|
|
Diese Pokémonstory handelt von Gary und seiner Reise. Ich mag den Chara Gary und finde es schade, dass er im Fernsehen so selten auftaucht, darum habe ich ihm eine eigene Story geschrieben. Wenn ihr Lust habt mir eure Meinung zu dieser Geschichte zu sagen schreibt mir unter kiyo@gmx.at Falls ihr "Ein Zufall kommt selten allein" bei den Kurzgeschichten gelesen habt und dazu etwas sagen wollt, könnt ihr das auch unter dieser Adresse tun. Falls ihr Tipps zur Verbesserung habt, wäre ich euch dankbar!
Im Voraus, Danke fürs Lesen!
Viel Spaß wünscht Kiyo!
1. Ein neuer Anfang
"Guten Morgen Gary! Du bist früh dran. Es sind noch alle Pokémon da. Komm mit, ich zeige sie dir!", begrüßte Prof. Eich seinen Enkel. Sie betraten das Labor und gingen zu einem Tisch, auf dem drei Pokébälle lagen.
Gary hatte schon vorher lange überlegt und war sich seiner Wahl sicher. Er meinte: "Ich weiß schon, welches Pokémon ich nehme. Ich möchte Glumanda, bitte!"
"Na gut, wenn du es wirklich willst…" Prof. Eich nahm einen Pokéball und überreichte ihn Gary.
"Bitteschön! Als Startbonus bekommst du auch noch fünf leere Pokébälle von mir. Verwende sie klug! Viel Glück!"
"Danke Opa! Ich melde mich auch mal, wenn ich meinen ersten Orden habe!"
"Ach ja, jetzt hätte ich es fast vergessen. Du bekommst auch noch einen PokéCom mit eingebautem Pokédex von mir. Hier!"
Gary nahm ihn entgegen und verabschiedete sich ein letztes Mal. Dann rannte er aus dem Haus und ließ als erstes sein neues Pokémon frei.
"Glu, Glumanda!", begrüßte es ihn.
"Hallo Kleiner! Ich bin jetzt dein neuer Trainer! Ich hoffe, dass wir uns gut verstehen werden!"
2. Die Reise beginnt
Die Sonne ging gerade auf und Gary marschierte gut gelaunt durch den Vertania Wald. Er war jetzt schon zwei Tage unterwegs und noch hatte sich nichts Spannendes ereignet. Plötzlich hörte er ein Rascheln in den Bäumen. Ein Evoli Pärchen erschien. Er reagierte schnell und rief: "Glumanda, du bist dran!" Glumanda kam aus seinem Pokéball und stellte sich sofort kampfbereit vor seinen Trainer.
"Glumanda, Glut und dann Ruckzuckhieb!"
Glumanda reagierte sofort und traf das erste Evoli. Es sank sofort besiegt zu Boden.
"Pokéball los!" Der Pokéball traf das verletzte Evoli und blieb sofort reglos liegen. Das zweite Evoli aber lief nicht davon, sondern setzte sich vor den Pokéball und sah Gary bittend an. Gary verstand und beugte sich zu dem Kleinen hinab.
"Du willst nicht von deinem Freund getrennt werden, stimmt’s? Na gut, ich werde auch dich einfangen." Er nahm einen weiteren Pokéball und berührte das Evoli. Es wurde sofort in den Ball gesaugt und auch dieser blieb reglos liegen. Gary atmete auf. Dann spürte er, wie ihn eine Welle von Glück überkam. Er hatte innerhalb von wenigen Minuten zwei Pokémon gefangen! Er fasste Glumanda bei den Tatzen und tanzte übermütig umher. Glumanda freute sich mit ihm. Nach einer Weile nahm Gary die beiden Pokébälle und lief los. Glumanda rannte fröhlich neben ihm her. Sie waren Freunde geworden.
Eine halbe Stunde später erreichte Gary Vertania City. Er suchte sofort das Pokémoncenter auf und bat Schwester Joy seine Pokémon zu heilen. Dann setzte er sich auf eine Bank und wartete. Nach einer Weile kam ein Mädchen, ungefähr in seinem Alter herein. Sie hatte lange, rote Haare, die sie zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte. Ihre grünen Augen funkelten vergnügt. Sie gab zwei Pokébälle an der Theke ab, dann kam sie auf Gary zu.
"Hi, ich bin Marina. Wie heißt du?"
"Ähm...." Er konnte nichts sagen, denn seine Gefühle spielten gerade verrückt. Er hatte noch nie ein so hübsches Mädchen gesehen. Und sie sprach sogar mit ihm!
"Hey, hat es dir die Sprache verschlagen, oder warum sagst du nichts? Bist du stumm?"
"Nein, bin ich nicht!", verteidigte sich Gary. "Ich heiße Gary. Wohnst du hier?"
"Nein, tue ich nicht! Ich bin erst seit kurzem Pokémon Trainerin und bin sozusagen auf der Durchreise. Ich habe leider erst ein Pokémon gefangen. Ein Fukano. Mein Startpokémon ist ein Marill. Welche Pokémon hast du, oder sitzt du nur zum Spaß hier herum?", fragte sie ihn spöttisch.
"Ne, ich habe schon zwei Pokémon gefangen. Zwei Evoli. Als Startpokémon habe ich Glumanda bekommen!", sagte Gary stolz. Er hatte das Gefühl, beweisen zu müssen, dass er ein besserer Trainer war als Marina.
"Wow. Evoli. Und dann auch noch zwei! Ich hätte auch gerne ein Evoli! Wo hast du sie gefangen?"
"Ähm, im Vertania Wald." Gary war verwirrt. Er hatte erwartet, dass sie eifersüchtig sein und davonlaufen würde, doch Marina blieb sitzen und sprach weiter mit ihm. Dieses Mädchen war echt ein Rätsel! Dann fasste er einen Entschluss. Womöglich konnte er mit dieser Tat bezwecken, dass Marina bei ihm blieb. Das würde ihm nämlich sehr gefallen.
"Hey, hör mal her", begann er. "Was hältst du davon, wenn ich dir ein Evoli gegen dein Fukano tausche? Es gibt nur ein Problem. Die beiden wollen nicht getrennt werden", erklärte er.
"Wahnsinn! Das würdest du echt tun? Das ist ja super! Und das mit der Trennung ist gar kein Problem. Ich komme einfach mit dir. Natürlich nur, wenn es dir passt!", schloss sie, mit einem Mal verlegen. Garys Herz schlug eine Spur schneller. Er hatte es geschafft!
"Nein, nein ich habe nichts dagegen. Ich freue mich darüber!"
"Na dann ist ja alles klar!"
"Hey, ihr zwei! Eure Pokémon sind wieder fit. Hier!", meldete sich Schwester Joy zu Wort. Sie überreichte ihnen ihre Pokébälle und ging davon.
"Also, dann… Hier ist Fukano."
"Gut. Und hier hast du dein Evoli."
"Prima, danke! Lass uns gehen!"
3. Der erste Kampf
Gary und Marina hatten beschlossen gegen Rocko den Arenaleiter von Vertania City zu kämpfen. Vorher mussten sie aber noch trainieren. Darum standen sie auf einer Wiese neben der Stadt und hatten alle ihre Pokémon freigelassen. Gary machte sich mit seinem neuen Fukano bekannt und stellte es seinen anderen Pokémon vor, die sich ja schon kannten. Die drei verstanden sich auf Anhieb.
Auch Marina hatte ihre Pokémon hervorgeholt. Evoli und Marill beschnupperten sich kurz, dann setzten sie sich einträchtig nebeneinander.
"Okay, lass uns beginnen!", rief Gary. "Ich schicke als erstes Evoli in den Kampf!"
"Gut, ich nehme Marill!" Doch Marill kam nicht dazu sich in Kampfposition zu stellen. Marinas Evoli stellte sich vor Garys und machte sich kampfbereit.
"Was zum…" Marina und Gary sahen sich verblüfft an. Offensichtlich, wollten die beiden Evolis ihren Trainern zeigen, wer der Stärkere war.
"Na gut, Evoli. Dann zeig was du kannst!", rief Marina. "Marill, du bist im nächsten Kampf dran, nicht beleidigt sein, okay?"
"Evoli, beginn mit einem Tackle!", rief Gary.
"Evoli, Sandwirbel!", befahl Marina.
