. Da ihr Liebling Glurak bereits vor einiger Zeit von mir behandelt worden ist, hat sie sich ihre persönliche Nummer zwei gewünscht. Aus der zweiten Generation präsentiere ich euch daher heute:

#181 Ampharos

Ampharos

Dieses Elektro-Pokémon ist Teil der Entwicklungsreihe von Voltilamm. Dieses entwickelt sich auf Level 15 zu Waaty, aus dem auf Level 30 schließlich Ampharos wird. Bei allen dreien handelt es sich um Schafe, allerdings mit zunehmend weniger Fell: Während Voltilamm noch eine füllige Wollpracht vorzuweisen hat, ist Ampharos regelrecht nackt. Das liegt an der Elektrizität, die diese Schäfchen unter anderem in ihrem Fell speichern; sammelt sich zu viel an, bleiben die Stellen irgendwann einfach kahl. Passend dazu verfügen alle drei auch über die Fähigkeit Statik, die den Gegner bei Berührung mit einem elektrischen Schock paralysiert.
Die Pokémon-Schöpfer hatten bei diesem Design sicherlich geschorene Schafe vor Augen, das Ganze ist aber auch eine Anspielung auf Philip K. Dicks dystopischen Roman Do Androids Dream of Electric Sheep?, in dem es unter anderem eben um ein elektrisch betriebenes Schaf geht.
Auch Ampharos‘ Name greift die Elektrizität auf: Das Amp kommt nämlich von Ampere, der Einheit für elektrischen Stromfluss. Im Wort Ampharos verbirgt sich jedoch noch ein weiterer Designaspekt: Pharos ist nämlich das griechische Wort für Leuchtturm und mit solchen hat das Pokémon durchaus einige Gemeinsamkeiten. Nicht nur, dass es die ganz typischen Streifen eines Leuchtturms hat, Ampahros‘ Schwanzspitze leuchtet obendrein so hell, dass sie laut Pokédex bereits seit der Antike als Leuchtfeuer zur Orientierung genutzt wird. Da überrascht es nicht, dass Ampharos neben ganz klassischen Elektro-Attacken wie Donnerschock auch die Käfer-Attacke Ampelleuchte erlernen kann.

Und auch die Spiele greifen Ampharos‘ bedeutende Funktion in der nautischen Navigation auf: Ein Exemplar namens Amphi lebt an der Spitze des Leuchtturms der Küstenstadt Oliviana City, den es mit seinem leuchtenden Schweif betreibt. Im Verlauf der Spielhandlung erkankt es jedoch und kann seiner Aufgabe nicht mehr nachkommen. Arenaleiterin Jasmin, die sich um Amphi kümmert, bittet den Spieler daraufhin über das Meer nach Anemonia City zu reisen und dort Medizin für das Pokémon zu besorgen.
Im Anime erlebt Ash Ketchum ein ganz ähnliches Abenteuer: In der Episode Das kranke Ampharos macht auch er Bekanntschaft mit dem erkrankten Amphi und begibt sich ebenfalls nach Anemonia City, um ein Heilmittel zu organisieren. Amphi dankt es ihm eine Staffel später, als sein Licht Ash und seine Begleiter in der Folge Der Hoothoot-Express sicher durch einen heftigen Sturm geleitet.

Mega-Ampharos

Amphi zu heilen ist übrigens sowohl für Ash als auch den Spieler die einzige Möglichkeit, Leiterin Jasmin von der Oliviana City-Arena zum Kampf herauszufordern und ihr so den Stahlorden abringen zu können. Das Ampharos setzt sie dabei übrigens nicht ein, da es gar nicht zu ihrem Stahl-Typ passen würde. Dafür finden sich Ampharos in den Teams von Elektro-Arenaleitern wie Walter oder Kamilla wieder.


Und auch für Spieler kann das Leuchte-Pokémon besonders interessant sein, seit es mit der sechsten Generation eine Mega-Entwicklung hinzubekommen hat. Mega-Ampharos erfährt dabei einen ordentlichen Boost in Sachen Spezial-Angriff und landet mit einer Basis von 165 auf Platz 1 unter den Elektro-Pokémon. Neben dem Elektro-Typ bekommt es außerdem auch noch den Typ Drache hinzu – und das obwohl Mega-Ampharos gar keine Schuppenhaut, unermessliche Goldgier oder sonstige Merkmale eines Drachen vorzuweisen hat. Lediglich sein neu dazugewonnenes Haar erinnert an die weißen Mähnen chinesischer Drachen wie wir sie auch von Sen-Long kennen. Die Idee zu diesem Zweittyp rührt nämlich eigentlich von einem japanischen Wortwitz her. Der Name デンリュウ Denryu lässt sich in der Originalsprache der Pokémon-Spiele nämlich auf zwei verschiedene Arten umschreiben: 電流 bedeutet einfach so viel wie elektrischer Strom; schreibt man es aber 電竜, steht dort plötzlich elektrischer Drache. Wenn man sich überlegt, dass bei Libelldra das Wort Dragonfly (engl. Libelle) auch sehr wörtlich genommen wurde, kann man sich eigentlich schon fragen, warum Ampharos so lange auf seinen zweiten Typ warten musste.


