Sprung durch die Zeit
Geschrieben von: Dark_Rayquaza
Prolog
Eine schlimme Zeit
Dialga:
Traurig ließ ich meine Augen in die Ferne schweifen und seufzte auf, als ein weiterer Baum in Flammen auf ging. Wie viel wollte Darkrai noch zerstören? Hatte er nicht schon genug Schaden angerichtet?
Nicht schon genug Pokemon getötet oder aus ihrem Revier vertrieben? Wir schreiben das Jahr 2020. Darkrai hatte schon 3 Kristalle der Hoffnung zerstört und so meinen Traum von einer schönen Zukunft zu nichte gemacht.
Darkrai musste sehr stark sein, wenn es alle Wächter der Kristalle besiegt hatte. Wie sollte das nur weiter gehen? Wenn dieser Fiesling auch noch den vierten zerstörte, den Kristall der Liebe, dann würde auch aus mir alle Liebe weichen.
Dann würde auch ich, wie alle anderen, die schon dem Bann verfallen waren, den Verstand verlieren und wahrlos Pokemon töten. Das wäre der Untergang.
Die Sonne schien nicht mehr aufgehen zu wollen. Der Mond stand am Himmel und warf ein merkwürdiges Licht auf brennende Wälder, kämpfende Pokemon und ausgetrocknete Seen.
Die Schreie der besiegten und verletzten Pokemon zerschnitten die Luft. Niemand wurde verschont. Ich konnte mir dieses Schauspiel nicht länger mit ansehen. Angewidert wandte ich mich ab und erstarrt.
Dort, vor meiner Höhle, lag Cresselia. Ihre Brust Blutüberströmt und schwer atmend. Ich stürzte zu ihr. "Cresselia!", keuchte ich und drehte sie auf den Rücken. "Arceus behüte uns! Was ist geschehen?"
Cresselia röchelte und öffnete langsam die Augen. "Herr", murmelte sie "Tut mir Leid, ich habe versagt. Der letzte Kristall, er ist zerstört...", diese Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Es war geschehen.
Das schlimmste was hätte geschehen können. Der Kristall der Liebe war zerstört. Die Welt würde untergehen. Sie würde sterben. In ihrem eigenen schwarzen Blut ertrinken...
Kapitel 1 : Das Licht im Dunkeln
Dialga:
Mit einer Psychokinese ließ ich Cresselia auf meinen Rücken schweben und trottete mit ihr in die Höhle. Ich spürte wie unregelmäßig sie atmete und wie das warme Blut meine Flanke hinabrann. Doch es störte mich nicht. Cresselias Gesundheit war das einzige was zählte.
In der Höhle saßen 4 Pokemon um ein kleines Feuer herum. Als ich mit schweren Schritten mein Heim betrat, wandten sie sich zu mir um und keuchten auf. Mew kam zu mir geflogen und legte Cresselia eine Pfote auf die blutende Wunde. Sofort hörte es auf zu bluten und der tiefe Schnitt verheilte in Sekundenschnelle.
Ich seufzte erleichtert auf. "Mew...", lobte ich den kleinen Kerl. "Was würde ich nur ohne dich machen?" Mew grinste ein bisschen, wurde aber gleich wieder ernst. "Ist es geschehen?", fragte es. Ich hatte es noch nie so traurig gehört. "Ist der Kristall zerstört?" Als ich nickte, vergrub Mew sein Gesicht in den Pfote und fing an zu schluchzen.
Jirachi stürzte zu ihm, tätschelte ihm den Rücken und drückte es sanft zurück zum Feuer. Mücke, ein kleines Vibrava welches ich eigenhändig aufgezogen hatte und mein einziger Freund war, hievte Cresselia von meinem Rücken, legte sie ans Feuer und rieb ihr mit großen Blättern das Blut vom Körper. Ho-Oh schüttelte den Kopf.
"Damit sind alle Kristalle zerstört", murmelte er. "Was gedenkst du zu tun?" "Ich habe so eine Idee", antwortete ich und warf Cresselia einen Blick zu, da sie langsam die Augen wieder öffnete. "Ich habe es vermasselt", schluchzte sie. "Es ist alles meine Schuld. Wenn ich den Kristall doch nur besser beschützt hätte.