Garys Evoli konnte geschickt ausweichen, traf aber dadurch nicht das gewollte Ziel.
"Evoli, Risikotackle!", schrie Marina.
"Ausweichen und dann Ruckzuckhieb!", war Garys Befehl.
Evolis Ruckzuckhieb traf und Marinas Evoli wurde stark geschwächt.
"So und jetzt noch einen leichten Tackle und wir haben gewonnen!", rief Gary. Sein Evoli gehorchte und kurz darauf war das andere Evoli besiegt. Marina rief es in seinen Pokéball zurück und meinte: "Gut, den ersten Kampf hast du gewonnen, aber wie sieht es aus, wenn du gegen Marill kämpfst?"
"Das schaffen wir schon, nicht wahr Evoli?", fragte Gary.
"Evo, Evoli!", war die zustimmende Antwort.
"Na dann, los! Marill, Aquaknarre!"
"Evoli, ausweichen und Sandwirbel!" Doch Evoli war schon zu erschöpft vom letzten Kampf. Es konnte der Aquaknarre nicht ganz ausweichen, und wurde davon gestreift. Es taumelte, versuchte jedoch noch einen Sandwirbel zu starten. Dann brach es besiegt zusammen.
"Evoli! Komm zurück, du hast super gekämpft!", rief Gary. "Na gut…Dann wähle ich Fukano!"
"Wau, wau. Fu, Fukano!"
"Fukano, Biss!"
"Marill, weich aus und noch mal Aquaknarre!"
Doch Fukano war zu schnell. Es packte Marill beim Schwanz und wirbelte es durch die Luft. Marill flog durch die Luft und knallte gegen einen Baum. Es war sofort besiegt.
"Jaaa! Wir haben gewonnen!", rief Gary glücklich. Marina war eine gute Verliererin und beglückwünschte ihn.
"Toller Kampf. Aber das nächste Mal gewinne ich, dass das klar ist!"
"Ja, sicher! Lass uns zurückgehen und unsere Pokémon heilen."
4. Ein guter Fight
Marina und Gary standen vor der Arena und trauten sich nicht, sie zu betreten. Da öffnete sich die Tür und ein junger Mann trat heraus. Er schien überrascht, sie zu sehen und meinte: "Wer seid denn ihr? Wollt ihr etwa gegen mich kämpfen?"
"Natürlich!", riefen sie einstimmig.
"Na gut, dann kommt mal mit!"
Die Arena bestand komplett aus Stein und man sah viele Steinpokémon trainieren.
"Wie wäre es mit einem Doppelkampf? Ich habe nämlich nicht viel Zeit."
"Ein Doppelkampf?", fragte Gary.
"Ihr seid neu im Pokémongeschäft, nicht wahr? Ein Doppelkampf bedeutet, dass ihr zu zweit gegen mich kämpft. Jeder setzt ein Pokémon ein und ich setze zwei von meinen. Wird eines eurer Pokémon besiegt, habt ihr verloren. Alles klar? Dann lasst uns beginnen!"
"Okay, ich setze Marill ein", rief Marina.
"Gut, und ich nehme…hmmm, ich habe kein Pokémon, das im Element überlegen ist. Naja, ich nehme Glumanda!", überlegte Gary.
"Ein Feuer- und ein Wasserpokémon. Das könnte interessant werden. Ich wähle Onix und… Stahlos!"
"Wahnsinn! Wie riesig!", staunte Gary. Er befragte seinen Pokédex und dieser meldete: "Stahlos, das Stahlpokémon. Es wird meist tief unter der Erdoberfläche geboren, sodass seine Knochen steinhart werden. - Onix, das Steinpokémon. Es birgt gewaltige Kräfte, die man nicht unterschätzen sollte!"
"Na dann… Onix Wickel auf Marill und Stahlos Steinwurf auf Glumanda!", befahl Rocko.
"Marill Heuler!"
"Glumanda ausweichen und Glut!"
Onix wurde von Marills Heuler gelähmt, sodass er sich nicht mehr bewegen konnte und Glumandas Glut erwies sich als sehr effektiv. Stahlos wankte und war kurz davor, zu Boden zu gehen.
"Okay, Taktikänderung! Stahlos, du nimmst dir Marill vor und du Onix, kommst jetzt gefälligst wieder zu dir und kümmerst dich um Glumanda."
"Nein! Glumanda Glut, so stark du kannst!"
"Marill deine stärkste Aquaknarre auf Onix!"
Beide Attacken trafen mit voller Wucht und beide Pokémon sanken besiegt zu Boden. Marina und Gary fielen sich jubelnd in die Arme, bis ihnen einfiel, wen sie da gerade umarmten. Errötend lösten sie sich voneinander.
Plötzlich bemerkte Marina, dass Glumanda zu leuchten begonnen hatte.
"Sieh mal, Gary! Glumanda entwickelt sich!"
"Gluuu…Glutexo!"
"Wahnsinn, jetzt habe ich ein Glutexo!", staunte Gary.
"Glückwunsch! Hier habt ihr eure Orden. Das war ein toller Kampf! Darf ich euch bitten, jetzt die Arena zu verlassen? Ich will nicht unhöflich sein, aber ich habe es wirklich eilig."
Zu dritt verließen sie die Arena. Rocko schloss die Tür ab und verabschiedete sich. Dann eilte er davon.
"So, und was machen wir jetzt?"
"Ich würde vorschlagen, wir gehen ins Pokémoncenter, übernachten dort und gehen morgen zum Mondberg", meinte Gary.
"Okay. Lass uns gehen."
5. Wunder im Mondlicht
"Mir tun schon die Füße weh, wann sind wir endlich da?", jammerte Marina.
"Komm, noch ein kleines Stück, dann haben wir es geschafft!", ermunterte Gary sie.
Es war kurz vor Mittag und sie waren schon den ganzen Tag unterwegs. Sie waren früh aufgestanden, hatten sich ein paar Bälle und Marina einen PokéCom, da sie keinen hatte, im Shop gekauft, und waren dann Richtung Mondberg losgezogen.
Plötzlich raschelte es im Gebüsch und zwei Taubsis flogen empor. Gary und Marina reagierten sofort und ließen Marill und Evoli frei, die die Taubsis attackierten. Ein kurzer Kampf und die Taubsis waren besiegt und Marina und Gary schleuderten ihre Pokébälle.
"Jaa! Mein zweites, selbst gefangenes Pokémon!", freute sich Marina und fiel Gary um den Hals. Dieser war wie gelähmt, doch nach einer Weile legte auch er die Arme um sie und freute sich mit ihr. Er dachte: "Was bin ich nur für ein Glückspilz! Das Leben ist wirklich schön!"
Nach einer kurzen Rast wanderten sie weiter und erreichten bald den Mondberg. Dort stand ein Zelt, aus dem gerade ein Mann heraustrat. Er bemerkte die beiden und kam auf sie zu.
"Hallo, mein Name ist Prof. Martin und ich erforsche die Pokémon im Mondberg. Seid ihr auf dem Weg nach Azuria City? Dann müsst ihr durch den Mondberg gehen. Wenn ihr wollt, führe ich euch ein Stück."
"Das wäre sehr nett. Sagen sie mal, was für Pokémon gibt es denn im Mondberg?", fragte Marina.
"Oh, es gibt sehr viele verschiedene Pokémon da drinnen, aber am häufigsten sind Zubat, Sandan, Kleinstein, Onix und manchmal findet man auch ein Tragosso. Und dann gibt es natürlich auch noch Piepis."
"Piepis?! Von denen hab ich schon mal gehört. Die sollen extrem scheu sein. Gibt es viele von ihnen?", fragte Gary.
"Sie sind sehr selten. Man weiß nicht sehr viel über sie. Ich bin hauptsächlich wegen ihnen hier."
Die drei gingen Richtung Höhleneingang und unterhielten sich angeregt. Der Professor geriet immer mehr und mehr ins Schwärmen für die Piepis. Marina und Gary warfen sich hinter seinem Rücken belustigte Blicke zu.
In der Höhle war es stockfinster.
"Oje, ich habe meine Taschenlampe draußen vergessen. Jetzt muss ich noch mal zurück und sie holen", bemerkte Prof. Martin.
"Nein, warte sie! Ich habe zwei Feuerpokémon, die können uns Licht verschaffen", rief Gary dem Professor nach.