Und das war’s mal wieder. Wie steht ihr zu Ampharos? Hat jemand von euch Mega-Ampharos im Team? Und was sind eure liebsten Elektro-Pokémon? Ich freue mich wie immer auf eure Meinungen und Kommentare!

Bis in zwei Wochen,
euer Wenlok

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Was für ein Pokémon bist du? Um genau zu sein, zur bereits 25. Ausgabe unserer kleinen Videokolumne. Kaum zu glauben, dass ich schon so lange dran bin – da bahnt sich in naher Zukunft ja auch schon das Jubiläum an! Heute jedoch möchte ich die Nummer der Folge zum Aufhänger für unser vorgestelltes Pokémon machen: Denn wenn ich „fünfundzwanzig“ und „Pokémon“ höre, kommt mir dabei nur eines in den Sinn. Und jaja, ich weiß, viele von euch stöhnen jetzt gleich genervt auf, weil sie es nicht mehr sehen können; ich weiß aber auch, dass dieses Taschenmonster aus der ersten Generation nach wie vor sehr viele Fans hat. Anlässlich der Ausgabe Nummer 25 präsentiere ich euch also:

#025 Pikachu

Professor Pikachu

Diese Elektro-Maus ist, wie die meisten von euch sicher wissen, das Maskottchen des gesamten Pokémon-Franchise. Und dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Pikachu zahlreiche Auftritte und auch Formen hat – zum Beispiel die Cosplay-Pikachu aus den Spielen, Surfer-Pikachu von den Sammelkarten oder Weihnachtsmützen-Pikachu aus Pokémon GO – und es daher viel mehr zu erzählen gibt, als ich jemals in einer Folge unterbringen könnte. Ihr werdet mir also nachsehen müssen, dass ich mich heute ein bisschen aufs Wesentliche beschränke.

Das wesentlichste und wohl berühmteste Pikachu kommt aus dem Anime, wo es unseren Protagonisten Ash Ketchum seit bereits der ersten Folge begleitet. Auch wenn es ihm damals etwas widerwillig übergeben wurde, konnte der Junge aus Alabastia das Elektro-Pokémon doch noch für sich gewinnen. Zusammen bilden beide ein mächtiges Team und es ist ihnen kaum anzusehen, dass sie nun bereits seit zwanzig Jahren gemeinsam unterwegs sind.
Diese geeinte Stärke ruft allerdings auch Neider auf den Plan, meist in Form von Team Rockets Jessie und James, die ihrerseits seit nun bereits zwanzig Jahren Ash und seinem Starter erfolglos hinterherjagen, aber nimmer müde wurde, stets neue Pläne auszuhecken, um das kleine, gelbe Pokémon in ihre Gewalt zu bringen. Und es ist hier übrigens wohl kein Zufall, dass ihr Mauzi – ganz passend zum Thema „Katz und Maus“ –mit seiner Nummer 52 eine Art Gegenpart zu Pikachus 25 bildet.
Unschlagbar ist das Ash-Pikachu-Duo trotzdem nicht und musste durchaus auch schon Niederlagen einstecken. Dass Pikachu sich konsequent weigert, sich zu Raichu weiterzuentwickeln (genauso wie es sich außerdem weigert, sein Dasein in einem Pokéball zu fristen), ist dabei natürlich nicht immer hilfreich. Doch am Ende berappelt sich unser Team immer wieder und macht die Not zur Tugend: Pikachu ist nämlich klein und wendig und hat mit seiner unglaublichen Geschwindigkeit und Agilität schon mehr als einen Gegner ausmanövriert. Seine Schnelligkeit ist sogar solch ein Markenzeichen geworden, dass japanische Forscher sich dazu bewogen sahen, ein besonders schnell agierendes Protein, das elektrische Impulse weiterleitet nach dem Pokémon zu benennen. Das sogenannte Pikachurin ist besonders wichtig bei der visuellen Wahrnehmung von Bewegungen.