Doch Darkrai ist so unglaublich stark. Es hing doch alles von mir ab, von mir allein. Die Wächterin des letzten Kristalls sollte mehr drauf haben als ich." Das arme Pokemon zerfloss ja regelrecht in Selbstmitleid. Sie schob Mücke zur Seite, murmelte leise: "Danke Leute. Aber ich bin eure Gegenwart nicht würdig..." und flog in die abgelegenste und kühlste Ecke.
"Cresselia!", fing ich an, doch Ho-Oh legte mir eine Klaue auf die Schulter und sagte: "Lass sie. Das gibt sich wieder." Ich nickte, wenn auch widerwillig. Cresselias und Mews weinen zerschnitt die Stille, während wir ins Feuer starrten und ins uns hinein lauschen. Nach einer ganzen Weile, ebbten die Schluchzer ab und aus Cresselias regelmäßigen Atemzügen schloss ich, dass sie eingeschlafen war.
Ich legte ein Schutzschild um sie, damit wir übrigen uns ungestört unterhalten konnten. Ho-Oh streckte die Flügel aus und seufzte. "Es ist schrecklich", meinte er. "Aber Dialga!", rief Mew aus, als es sich von seinem Gefühlsausbruch erholt hatte. "Du sagtest, du hättest eine Idee?" "Wie lautet sie?", mischte sich jetzt auch Mücke ein und Jirachi lehnte sich an Ho-Oh und blickte mich erwartungsvoll an.
"Wie ihr wisst", setzte ich an. "Hatt Darkrai, dieser Schuft, vor langer Zeit meine Heimat zerstört. Den Zeitturm. Obwohl es keinen einzigen Komplizen hat, hat er es geschafft, die gesamte Welt ins Chaos zu stürzen. Doch weiß einer von euch noch, wann es begann?" Alle schwiegen, selbst der sonst so geschwätzige Mücke. Die Errinerung an mein zerstörtes Heim bereitete mir immer noch Schmerzen.
Ich glaubte immer noch vor meinen Augen zu sehen, wie der riesige Turm auseinander brach. Aus den Trümmern heraus Darkrai erschien. Wie er mich auslachte. Sein Lachen klang eisig und gefühlslos wie das Lachen des Todes. "Es begann", setzte ich wieder ein. "Nachdem Arceus gegen Dialga und Palkia kämpfte und verlor." Ich erhob meine Stimme. "Er verlor! Könnt ihr euch das denken?!
Das war vor 10 Jahren! So lange müssen wir dieses Grauen schon ertragen, doch so schlimm wie jetzt, war es noch nie." Ich blickte alle Wächter der Kristalle der Reihe nach an. "Es gibt nur noch einen Ausweg. Ich muss einen Timebreaker losschicken!" Alle kreischten gleichzeitig auf. Ho-Oh richtete sich zu voller Größe auf und donnerte los, so das das Echo seiner Stimme von den Wänden widerhallte:
"Einen TIMEBREAKER?! Bist du verrückt geworden?! Du weißt aber, dass das schlimm enden kann?! Das die gesamte Zeit durcheinander geraten kann?! Das ein Loch im Zeitgefüge entstehen kann und wir dann an unser Schicksal gebunden sind?! Bist du dir dessen bewusst?!" Ho-Oh war jetzt knapp eine halbe Schwanzlänge größer als ich. Sein Federnbesetzter Kopf stieß an die Decke und seine Augen glühten.
Doch ich blieb ganz cool. "Ja, dessen bin ich mir bewusst", konterte ich gelassen. "Aber, was kann schlimmer sein, als sich gegenseitig auszulöschen und zu wissen, dass die ganze Welt dem Tode, dem Untergang geweiht ist?" Bumm! Das sahs. Ho-Oh öffnete und schloss seinen Schnabel. Immer und immer wieder und binnen weniger Sekunden, war er wieder auf seine übliche Größe zurückgeschrumpft. "Du hast recht", gestand er.