"Glutexo, Fukano ihr seid dran!"
"Glu, Glutexo!"
"Fukanoo!"
Sofort wurde es heller in der Höhle. Sie konnten die Wände erkennen und sahen einen langen Gang, der sich in mehrere weitere Gänge verzweigte.
"Ihr müsst euch später immer rechts halten, dann kommt ihr unverzüglich in Azuria City heraus", sagte Prof. Martin.
Auf einmal huschte ein Schatten an ihnen vorbei.
"Das war ein Pokémon! Fukano Glut!", rief Gary.
Der Schatten wurde getroffen und sank besiegt zu Boden. Gary eilte darauf zu und sah, dass es ein Bisasam war. Er überlegte nicht lange und warf einen Pokéball. Er wackelte ein wenig, dann lag er still da.
"Yes!!! Jetzt habe ich schon zwei, der regulären Startpokémon!", freute er sich.
"Aber wie kommt ein Bisasam hier herein?", meldete sich Marina zu Wort. Fragend blickte sie zu Prof. Martin. Doch dieser meinte nur, dass sich hier öfter Pokémon verirrten, die eigentlich nicht in Höhlen lebten.
Marina sah Gary ein bisschen neidisch an, sagte jedoch nichts. Doch Gary bemerkte ihren Blick und sagte verzeihend: "Das nächste Mal, bist du wieder dran, dann schnappst du dir das Pokémon!"
An der nächsten Kreuzung sagte Prof. Martin: "So, ich muss euch jetzt verlassen. Es ist nicht mehr weit bis zum Ausgang. Viel Glück auf eurer Reise!"
Dann drehte er sich um und wanderte los. Sofort verschluckte ihn die Dunkelheit. Jetzt waren Gary und Marina wieder allein.
"Irgendwie unheimlich hier, findest du nicht auch? Ich habe Angst", meinte Gary. Es überraschte ihn selbst, wie offen er über seine Gefühle sprach. Normalerweise war er nicht der Typ, der gern über seine Gefühle plauderte. Doch wenn man eine Person gerne hat, erzählt man ihr schon so manches…
"Ich hab auch Angst. Lass uns schleunigst hier abhauen!", flüsterte Marina. Sie drängte sich dicht an Gary und gemeinsam machten sie sich auf den Weg. Irgendwann spürte Gary Marinas Hand in seiner und drückte sie dankbar.
Licht! Das war der erste Gedanke von Gary, als sie den Ausgang erreichten. Doch irgendwie war es nicht hell genug. Sie verließen die Höhle und merkten, dass es Abend geworden war.
Schweigend wanderten sie weiter, sich immer noch an den Händen haltend. Niemand wollte den anderen loslassen. Plötzlich sahen sie ein Pokémon über den Weg laufen.
"Das ist ein Piepi! Komm wir folgen ihm. Aber sei leise!", flüsterte Marina und zog Gary hinter ihr her ins Gebüsch. Sie sahen ein weiteres Piepi, und dann noch eines. Es wurden immer mehr und alle liefen in eine bestimmte Richtung. Dann kamen sie auf eine Lichtung, auf der sich alle Piepis versammelten. In der Mitte lag ein großer Stein. Die Piepis bildeten einen großen Kreis um den Stein und begannen langsam zu tanzen und zu singen.
Gary und Marina waren wie verzaubert, von den wunderschönen Tönen. Sie bemerkte den Vollmond, der langsam über die Baumwipfel aufstieg. Kaum fielen die ersten Strahlen auf den Stein in der Mitte, da begann er zu leuchten. Er warf helle Strahlen auf die Piepis. Manche von ihnen begannen ebenfalls zu leuchten.
"Sie entwickeln sich weiter! Das muss ein Mondstein sein!", flüsterte Gary.
Kaum waren alle leuchtenden Piepis zu Pixis geworden, liefen alle in verschiedene Richtungen davon. Mit einemmal war der Spuk vorbei.
Marina und Gary waren in einer sonderbaren, ruhigen und friedlichen Stimmung. Sie drehten sich um und wanderten weiter, bis sie zu einer Klippe kamen. Im Tal sah man Azuria City liegen. Darüber stand der Vollmond.
Sie setzten sich hin und Marina legte ihren Kopf auf Garys Schulter. So betrachteten sie diesen friedlichen Anblick, bis Marina die Augen zufielen. Gary nahm sie sanft in die Arme, legte sie unter einen Baum und kuschelte sich zu ihr. So endete ein wirklich wunderbarer Tag.
6. Das Geständnis
Kaum hatten die beiden am nächsten Morgen die Stadt betreten, rannte ihnen ein Mädchen in ihrem Alter über den Weg. Sie war ziemlich außer Atem, als sei sie gerade sehr weit gerannt. Sie stoppte und keuchte: "Habt ihr zufällig ein Felino gesehen? Es läuft mir die ganze Zeit davon, ich hab es einfach nicht unter Kontrolle…"
"Tut mir leid, aber wir haben keines gesehen. Sollen wir dir beim Suchen helfen?", fragte Gary, der das Mädchen sofort sympathisch fand.
"Das wäre sehr nett, kommt mit!"
Zu dritt liefen sie durch die Stadt, bis sie Felino endlich fanden. Es spielte auf einer kleinen Wiese, mit einem Myrapla.
"Da bist du ja Felino! Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du nicht davonlaufen sollst! Das ist sehr schlimm von dir!"
Das Felino zog den Kopf ein und schien betreten. Dann lies es sich gehorsam in seinen Pokéball zurückrufen.
"Was haltet ihr von einem Eis? Ich lade euch ein, weil ihr mir geholfen habt!", fragte das Mädchen. "Ach ja, ich heiße Lara."
"Ich heiße Gary und das ist-"
"-Ich heiße Marina", fiel sie ihm ins Wort.
Sie kamen zu einer Eisdiele und setzten sich in den Gastgarten. Sie bestellten ihr Eis und Lara fragte Gary: "Sag mal, bist du eigentlich auch Pokémontrainer? Wie viele hast du schon gefangen? Also ich habe Felino, ein Sterndu und ein Quapsel. Aber ich hätte viel lieber auch …"
Gary und Lara unterhielten sich angeregt, während sie ihr Eis löffelten. Marina war die ganze Zeit sonderbar still. Als sie mit ihrem Eisbecher fertig war stand sie ruckartig auf und meinte schnippisch: "Vielen Dank für die Einladung! Tschüss Gary. Wie’ s aussieht, bist du bei dieser Suuuper-Pokémontrainerin ja viel besser aufgehoben!" Zu Lara meinte sie noch: "Viel Spaß mit unserem kleinen Angsthasen hier. Ich hoffe DU fürchtest dich nicht im Dunklen!" Dann drehte sie sich um und stolzierte davon.
"Autsch, das saß!", dachte sich Gary. "Was hat sie denn bloß? Was habe ich ihr getan? Sie wird doch wohl nicht eifersüchtig…"
Gary sprang auf, stammelte ein kurzes Dankeschön und rannte Marina wie vom Webarak gestochen hinterher. Als er sie am Ende der Straße sah, begann er zu rufen.
"Marina! Marina, jetzt warte doch verdammt noch mal!"
Marina blieb stehen, drehte sich jedoch nicht herum.
"Marina, bitte! Es tut mir ja so Leid. Ich habe das wirklich nicht gewollt. Ich habe doch nur…"
Gary wusste nicht mehr, was er sagen sollte. Behutsam fasste er Marina bei der Schulter und drehte sie um. Er bemerkte, dass sie weinte. Nun war er völlig verwirrt. Er fragte sich verzweifelt, was man mit einem Mädchen anstellt, das offensichtlich wegen ihm weinte. Da verließ er sich völlig auf sein Gefühl und wischte ihr sanft die Tränen aus dem Gesicht. Er umarmte sie und drückte sie fest. Dann flüsterte er ihr ins Ohr: "Marina, du weißt doch, dass ich nichts lieber tue, als mit dir zusammen zu sein? Ich könnte mir eine Pokémonreise ohne dich einfach nicht vorstellen. Ich…ich glaube ich liebe dich!"