Pikachu im TCG

Auch in den Spielen ist die Geschwindigkeit, sprich Initiative, Pikachus höchster Statuswert. Ob das nun allerdings ausreicht, fragt ihr am besten Spieler der Gelben Edition. Diese war besonders animenah gehalten, so dass man dort Pikachu als Starter-Pokémon bekam. Schön daran war, dass auch dieses Pikachu sich weigerte, in seinem Ball zu sitzen, und der Spielfigur daher immerzu hinterherlief; es wurde sogar wie im Anime synchronisiert und sagte seinen Namen, wenn man es ansprach. Allerdings – und auch das war dem Anime entnommen – weigerte sich auch dieses Pikachu, einen Donnerstein anzunehmen, den es für die Entwicklung zu Raichu gebraucht hätte. Als unentwickeltes Pokémon fehlten ihm am Ende des Spiels dann doch ein bisschen die Statuswerte. Und besondere Gimmicks wie zum Beispiel seine Spezialattacke Volttacke kamen erst mit späteren Spielen und zugehörigen Events.
Und apropos Neuerungen: Mit der zweiten Generation stieß zu Pikachus-Entwicklungsreihe noch das niedliche Baby-Pokémon Pichu hinzu. Beide Taschenmonster haben sogar Seite an Seite (oder auch gegeneinander, ja nach dem) in Super Smash Bros. Melee gekämpft. Dort setzt Pikachu auch heute noch Angriffe wie Donnerschleuder oder Schädelwumme ein. Pichu gibt es mittlerweile als Kämpfer nicht mehr, dafür aber ein weiteres Pokémon, zu dem Pikachu eine besondere Beziehung hat: Pummeluff! Wusstet ihr nämlich, dass ursprünglich Pummeluff eigentlich das Pokémon-Maskottchen werden sollte? Vermutlich war es dann irgendeine Marketing-Abteilung, der aufgefallen ist, dass man mit rosa Flauschbällen beim westlichen Publikum nicht so viel reißen kann. Trotzdem aber hat Pummeluff eine wichtige Rolle im Anime erhalten und ist nach wie vor im Intro zu Pokémon Blau zu sehen.

Mimigma und Pikachu

Mittlerweile allerdings täte dem Franchise ein bisschen mehr Abwechslung und ein bisschen weniger Pikachu vielleicht sogar gut. Viele Fans können das gelbe Mäuschen, das ja nun wirklich in jedem Pokémon-Ableger auftaucht, einfach nicht mehr sehen. Und als sei das nicht genug, bringt Pikachu mit jeder Generation auch noch einen „Klon“, eine immer gleiche Wiederholung seines Designprinzips auf die Welt: Da war erst Pichu, dann Plusle und Minun, Pachirisu, Emolga, Dedenne und jetzt mit der neuesten Generation Togedemaru. Alles kleine, auf besonders putzig gemachte Elektro-Nagetiere, die Pikachus elektrisch geladene Backentäschchen haben und deren Namen aus Marketinggründen in allen Sprachen gleich gehalten werden. Und natürlich bekommt jedes von ihnen immer auch eine Paraderolle im Anime. Da hätte man Pikachu ja gleich rauswerfen und jedes Mal durch den neuen Elektro-Nager ersetzen können.

Immerhin aber hat die siebte Generation hier auch noch eine verspielte, ja beinahe parodistische Variation auf das Thema gebracht: Mimigma (wir sprachen drüber!), ein Geist-Pokémon, das sich als Pikachu verkleidet, um auch mal so richtig beliebt zu sein. Und das Exemplar aus dem Anime kann – genau wie viele von euch – Pikachu auf den Tod nicht ausstehen. Wie passend, dass es da gleich in seiner ersten Folge auf Team Rocket trifft und Partner im Kampf gegen diese gelbe Pest findet.


Und das war’s mal wieder. Wie steht ihr zu Pikachu? Ist es Fluch oder Segen? Durchaus einige von euch haben es ja auch zum unbeliebtesten Pokémon nominiert – warum? Und wie sehen die anderen das? Findet ihr seine vielen Auftritte einfach nur nervig oder gibt es durchaus welche, die euch gefallen haben? Ich freue mich wie immer auf eure Meinungen und Kommentare!

Bis in zwei Wochen,
euer Wenlok

Habt ihr Anregungen, Fragen, Kritik oder wollt über unsere Themen diskutieren? Dann schreibt uns hier oder an bisatainment@bisafans.de!