"Es war dumm von mir. Verzeih." Er senkte den Kopf. "Schon vergessen", sagte ich. Jetzt mischte sich auch Mücke mit in das Gespräch ein. "Das ist die beste Idee die du je hattest", grinste er. Jetzt musste ich doch lachen. Mücke fasste festes Vertrauen in mich, seitdem ich es als kleines Knacklion aus den Fängen einiger Hundemon gerettet und es wie meinen eigenen Sohn aufgezogen hatte. "Doch wen wählst du als Timebreaker aus?", fragte Jirachi.
"Das ist eine gefährliche Aufgabe und nur eine einzige falsche Tat, ein einziges falsches Wort, könnte die Zeit und die Welt verändern." "Ich habe da schon jemanden", meinte ich stolz. "Sie ist die einzige die nicht dem Wahnsinn verfallen ist, da ihr Herz zu rein ist, dass Darkrais Schwärze es hätte besiegen können. Sie lebt mit ihrem Bruder abgelegen auf den Zinnoberinseln.
Ohne Familie, ohne Freunde, ohne Pokemon und ohne Zukunft. Ich wähle....", ich machte eine Kunstpause und schaute wieder alle der Reihe nach an. "Maike." Als ich diesen Namen aussprach zuckte draußen ein Blitz und erhellte die Gesichter meiner Freunde. Mew und Jirachi waren völlig aus dem Häuschen! Sie nahmen sich bei den Pfoten und tanzten in der Luft im Kreis.
"Maike, Maike, Maike ist unsere Rettung!", sangen sie. Doch Ho-Oh und Mücke schauten recht bedröppelt drein. "Sie ist ein Mädchen", klärte ich sie auf. "Die mit Ash unterwegs war." Jetzt schlich sich auch auf Ho-Ohs Gesicht ein breites Grinsen. "Dann ist bestimmt auf sie Verlass." "Das meinte ich doch", lachte ich, bevor ich mir Mücke beiseite nahm.
"Und du wirst sie begleiten." Mückes Augen weiteten sich auf Tellergröße. "Bist du sicher?", fragte er. "Traust du mir das zu?" "Natürlich!", ermutigte ich das Vibrava und nahm schob ihm einen Stein hin, der die Größe und Form eines Tellers hatte. "Ritze ein, was ich dir diktiere", forderte ich ihn auf. "“Komme zum Kraterberg! Dialga.“ Schreib das!" Mücke gehorchte und ritzte mit seiner Klaue die Worte in den Stein.
"Jetzt flieg zu ihr. Zu den Zinnoberinseln." Mücke nickte entschlossen, nahm den Stein in die Klauen und flog in den Sturm davon. "Viel Glück, mein Freund", murmelte ich, während mir immer noch Mews und Jirachis Lied in den Ohren klang.
Kapitel 2 : Gefährliche Reise
Maike:
Ich wälzte mich auf meiner Decke hin und her. Die Schreie der Pokemon hallten mir in den Ohren und ich spürte, wie sich mein Bruder zitternd an mich schmiegte. Wie war es nur dazu gekommen?, fragte ich mich. Wenn ich mich an die Zeit erinnere, in der ich mit Ash unterwegs war. Ich schob meine Hand unters T-Shirt und zog die Hälfte des Ribbon-Bandes heraus. Ich hielt es in meinen zitternden Fingern und drückte es an mein Herz.
"Ash....", murmelte ich und blickte in den Sternenhimmel, in dem dichte Rauchwolken hingen. Neben mir raschelte Max auf seiner Decke und murmelte: "Maike..." Ich strich ihm beruhigend übers Haar und flüsterte:"Ich bin hier. Es ist alles gut." Max hatte eine schwere Krankheit. Es war eine Art Allergie gegen Pokemon. Immer wenn er Pokemon berührte, bekam er rote Pusteln und er musste schrecklich niesen und husten.
Einige Stunden später kommt meist Brechreiz und hinterher Hunger dazu. Zum Glück war seine "Kotzphase" schon vorüber. Es war so ekelig gewesen! Doch jetzt schien ihn der Hunger zu plagen, denn als ich ihm meinen Kopf zuwandte, öffnete er die Augen und sagte: "Ich habe Hunger." Ich stand langsam auf und deckte Max mit der Decke zu. "Ich hole was", sagte ich und schnappte mir meinen ausgefressenen Mantel.