Da schaute Marina ihn endlich an und schluchzte: "Aber warum flirtest du dann mit dieser abscheulichen Lara und ignorierst mich die ganze Zeit? Ich bin doch auch in dich verliebt. Schon seit ich dich das erste Mal sah. Aber du Dummkopf hast ja nichts gemerkt!"
Da beugte er sich vor und küsste sie ganz sanft auf den Mund. Zuerst zögernd, dann immer fordernder, bis Marina seinen Kuss – endlich – erwiderte.
7. Abra – Teleport!
"Guten Morgen, hast du gut geschlafen?", begrüßte Gary Marina am nächsten Morgen. Sie waren gestern noch weitergewandert, keiner wollte länger als unbedingt nötig in Azuria City bleiben, und erreichten noch am selben Tag Saffronia City. Dort waren sie ins Pokémoncenter gegangen und hatten es sich für den Rest des Tages gemütlich gemacht.
Heute wollten sie die Stadt erkunden und vielleicht einen Arenakampf tätigen.
Marina reckte sich und stand langsam auf. Schwester Joy kam in den kleinen Aufenthaltsraum für Trainer, in dem einige Campingliegen standen und sagte: "Eure Pokémon sind wieder gesund. Ich habe das Gefühl, dass sie euch wirklich mögen. Meinen Glückwunsch!" Sie gab ihnen ihre Pokébälle, die sie gestern Abend noch abgegeben hatten, und verließ das Zimmer.
"Also ich finde, wir haben super Pokémon! Sie sind echt stark und absolut zuverlässig. Aber manchmal ein neues Pokémon im Team wäre schon gut, was meinst du?", fragte Marina.
"Da hast du Recht. Was hältst du davon, wenn wir ein wenig auf Pokémonjagd gehen? Ich bin sicher, hier in den Gassen findet man gute Pokémon!"
"Dann lass uns gehen!"
Sie brachen auf und machten als erstes in einem kleinen Café halt, um ausgiebig zu frühstücken. Dann erkundeten sie die Stadt. Vor allem in den Seitenstraßen hielten sie Ausschau nach wilden Pokémon. Vor einer schmalen Gasse, die von einer Mülltonne versperrt wurde, hielten sie an. Gary hatte einen Schatten dahinter gesehen. Plötzlich leuchteten ein Paar Augen dahinter auf. Ein Krächzen ertönte und ein graues Schemen flog auf sie zu. Marina reagierte geistesgegenwärtig und sprang zur Seite. Sie riss Gary mit sich. Doch er hatte weniger Glück als sie. Das Schemen streifte seine Schulter und krachte, von seiner Flugbahn abgelenkt, gegen die nächste Mauer.
"Das ist ja ein Pokémon!", rief Marina überrascht aus. Dann bemerkte sie, dass sich Gary mit schmerzverzerrtem Gesicht die Schulter hielt. Sie stürzte besorgt auf ihn zu, aber Gary wehrte ab: "Es ist nichts! Nur ein kleiner Kratzer, das – Aaaaah!!!"
Das Pokémon hatte sich wieder erholt und war anscheinend wütend. Es hatte sich mit dem Schnabel vorneweg, es war ein Flugpokémon, auf Gary gestürzt und ihn genau im Rücken getroffen. Gary sackte in sich zusammen und dann wurde alles schwarz um ihn. Das letzte was er hörte, war eine, ihm unbekannte, Stimme die rief: "Abra! Teleport ins Pokémoncenter!"
Das Erste was Gary sah, als er die Augen aufschlug, war Marinas erleichtertes Gesicht.
"Endlich! Du bist wach!"
"Wie lange war ich denn bewusstlos? Was ist eigentlich geschehen? Mir brummt der Schädel und mein Rücken tut so weh!"
"Du hast fast einen ganzen Tag geschlafen, nachdem dir Schwester Joy ein schmerzstillendes Mittel gab. Du bist am Rücken und an der Schulter von einem Kramurx verletzt worden. Du sahst echt schlimm aus, warst ganz blass im Gesicht und dann bist du umgekippt. Ich hatte solche Angst um dich! Zum Glück kam Lukas gerade vorbei. Er trainiert Psychopokémon und sein Abra hat dich zum Pokémoncenter teleportiert. Schwester Joy meint, dieses Kramurx war kein wildes Pokémon. Es hatte sicher einen Trainer. Wenn ich den finde…" Marina war aufgestanden und schritt nun aufgeregt im Zimmer umher. Gary bemerkte einen Jungen, der still auf einem Sessel saß und das Geschehen beobachtete. Als er bemerkte, dass Gary ihn ansah lächelte er ihn schüchtern an.
"Du bist also mein Retter, nehme ich an? Ich schätze, ich bin dir etwas schuldig. Danke!", bemerkte Gary.
"Ach nein, nein natürlich nicht. Du bist mir nichts schuldig. Das ist doch Ehrensache, dass man hilft, wenn man gebraucht wird." Es schien ihm peinlich, dass ihm jemand dankte.
Gary war noch sehr müde, und so schlief er bald wieder ein. In der Nacht hatte er einen sehr seltsamen Traum:
Gary blickte über eine endlose Ebene. Er drehte sich um und sah eine dunkle Wolke rasend schnell auf ihn zukommen. Er bemerkte bald, dass es lauter einzelne Pokémon waren, nämlich Kramurx. Er wusste, dass ihm ein schreckliches Leid geschehen würde, wenn sie ihn erreichten. Er fuhr herum und begann zu rennen. Er rannte und rannte, doch er hatte das furchtbare Gefühl nicht vom Fleck zu kommen. Die Kramurx kamen immer näher. Er schrie auf: "Nein tut mir nichts! Lasst mich in Ruhe! NEIIIIIIIIIN!"
"Gary, wach auf! Gary! Es ist nur ein Traum! Nur ein Traum! Es passiert dir nichts! Du brauchst keine Angst haben! Ich bin bei dir!", weckte ihn eine Stimme. Marina. Gary spürte ihre warmen Finger auf seinem Gesicht, das nass von Tränen war. Er zitterte am ganzen Körper und weinte leise.
"Du brauchst keine Angst zu haben. Es war nur ein Traum", beruhigte ihn Marina. Als Gary sich wieder etwas beruhigt hatte, erhob sie sich und wollte das Zimmer verlassen.
"Ich bin im Zimmer gegenüber. Wenn etwas ist ruf mich!"
"Nein bleib da. Warum…warum legst du dich nicht zu mir? Ich…ich meine nur wenn du willst!", beeilte Gary sich zu sagen. Marina schien nicht zu wissen was sie sagen sollte, doch dann kam sie zurück an sein Bett und blickte ihn fragen an. Dann schlüpfte sie unter die Bettdecke und schmiegte sich an Gary. Er spürte ihren warmen Körper an seinem und fühlte plötzlich ein aufgeregtes Kribbeln im Bauch. Doch Marina schien ihm klarmachen zu wollen, dass sie nicht mehr wolle und drehte ihm den Rücken zu. Gary verstand und machte es sich bequem. Nach einer Weile hörte er, wie sich Marina wieder umdrehte. Er fasste nach ihren Händen und drückte sie.
"Danke!", flüsterte er. Dann schlief er wieder ein. Alpträume hatte er in dieser Nacht keine mehr.
8. Psycho-Power
Am nächsten Morgen fühlte sich Gary ausgeruht und frisch. Sein Rücken tat nicht mehr weh und auch in der Schulter fühlte er keinen Schmerz. Marina schlief noch und Gary fühlte sich rundum wohl. Vergessen waren der Schrecken der letzten Tage. Marina regte sich und erwachte gähnend.
"Guten Morgen, Schatz. Wie geht es dir?", fragte sie Gary.
"Ich fühle mich super. Am liebsten würde ich gleich in die Stadt gehen und dieses verfluchte Kramurx suchen. Aber das wird wohl nicht gehen!", seufzte Gary.
"Genau! Weil ich es nicht zulassen werde!", meldete sich Schwester Joy zu Wort, die gerade ins Zimmer gekommen war. Als sie bemerkte, dass Gary und Marina in einem Bett lagen, lächelte sie und meinte: "Ich gehe jetzt mal nach vorne. Wenn du dich kräftig genug fühlst kannst du aufstehen und frühstücken kommen."
Gary und Marina standen auf und zogen sich an. Plötzlich war es Gary ziemlich peinlich an gestern Nacht zu denken. Er trat auf Marina zu und flüsterte ihr ins Ohr: "Hör mal. Tut mir Leid, was gestern Nacht passiert ist. Ich habe mich benommen wie ein Baby. Ich…"
Er wusste nicht mehr, was er sagen sollte. Er kam sich vor, wie ein Idiot.
"Ach was, du musst dich nicht schämen. Es ist doch nicht schlimm, sich zu fürchten. Ich finde es sehr mutig, sich seine Ängste einzugestehen. Gerade das mag ich so an dir: Dass du dich nicht schämst deine Angst zuzugeben." Sie beugte sich vor und küsste ihn sanft. Gary erwiderte ihren Kuss erleichtert. Er hatte befürchtet, dass Marina ihn nun für ein Weichei hielt.
Nach dem Frühstück konnte Gary Schwester Joy überzeugen, dass er fit genug war, in die Stadt zu gehen. Vor dem Pokémoncenter liefen sie Lukas über den Weg. Gary eilte auf ihn zu und wollte sich noch einmal bedanken. Doch wieder blockte Lukas ab, es sei seine Pflicht gewesen. Gary lud ihn ein, mit ihnen die Stadt zu erkunden, mit dem Vorwand sie bräuchten einen Führer, da er befürchtete, Lukas könnte ablehnen, wenn er ihn einfach fragte, ob er mitkommen wolle. Lukas stimmte zu und so verbrachten sie einen netten Tag in der Stadt. Lukas zeigte ihnen Sehenswürdigkeiten und wurde mit jeder Stunde, die verstrich gesprächiger. Er erzählte, er sei der kleine Bruder von Sabrina, der Arenaleiterin der Stadt und habe somit keine Chance, der Arenaleiter zu werden. Doch er wollte schon immer Pokémon trainieren, hatte aber leider noch keine Gelegenheit, die Welt zu bereisen.
Als Marina Lukas’ traurigen Blick dabei bemerkt, schlug sie spontan vor, er solle mit ihnen kommen. Sofort flackerte Hoffnung in seinem Blick auf. Gary, der nichts dagegen hatte, stimmte Marina zu. So war es beschlossene Sache. Lukas kam mit ihnen.
Doch zuerst wollten sie sich den Orden holen.
Als Marina, Gary und Lukas die Arena betraten, kam ihnen ein Kadabra entgegen. Lukas erklärte: "Es gibt eine Prüfung, die man erst bestehen muss, dass man zu meiner Schwester kommt. Kadabra wird uns zwischen verschiedenen Zimmern auswählen lassen. In dieses teleportiert er uns dann. Haben wir das richtige Zimmer gewählt kommen wir zu Sabrina. Erwischen wir jedoch das falsche, werden die Zimmernummern vertauscht und wir müssen es erneut versuchen. Dies geschieht so lange bis man Sabrina gefunden hat, oder man aufgibt."
"Das hört sich ja total schwierig an. Gib es einen Trick dabei?", fragte Gary.
"Ja, man muss immer das rechte, oder das linke Zimmer nehmen, so kommt man über kurz oder lang ans Ziel!", erläuterte Lukas.
"Na dann los! Versuchen wir unser Glück!"
Sie entschieden sich für das rechte Zimmer. Kadabra konzentrierte sich und – schwupp – standen sie in einem anderen Raum. Er war komplett leer. Es gab keine Fenster oder Türen und die Wände waren komplett kahl.
"Unheimlich. Schnell weiter! Wieder rechts!", rief Marina.
So ging es einige Zeit lang, bis sie endlich in einen anders gestalteten Raum kamen. In der Mitte stand ein Sofa, über dem ein Baldachin hing. Auf dem Sofa saß eine junge Frau von nahezu übersinnlicher Schönheit. Gary und Marina waren beide sprachlos. Nur Lukas schien nichts von Sabrinas’ Ausstrahlung zu spüren. Sie war ja schließlich seine Schwester.
"Guten Tag, mein Name ist Sabrina. Seid ihr gekommen, um mich herauszufordern? Gut, ich nehme die Herausforderung an. Ach Hallo Lukas!", sagte sie in gelangweiltem Ton, als sie ihn bemerkte. "Es wird ein eins gegen eins Kampf. Wer fängt an?"
Marina und Gary sahen sich sprachlos an. Sie waren verblüfft von dieser Person. Dann meinte Gary: "Du darfst anfangen. Viel Glück!"
Marina trat vor und machte sich bereit.
"Also gut. Ich nehme…Kadabra!", meldete Sabrina. Sie erhob sich und trat auf Marina zu. Ein Pokémon materialisierte vor ihr. Es war das Kadabra, das sie hergebracht hatte.
"Kadabra, das Psychopokémon. Es entwickelt sich aus Abra und besitzt größere psychische Fähigkeiten als Abra", meldete Garys Pokédex, den er befragt hatte.
"Okay! Dann wähle ich Marill!", rief Marina.
Der Kampf begann. Sabrina befahl ihrem Pokémon eine Psychokinese, doch Marill konnte diese mit einem Superschall abwehren.
"Marill, noch einen Superschall!"
Dieser traf Kadabra, das sich noch nicht ganz vom letzten Angriff erholt hatte. Psychokinese schien eine sehr anstrengende Attacke zu sein. Kadabra war jetzt verwirrt und schlug um sich. Manchmal traf es auch sich selbst.
"Kadabra, komm zu dir!", befahl Sabrina, doch es nutzte nichts. Kadabra war zu verwirrt um die Befehle zu hören.
"Marill, Kopfnuss und wenn es dann noch nicht besiegt ist, ein Tackle."
"Marill!!", rief es und griff an.
Der Tackle war gar nicht mehr nötig, das Kadabra war nach der Kopfnuss sofort besiegt.
Sabrina rief es zurück und überreichte Marina einen Sumpforden.
Nun war Gary an der Reihe. Sabrina wählte ihr Abra und so beschloss Gary ebenfalls sein Startpokémon einzusetzen. Glutexo kam aus seinem Ball und war sofort kampfbereit.
Gary befahl einen Flammenwurf, doch Abra teleportierte einfach davon. Gary sah ein, dass er eine andere Taktik einsetzen musste.
"Glutexo, Heuler und dann noch mal Flammenwurf."
"Gluuu-Texo!"
Abra wurde vom Heuler gelähmt und der Flammenwurf war ein Volltreffer. Abra taumelte und versuchte einen Psystrahl, der Flammenwurf hatte die Lähmung aufgehoben, doch es war schon zu schwach. Es kippte um und war besiegt. Gary sprang jubelnd in die Luft, doch da durchfuhr in ein stechender Schmerz. Sein Rücken war anscheinend doch noch nicht ganz verheilt.
"Verfluchtes Kramurx!", knurrte er, als Sabrina ihm den Sumpforden überreichte.
Sabrina hörte es und meinte: "Es gibt hier in der Stadt keine wilden Kramurx mehr. Team Rocket hat sie alle eingefangen. Leider treiben sich in letzter Zeit immer mehr von ihnen hier herum. Man müsste etwas gegen sie unternehmen. Doch wer stellt sich gegen so eine Übermacht?" Dann befahl sie einem anderen Kadabra, sie zum Ausgang zu teleportieren.
9. Team Rocket
"Team Rocket also. Wer sind sie?", fragte Gary, während Marina ihn besorgt musterte. Sie hielt nichts von der Idee, das Kramurx zu suchen, um es dessen Trainer heimzuzahlen. Doch Gary ließ sich nicht davon abbringen. Lukas erklärte, dass Team Rocket eine Organisation sei, die Pokémon stahl und misshandelte. Ihr Boss sei Giovanni und hier in Saffronia City wollten sie das Silph Co. übernehmen, eine Firma, die Pokébälle herstellte. Leider gäbe es keine ausreichenden Beweise, dass Team Rocket eine schlechte Organisation sei.
Doch heute konnten die drei nichts mehr ausrichten. Es begann bereits zu dämmern.