"Warte hier." Max streckte seine Arme nach mir aus und rief:"Nein! Lass mich nicht allein!" Seitdem er diese Allergie hatte, war er schwach, traurig und anhänglich geworden. Er wollte mich am liebsten nie loslassen. Ich kniete mich nieder und nahm seine Hände. "Ich bin gleich wieder da. Versprochen!", schwor ich ihm. Zögernd nickte der 10-jährige. Ich ging zur Tür. öffnete sie einen Spalt breit, damit nicht zu viel kalte Luft rein kam und drückte mich hinaus.
In diesem Moment konnte ich noch nicht wissen, das ich meinen Bruder eine lange Zeit nicht wieder sehen würde.
Draußen war es kalt. Trotz dessen, das jeder dritte Baum in Flammen stand. Ich schlüpfte zwischen brennenden Ästen und Büschen hindurch und an verletzten Pokemon vorbei, die dem Tode geweiht waren. Doch ich konnte ihnen jetzt nicht helfen. Ich musste für Max ein paar Beeren und Früchte, von noch nicht verkohlten Bäumen und Büschen auftreiben. Seitdem der Kampf zwischen den Pokemon ausgebrochen war und Max und ich von unseren Eltern getrennt waren, hatte ich einen mütterlichen Instinkt entwickelt.
Früher war mein Bruder für mich ein unerträglicher Besserwisser gewesen, jetzt war er ein kleiner Junge, der Hilfe brauchte. Ich fand an einem kleinem Busch eine Sinelbeere, pflückte sie und steckte sie in die Jackentasche. Meine Hände berührten dabei etwas. Ich zog es heraus. Es war ein Pokeball. Der Pokeball meines Partners, meines ersten Pokemons, Lohgock. Alle meine Pokemon hatte mich verlassen, um sich gegenseitig zu bekämpfen und sich umzubringen. Wer weiß, ob mein Lohgock überhaupt noch am Leben war.
Plötzlich hörte ich ein Geräusch und wirbelte herum. Hinter mir hatten sich 4 Magnayan aufgebaut, die Zähne gefletscht und Kampfbereit. Ich wich zurück. Seitdem ich keine Pokemon mehr hatte, war es draußen gefährlich geworden. Ich setzte noch einige Schritte zurück und die Pokemon fingen an zu knurren und mich einzukreisen. Ich sah keinen Ausweg. Die Pokemon schienen keine gute Erfahrung mit Menschen gemacht zu haben. Oder waren jetzt alle Pokemon so? Die Angst kroch mir den Rücken hoch und unter meinem Tuch fing ich an zu schwitzen.
Als die Magnayens sich auf mich stürzten, stieß ich einen lang gezogenen Schrei aus und schlug die Hände über den Kopf. Mein armer Bruder! Er würde mich nie wieder sehen. Er würde vielleicht nur noch abgenagt Knochen finden. Bei diesem Gedanken musste ich würgen. Ich war verloren!
Doch nichts geschah! Ich hörte nur ein knurren, ein Flügelrauschen und dann ein Jaulen. Ich blickte auf. Dort, über meinem Kopf, schwirrte ein Vibrava und begann das Magnayan zu umkreisen, welchem er einen Stein auf den Kopf geworfen hatte. Plötzlich kam ein Sandsturm auf und die Magnayens wurden davongeschleudert. Da wandte sich das Vibrava zu mir um und ich hörte eine Stimme in meinem Kopf schreien:"Lauf!" "Wer ist da?", fragte ich und sah mich um.
"Ich bin’s, Vibrava", hörte ich wieder die Stimme. "Denke deine Antworten, dann kann ich sie hören, aber jetzt komm mit!" "Wieso?!", genervt wandte ich mich um und erstarrte. Hinter mir stand ein riesiges Ursaring und seine scharfer Blick schnitt wie Messer auf meiner Haut. Ich erschauderte und erst als Vibrava mich am Ärmel davonzerrte, erwachte ich aus meiner Trance. Ich nahm die Beine in die Hand und hörte, wie das Ursaring uns mit schweren, aber schnellen Schritten folgte.
"Wo bringst du mich hin?", dachte ich. Ich konnte mir nicht vorstellen, das Vibrava meine Gedanken hören konnte. "Zu Dialga. Und jetzt frag nicht so viel, lauf lieber weiter!" Es war wirklich wahr! Es konnte meine Gedanken hören! "Natürlich kann ich deine Gedanken hören!", schnaubte Vibrava und lotste mich zwischen Bäumen und Büschen hindurch. "Aber warum?", versuchte ich es noch einmal. "Später!", antwortete Vibrava. "Hier sind wir." Wir waren an einem Boot angekommen.
Es war klein und sah nicht sehr stabil aus. Doch ich musste mich entscheiden. Entweder würde ich mich weigern ins Boot zu steigen, aber dafür von einem Ursaring zerrissen werden, oder ich würde ins Boot steigen und vielleicht doch noch gerettet werden. Dann lieber das Boot! Mit einem großen Satz sprang ich hinein und Vibrava stieß es an. Es schlug verzweifelt mit den Flügel, um das Boot in Bewegung zu setzten und so langsam schipperte es davon. Hinter mir hörte ich das Ursaring schreien und toben.
Ich hatte es nicht bereut, dass ich ins Boot gestiegen war. Jetzt waren wir auf dem offenem Meer und die Strömung wurde stärker, so stark, dass Vibrava nicht mehr anzuschieben brauchte. Seufzend ließ es sich auf meinen Knien nieder. Es zitterte am ganzen Leib. Jetzt wo ich mich etwas beruhigt hatte, musste ich an Max denken. Wie er jetzt in unserer Hütte alleine sahs und darauf wartete, dass ich wieder kam. Doch ich musste diesen Gedanken erstmal versuchen abzuschütteln.
Ich musste erstmal herausfinden, was Vibrava mit mir vorhatte. Wo es mich hinbrachte. Ich zog meinen Kopf ein, als ein Pelipper mit ein paar Winguls im Schlepptau über mich hinweg zog. "Wo genau willst du jetzt mit mir hin?", fragte ich Vibrava. Es antwortete wie immer in meinem Kopf. "Das habe ich dir doch schon gesagt. Ich bringe dich zu Dialga in den Kraterberg. Er braucht deine Hilfe." Ich seufzte. "Was kann ich schon tun? Ich kann mich ja noch nicht mal vernünftig um meinen Bruder kümmern!"
"Den Rest sollte dir lieber Dialga persönlich erklären. Ich hoffe die Strömung wird nicht noch stÄÄRK....!" Vibrava konnte seinen Satz nicht beenden. Gerade hatte sich eine riesige Flutwelle aufgebäumt und das Boot überschwemmt. Vibrava und ich fielen ins Wasser und ich tauchte kurz unter. Das Wasser war salzig und brannte in meinen Augen. Nach Luft schnappend tauchte ich wieder auf und sah mich um. Dicke schwarze Wolken, bedeckten den Himmel und Regen prasselte auf das Wasser. Das Boot ging einige Meter weiter unter.
Doch wo war Vibrava? "Vibrava!", brüllte ich laut, doch der Donner verschluckte meine Worte. Das Wasser war eiskalt und ich fing an zu zittern. Eine weitere Welle drückte mich wieder unter Wasser. Nochmals tauchte ich auf, doch von Vibrava immer noch keine Spur. Die Eiseskälte schien meine Eingeweide zu durchdringen und mich zu lähmen. Ich konnte mich nicht mehr bewegen und mich nicht mehr über Wasser halten. Langsam verschluckte mich das Wasser. Meine Lunge brannte, ich bekam keine Luft mehr, drohte zu ertrinken.
Gerade als ich einen schwarzen Schatten schnell auf mich zuschwimmen sah, tanzten Sternchen vor meinen Augen und ich verlor das Bewusstsein.
Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich ein Gesicht über mir. Es war Vibrava. Froh, ihn wieder zu sehen, schloss ich ihn in die Arne und sagte: "Ich bin so froh, das dir nichts passiert ist." Vibrava löste sich, räusperte sich und sagte dann: "Du bist mir was schuldig. Ich habe dir jetzt schon zweimal das Leben gerettet." "Warum zweimal?", fragte ich. "Seit wann kannst du schwimmen?" "Ich hab Hilfe geholt, du Schnarchnase!", rief Vibrava und wies auf jemanden hinter mir.