An nächsten Morgen wanderten sie erneut durch Saffronia City. Es dauerte nicht lange und sie erreichten das Gebäude der Silph Co. Am Empfang fragten sie, ob sie den Präsidenten sprechen könnten. Die Empfangsdame blickte sie verwundert an, sagte dann jedoch: "Ich kann einen Termin vereinbaren. Passt es euch um 10:30 Uhr?" Alle waren einverstanden und so verließen sie das Gebäude, um die Zeit bis zu ihrem Treffen totzuschlagen. Sie setzten sich in ein Café in der Nähe und bestellte sich Eis und Kakao. Sie unterhielten sich prächtig und vergaßen dabei auf die Uhr zu schauen. Kurz vor halb elf sprang Lukas mit erschrockener Miene auf und rief: "So spät schon!!! Kommt, wir verpassen noch unseren Termin!"
Die drei sprangen auf und rannten zur Silph Co. Die Empfangsdame erkannte sie wieder und meinte freundlich: "Ihr müsst in den 10. Stock. Am besten ihr nehmt den Lift, dann seid ihr schneller."
Sie befolgten ihren Rat und schon bald darauf waren sie im Lift. Gary drückte den Knopf mit der Nummer 10 und er setzte sich in Bewegung. Stille trat ein. Schließlich fragte Marina: "Was wollen wir dem Präsidenten eigentlich erzählen?"
"Ich werde ihm von dem Angriff erzählen. Dann haben sie endlich einen Beweis, wenn es sein muss, dann sage ich auch vor Gericht aus. Meine Narbe wird Beweis genug sein!", sagte Gary fest entschlossen. Marina schwieg. Sie hatte beschlossen, nichts mehr zu diesem Thema zu sagen. Sie würde auf Gary aufpassen, das musste genügen.
Auf einmal stoppte der Lift. Sie hatten den 10. Stock erreicht und klopften an die einzige Tür in dieser Etage. Ein "Herein!" ertönte und die drei Freunde traten ein. Das Zimmer war sehr schlicht eingerichtet. Ein wuchtiger Schreibtisch, ein dazupassender Sessel und ein Bücherregal befanden sich darin. In dem Sessel saß ein unglaublich dicker Mann, der aber trotzdem eine gewisse Würde ausstrahlte. Gary trat nervös vor und stellte sich vor: "Guten Tag, mein Name ist Gary Eich und ich würde ihnen gerne helfen, gegen das Team Rocket vorzugehen."
"So, so. Und warum glaubst du, dass du das kannst? Bisher konnte ihnen niemand etwas nachweisen!"
"Ich weiß. Aber ich wurde vor einigen Tagen in der Stadt von einem Kramurx angegriffen. Da ich weiß, dass das Team Rocket Kramurx einsetzt und es hier keine wilden mehr gibt, muss es ein Mitglied von Team Rocket gewesen sein. Wenn sie wollen, dann zeige ich ihnen auch die Narbe, die es hinterlassen hat!"
Der Präsident schien interessiert und hörte sich Garys Bericht aufmerksam an. Als er fertig war meinte der Präsident: "Na gut, ich werde sehen, was sich machen lässt. Wie kann ich mit dir in Verbindung treten?"
Gary gab ihm seine PokéCom Nummer und verabschiedete sich.
Kurz darauf standen sie wieder vor dem Gebäude. Marina fragte: "Bist du nun zufrieden? Können wir weiter gehen? Mir gefällt diese Stadt von Tag zu Tag weniger, mir reicht es jetzt." Das stimmte zwar nicht, aber sie wollte wirklich weiter, damit Gary endlich den Vorfall vergaß. Außerdem hatten sie ja bereits den Orden dieser Stadt. Gary hatte nichts dagegen einzuwenden und so verließen sie endlich Saffronia City.
Ein paar Tage später, sie hatten nach einer ruhigen Wanderung bereits Prismania City erreicht, klingelte Garys PokéCom. Es war die Sekretärin des Präsidenten, die ihm mitteilte, dass einige Mitglieder von Team Rocket gefangen wurden und zugegeben hatten, ihr Kramurx auf Gary gehetzt zu haben. Der Präsident versprach Gary ein Geschenk, als Wiedergutmachung für die Unannehmlichkeiten, die er in der Stadt hatte, zu schicken.
10. Ein starker Kampf
In der Stadt suchten die drei als erstes das Pokémoncenter. Dort fragten sie auch, wo denn die Pokémonarena sei. Schwester Joy erklärte ihnen den Weg und bald darauf standen sie davor. Neben der Tür stand ein alter Mann, der meinte: "Die Arenaleiterin, Erika, ist nicht da. Sie ist in den Wald gegangen um sich neue Pokémon zu fangen und ihre alten zu trainieren.
Gary, Marina und Lukas beschlossen auch ihre Pokémon zu trainieren. Sie wanderten eine Weile, dann erreichten sie den Waldrand. Gary ließ sein Pokémon frei und auch Marina und Lukas riefen ihre hervor. Gary schlug vor, dass jeder ein Pokémon auswählen solle, das dann gegen je ein Pokémon von einem der Anderen kämpfen solle. Marina wählte ihr Evoli, Lukas sein Abra, er hatte keine anderen Pokémon, und Gary wählte Taubsi. Sie begannen alle gleichzeitig. Gary befahl einen Sandwirbel auf Abra, Lukas befahl eine Konfusion auf Evoli und Marina kommandierte einen Ruckzuckhieb auf Taubsi. Irgendwie konnten alle Pokémon ausweichen und begannen sofort mit einem neuen Angriff. Taubsi hatte Glück und traf Abra mit seinem Schnabel, doch es wurde kurz darauf von Evoli getackelt und dadurch schwer geschwächt. Es landete auf einem Baum um zu verschnaufen. Auch Abra war geschwächt worden, doch es setzte Genesung ein.
"Wow, ist dein Abra stark! Ich wusste gar nicht, dass sie diese Attacke schon erlernen können!", staunte Marina.
"Naja, ich hab ziemlich viel trainiert!", meinte Lukas verlegen. Gary sah sich mit seinem Taubsi im Nachteil und befahl ihm, hoch zu fliegen und von dort einen Wirbelwind zu starten. Taubsi sammelte alle seine verbliebenen Kräfte und ein großer Wirbelwind entstand. Abra konnte sich in Sicherheit teleportieren, doch Evoli war eine Spur zu langsam und wurde gegen einen Baum geschleudert. Es war sofort besiegt. Gary jubelte und auch Taubsi freute sich. Es flog einige Loopings in der Luft und begann auf einmal zu leuchten.
"Es entwickelt sich! Sie doch!", rief Lukas. Er hatte Recht. Taubsi wuchs und dann war es plötzlich ein Tauboga.
"Na prima! Los, Flügelschlag auf Abra!" ,ging Gary sofort zum Angriff über.
Abra konnte sich im letzten Moment außer Reichweite flüchten, aber es war ein sehr knappes Ausweichmanöver.
"Macht nichts! Probier es noch mal! Los!", rief Gary.
"Abra, Teleport und dann Psystrahl!"
Abra teleportierte davon und erschien hinter dem verwirrten Tauboga. Der Psystrahl traf es hart und es sank geschwächt zu Boden. Doch es war noch nicht besiegt. Es setzte Sandwirbel ein und Abra konnte nichts mehr sehen.
"Das ist unsere Chance! Tauboga, Ruckzuckhieb!"
Doch Tauboga hatte nicht mehr genug Kraft dafür. Es machte noch einige Schritte auf Abra zu, dann fiel es zu Boden.
"Komm zurück! Du hast gut gekämpft, Tauboga. Ich bin stolz auf dich!"
Abra war der Gewinner des Kampfes. Anscheinend war er ausschlaggebend, denn auch Abra begann zu leuchten.
"Ka-Kadabraaa!"
"Jaaaa! Endlich! Du hast die entwickelt!", freute sich Lukas und umarmte Kadabra, das plötzlich ziemlich verlegen aussah.
"Okay! Jetzt geht’s in die zweite Runde. Und diesmal gewinne ich!", rief Marina. "Ich wähle…Marill!"
"Gut. Ich nehme Bisasam", meinte Gary.
"Ich setze aus. Kadabra hat heute schon viel geleistet. Es reicht."
Bisasam und Marill begannen zu kämpfen. Es sah ziemlich unentschieden aus, da Marill viel mehr Erfahrung hatte, jedoch im Element im Nachteil war.
Niemand merkte, wie Lukas im Wald verschwand.
Der Kampf ging sehr knapp aus. Das geschwächte Bisasam setzte Rasierblatt ein und Marill, das ebenfalls schon sehr müde war, konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen.
"Yes! Heute ist ein guter Tag!", freute sich Gary.
"Na warte! Jetzt kommt Taubsi dran. Sehen wir mal, was es so kann."
"Und ich nehme Schiggy!", rief eine Stimme in ihrem Rücken. Es war Lukas. Er kam gerade aus dem Wald und hielt einen Pokéball in der Hand. "Ich habe es gerade im Wald gefunden. Es war ganz leicht zu fangen und jetzt will ich sehen, was es kann."
"Wenn das so ist. Dann setze ich aus und lasse meine beiden Feuerpokémon gegeneinander kämpfen!", meldete sich Gary zu Wort.
"Gut. Lass uns anfangen!"
Gary entfernte sich ein paar Schritte von den beiden und befahl Fukano und Glutexo gegeneinander zu kämpfen. Die beiden Pokémon sahen sich zögernd an und setzten sich dann entschlossen auf den Boden. Sie sahen Gary vorwurfsvoll an.
"Ach kommt schon! Es ist doch nur ein Kampf. Auch wenn ihr Freunde seid…"
"Was hältst du davon, wenn du stattdessen gegen mich kämpfst? Wenn du mich besiegst, erhältst du den Farborden!"
Ein hübsches Mädchen kam aus dem Wald. Das musste Erika sein. Gary wollte sich diesen Orden natürlich nicht durch die Lappen gehen lassen, doch er wusste, dass Erika Pflanzenpokémon trainierte. Wenn sie ihm also anbot, gegen seine Feuerpokémon zu kämpfen, mussten ihre Pokémon ziemlich stark sein. Doch er war kein Feigling, darum stimmte er zu.
"Okay! Zwei gegen zwei, einverstanden? Ich wähle Bisaflor und Blubella!"
Gary war verblüfft. Er hatte nicht erwartet, beide Pokémon gleichzeitig einsetzen zu müssen. Doch Glutexo und Fukano stellten sich sofort in Kampfstellung, darum war er auch bereit.
Erika ging sofort zum Angriff über. Blubella Schlafpuder, Bisaflor Sonnentag!" Bisaflors Sonnentag blendete ziemlich stark, doch Gary befahl: "Glutexo und Fukano, Flammenwurf gegen Schlafpuder!" Eine Feuerzunge schoss den beiden Pflanzenpokémon entgegen. Blubella stellte sich schützend vor Bisaflor und war sofort K.O. Erika fluchte: Mist, ich hab vergessen, dass Sonnentag ja Feuerattacken verstärkt! Naja, ist jetzt auch egal. Bisaflor Solarstrahl!" Ein gewaltiger Solarstrahl schoss aus Bisaflors geöffneter Blüte auf seinem Rücken.
"Glutexo, Fukano weiht aus!!"
Fukano sprang schnell zur Seite, rempelte dadurch aber versehentlich Glutexo an, der zu Boden stürzte. Fukano stoppte sofort und rannte zu Glutexo zurück. Er schnappte seinen Arm und zog ihn mit sich. Leider war der Strahl schneller. Er traf die beiden mit voller Wucht und sie fielen zu Boden. Doch Gary wollte sich nicht geschlagen geben und rief: "Glutexo, Fukano! Wenn ihr noch könnt, dann gebt euer Bestes mit einem gemeinsamen Flammenwurf!" Fukano kam zitternd auf die Beine und Glutexo stützte sich auf seinen Rücken. Sie sammelten ihre gesamte verbliebene Kraft und…ein riesiger Flammenwurf entstand. Er traf Bisaflor voll und es ging besiegt zu Boden.
Gary stürzte auf seine Pokémon zu und konnte sie gerade noch auffangen, bevor sie umkippten.
"Ihr seid die Besten! Ich bin so stolz auf euch!", flüsterte er.
"Wirklich ein guter Kampf! Ich habe schon lange nicht mehr so hart gekämpft. Danke. Deine Pokémon sind wirklich sehr stark und man sieht, dass sie für dich alles tun würden. Doch vielleicht könnte gerade das eine Gefahr für euch werden. Du strahlst eine solche Macht aus, wenn du kämpfst, dass man sich beinahe fürchtet. Zwinge deine Pokémon niemals zu etwas, das du nicht auch für sie tun würdest. Lass dich nicht von deiner inneren Kraft überwallen, denn sonst wird ein großes Unglück passieren!", warnte ihn Erika. Dann überreichte sie Gary den Farborden, der sie nachdenklich anblickte.
"Wahnsinn, Gary! Das war ein toller Kampf!", rief Lukas und rannte mit Marina auf ihn zu. Anscheinend hatten sie den ganzen Kampf beobachtet und er hatte es nicht einmal bemerkt. Hatte Erika vielleicht Recht? fragte sich Gary. Doch da hatten sie ihn auch schon erreicht und Marina umarmte ihn stürmisch.
Erika, die sich gerade entfernen wollte wurde von Lukas aufgehalten.
"Warte! Ich möchte dich auch herausfordern."
"Ja, genau! Ich auch!", meldete sich Marina zu Wort.
"Ähm, ich habe aber nur mehr zwei Pokémon zur Verfügung und normalerweise kämpfe ich immer mit zwei Pokémon pro Trainer", meinte Erika.
"Das ist kein Problem. Dann machen wir halt einen Doppelkampf!", rief Lukas.
"Na ja, wenn ihr unbedingt wollt. Ich darf keine Herausforderung ablehnen. Ich nehme Duflor und Tangela."
"Prima! Kadabra, los!"
"Taubsi! Du bist dran!"
Dieser Kampf war sehr schnell zu Ende. Taubsi setzte ein paar Mal Flügelschlag ein und Kadabra hypnotisierte sie vorher, dann waren Tangela und Duflor besiegt. Gary hatte den Eindruck, dass Erika sie absichtlich gewinnen ließ, damit sie schnell von hier verschwinden konnte, doch er sagte nichts. Nachdem Erika ihnen die Orden überreicht hatte und sie gegangen war, schlenderten sie zurück in die Stadt. Gary war in einer ziemlich nachdenklichen Stimmung und schließlich fragte er zögernd: "Findet ich, dass ich ein sehr harter Trainer bin?"
"Wie meinst du das? Ich finde du bist gut. Deine Pokémon vertrauen dir, und sie mögen dich", sagte Marina.
"Tja, vielleicht mögen sie mich zu sehr…", sagte Gary. Dann konnten Lukas und Marina kein Wort mehr über dieses Thema aus ihm herausbekommen.
Im Pokémoncenter kam Schwester Joy zu ihnen.
"Du bist doch Gary Eich, oder? Du hast ein Päckchen bekommen. Vom Präsidenten der Silph Co."
"Ja der bin ich. Was ist es?", fragte Gary, doch Schwester Joy konnte ihm keine Antwort geben. Sie überreichte ihm das Paket und verschwand wieder zu ihren Patienten.
Garys nachdenkliche Stimmung war wie fortgewischt. Neugierig riss er das Papier auf und heraus kam…ein Pokéball. Ein Brief segelte zu Boden. Marina hob ihn auf und las vor:
Sehr geehrter Gary Eich!
Dank Ihrer Hilfe konnten wir einige Mitglieder von Team Rocket festnehmen und aus der Stadt vertreiben. Seitdem hat man nichts mehr von ihnen gehört. Als Dank schenke ich Ihnen diesen Pokéball. Es ist ein ganz spezieller Ball, er heißt "Meisterball" und man kann mit ihm 100%ig jedes Pokémon fangen.
Viel Glück auf Ihrer Reise!
Der Präsident
P.S.: Schöne Grüße an Ihren Großvater. Prof. Eich ist ein großartiger Mann!
"Oh Mann, das ist ja ein starkes Stück! Schenkt der dir echt einen Meisterball! Weißt du was du für ein Glück hast?", fragte Lukas ein wenig neidisch.
"Na ja, es ist doch auch nur ein Ball. Aber cool ist das natürlich schon!", meinte Gary verlegen. "Ich bin müde von der Reise und dem Kampf heute. Was haltet ihr davon, wenn wir unsere Pokémon heilen lassen und dann schlafen gehen?", fragte Gary. Tatsächlich hatte es schon zu dämmern begonnen.
"Gute Idee. Ich bin auch müde!", stimmte Marina zu und warf Gary einen liebevollen Blick zu. Sofort durchfuhr es ihn heiß und er senkte rasch den Kopf, damit Lukas nicht bemerkte, wie er sich fühlte.