Ich stand auf und sah mich um. Da stand wahrhaftig ein Dragonir vor mir und blickte mich aus treuen Augen an. "Du hast mich gerettet?", fragte ich. Das erinnerte mich so daran, wie einmal diese Frau an dem See zusammen mit einem Dragonir den Mann mit dem Krebutak gerettet hatte. Komischerweise waren mir die Namen entfallen... Dragonir nickte eifrig und mit einem freundschaftlichen Schwanzschlag auf den Rücken, verabschiedete es sich von mir und verschwand wieder im Wasser.
Erst jetzt merkte ich, dass es immer noch regnete. ich zitterte und Vibrava setzte sich auf meine Schulter. "Es gibt nur noch wenige freundliche Pokemon", bemerkte es. "Hier lang. Ach, übrigens, du kannst mich Mücke nennen. So nennen mich alle." "Schön dich kennen zu lernen, Mücke", antwortete ich und drückte einen Ast beiseite, während ich durch das Gestrübb stolperte. "Mich scheinst du ja zu kennen. Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?", fragte ich und sprang über ein kleines Bächlein.
Am Rand rutschte ich aber auf dem Matsch aus und fiel ins Wasser. Ach egal, ich war ja eh schon nass. Ich rappelte mich wieder auf und kletterte den Abhang wieder rauf. "Klar, sind wir hier richtig", meinte Mücke. "Nachdem du auf dem Weg fast abgesoffen bist, hat Dragonir dich gleich nach Sinnoh getragen. Wir müssen jetzt nur noch zum...Ah, da ist er ja schon!" Ich blickte auf und sah einen riesigen Berg. "Du willst verlangst doch nicht ernsthaft, das ich da hoch kletterte." "Aber selbstverständlich!", lachte Mücke.
"Wie willst du denn sonst da hoch kommen?" "Na, ja ich weiß nicht. Hab da so an eine Mitfluggelegenheit gedacht", meinte ich grinsend und musterte Mückes Flügel. Er folgte meinem Blick und rief sofort:" Nichts da! Ich bin doch keine Taxi! Klettere gefälligst selber." "Spielverderber", schmollte ich, machte mich aber trotzdem auf den Weg. Die Steine waren sehr glitschig und ich rutschte mehrfach ab, zum Glück hielt mich Vibrava Immermahl wieder fest. "Mach dich doch mal ein bisschen leichter", stöhnte Mücke, als es mich mal wieder vor dem Absturz bewahrt hatte.
Ich war entrüstet. "Soll das etwas heißen, dass ich fett bin?", fragte ich beleidigt. "Nein, nein", sagte Mücke sofort. "Es ist nur so, normalerweise biete ich keine Kletterkurse an und muss auch niemandem helfen, Berge hoch zuklettern." Ich gab keine Antwort. Leider hatte meine Kletterpartie gerade einen toten Punkt erreicht. Ich stand auf einem kleinen Vorsprung, kam aber leider nicht vorwärts und nicht rückwärts. "Und was jetzt?", fragte ich Mücke. "Ich besorg uns doch ein Taxi", murmelte er und flog den Berg nach oben. "Bleib gefälligst hier!", brüllte ich aber er war schon verschwunden.
"Na toll", murrte ich und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Plötzlich hörte es auf zu regnen und die Sonne kam raus. Ich blinzelte ins Sonnenlicht. Das ging aber echt schnell. Plötzlich hörte ich Flügelrauschen und Mücke erschien wieder neben mir. Ich stöhnte. "Ich finde es ja echt nett von dir, dass du schönes Wetter bestellt hast, aber das bringt mich auch nicht weiter." "Soll es auch nicht", grinste Mücke und löste langsam meine Finger von der Wand. "Auf Wiedersehen, Timebreaker", murmelte es und schubste mich von dem Vorsprung hinunter. Ich fiel tief und schnell.
Und wieder war ich in Lebensgefahr. Hatte ich nichts Besseres zu tun? Ich stieß einen Schrei aus, als der Boden immer näher rückte. Warum war ich so blöd gewesen? Ich dachte Mücke wäre mein Freund. Ja, traue niemals einem Pokemon. Dann schloss ich die Augen.
Fortsetzung folgt!