Nachdem Lukas in einem der Gästezimmer verschwunden war, gingen auch Marina und Gary auf ihr Zimmer.
"Das war echt ein ereignisreicher Tag heute. Zuerst die Entwicklungen von deinem Taubsi, dann dein Kampf mit Erika und jetzt auch noch ein Meisterball", flüsterte Marina Gary ins Ohr, als sie im Bett lagen.
"Und was ist mit eurem Sieg über Erika? Ich hab heute einfach Glück gehabt, nichts weiter. Ich bin auch kein Superheld!", wisperte Gary.
Darauf flüsterte Marina: "Für mich brauchst du kein Held zu sein. Ich lieb dich so wie du bist! Und du bist einfach super!"
Sie kuschelte sich an ihn und nach einer Weile hörte man ihren ruhigen Atem. Sie war eingeschlafen. Gary lag noch eine Weile wach und grübelte über Erikas Worte, doch dann schlief auch er erschöpft ein. Warm spürte er Marinas Körper neben sich und er war froh darüber.
11. Neue Pokémon
Am nächsten Tag, es war ein Freitag, gingen sie ins Prismania-City-Kaufhaus. Es war das größte Einkaufscenter in Kanto und Marina wollte unbedingt dorthin. Gary und Lukas wollten ihr den Gefallen tun und so zogen sie früh am Morgen los.
Das Gebäude hatte viele Stockwerke und sie konnten sich nicht einigen, welches sie als erstes erkunden wollten. Darum sagte Lukas: "Wisst ihr was? Es ist jetzt zehn Uhr. Ich schlage vor, wir treffen uns zu Mittag auf der Dachterrasse, da soll es ein tolles Restaurant geben. Dann sehen wir weiter!?"
Gary und Marina waren einverstanden und so trennten sie sich. Gary ging in das Stockwerk, wo sie Steine verkauften. Er überlegte nämlich schon eine Weile, ob er sein Evoli weiterentwickeln sollte. Lukas marschierte in ein Geschäft, in dem sie TMs verkauften und Marina ging in einen Pokémonschönheitssalon.
Als Gary das Stockwerk erreichte, stach ihm sofort ein knallbuntes Schild in die Augen, auf dem stand:
HIER BEKOMMEN SIE JEDEN STEIN, DEN SIE SICH WÜNSCHEN. JETZT GANZ NEU: SONNENSTEINE!!!
Das wollte er sich unbedingt ansehen. Er betrat den Laden und ein Verkäufer eilte auf ihn zu. Er war ziemlich klein und trug einen lächerlichen Hut zu einer gestreiften Weste und einer Bundhose.
"Guten Tag, was kann ich für Sie tun?", fragte er mit piepsiger Stimme.
"Ich hätte mir gerne ein paar Steine angeschaut. Ich habe nämlich ein Evoli und ich würde gerne sehen, welcher für es passt."
"Aber sicher! Kommen Sie mit!"
Der Mann betrat einen Nebenraum, der voll gestopft mit Regalen war. Er nahm drei Schachteln und legte sie auf einen Tisch.
"Als Erstes, einen Donnerstein. Dadurch entwickelt sich Ihr Evoli zu einem Blitza, einem Elektropokémon. Dann hätten wir noch einen Wasserstein, dann wird es zu Aquana, einem Wasserpokémon. Und zu guter Letzt, einen Feuerstein. Dann bekommen Sie eine Flamara, ein Feuerpokémon."
"Hm, das ist wirklich schwer. Am besten ich lasse Evoli selbst entscheiden. Evoli los!"
Evoli erschien in dem engen Raum. Gary nahm den Wasserstein und hielt ihn Evoli vor die Schnauze. Evoli schnüffelte kurz daran und fuhr dann wie vom Webarak gebissen zurück.
"Es scheint sich auf jeden Fall nicht in ein Aquana entwickeln zu wollen", meinte der Verkäufer.
"Zum Glück!", dachte Gary. Ein Aquana war nämlich eine Entwicklung, die ihm persönlich nicht so gut gefiel.
"Gut. Dann probieren wir einen Donnerstein."
Doch Evoli machte sich nicht einmal die Mühe, den Stein zu beschnuppern. Es drehte Gary beleidigt den Rücken zu und schmollte. Auch den Feuerstein ignorierte es.
"Sieht so aus, als wolle sich Ihr Evoli gar nicht entwickeln!", meinte der Verkäufer bedauernd.
Gary bemerkte, dass der Verkäufer darüber sehr traurig schien, darum sagte er: "Wissen sie was? Ich kaufe von jedem Stein einen. Dann habe ich immer einen parat, sollte ich einmal einen brauchen."
"Da schlage ich ihnen ein Steine-Set vor. Darin befinden sich ein Wasser-, ein Feuer-, ein Donner-, ein Mond- und ein Sonnenstein. Und das alles für nur 7.000 Pokédollar."
"Na gut. Ich nehm es."
Er kramte das Geld hervor und nahm eine Schatulle entgegen, in der fünf verschiedene Steine lagen. Er verabschiedete sich und verließ das Geschäft. Während er den Gang entlang schlenderte, fiel ihm auf einmal ein, dass sich Fukano ja durch einen Feuerstein weiterentwickelte. Er rief es hervor und nahm den roten Feuerstein aus der Schachtel. Fukano schnupperte an dem Stein und zögerte kurz. Dann blickte es Gary vertrauensvoll in die Augen und stupste den Stein mit der Nase an.
Fukano begann zu leuchten und entwickelte sich in Arkani. Gary war begeistert. Er befragte seinen Pokédex, der meldete: "Arkani, das Feuerpokémon. Es ist schnell, mutig und sehr ausdauernd!"
Arkani ging zu Gary und schmiegte seinen Kopf an seine Schulter.
"Wahnsinn, bist du groß! Aber ich finde es super!"
Gary umarmte es und rief es dann in seinen Pokéball zurück. Er befürchtete, dass er sonst zuviel Aufsehen erregen würde. Doch dann fiel ihm auf, dass es viele Trainer gab, die mit ihren Pokémon durch die Gänge schlenderten. Allerdings war keines so groß wie Arkani.
Lukas hatte unterdessen ein Geschäft betreten, in dem TMs verkauft wurden. Er kaufte die TM Blubbstrahl für Schiggy und die TM Psychokinese für Kadabra. Die beiden Pokémon freuten sich riesig, als er sie ihnen beibrachte.
Marina hatte ihre Pokémon in einen Beauty-Salon gebracht und sie schönmachen lassen. Taubsi schien nicht so begeistert darüber, doch Evoli und Marill ließen die Prozedur gern über sich ergehen.
Als Marina mit Marill, Evoli und Taubsi, das auf ihrer Schulter saß, durch die Gänge spazierte, hörte sie eine Lautsprecherstimme:
KOMMEN SIE ZU UNSERER POKÉMONLOTTERIE UND GEWINNEN SIE ERSTKLASSIGE POKÉMON. DIE VERLOSUNG FINDET UM 13.00 UHR IM 3. STOCK STATT. SEIEN SIE DABEI!!!
"Das wär doch was. Da kauf ich mir ein Los, vielleicht gewinne ich ja etwas", dachte sie sich und fuhr rasch in den 3. Stock.
Dort traf sie auf Gary. Auch er hatte den Ausruf gehört und wollte sich ein Los kaufen.
"Was hältst du davon, wenn wir Lukas auch ein Los kaufen? Er freut sich bestimmt", fragte Marina.
"Gute Idee! Das machen wir!"
Sie kauften sich jeder je zwei Lose und jeder eines für Lukas. Plötzlich rief Marina: "Sieh mal! Es ist schon dreiviertel zwölf. Fahren wir auf die Dachterrasse. Sie gingen zum Lift und trafen kurz darauf Lukas. Sie setzten sich in ein Restaurant und berichteten sich gegenseitig, was sie gemacht hatten. Zum Schluss schenkten sie Lukas die Lose. Er freute sich und war total gerührt. Er wollte sie bezahlen, doch Marina und Gary winkten ab: "Nein, das ist ein Geschenk! Und Geschenke bezahlt man nicht!" Damit war die Sache erledigt und es war auch schon Zeit in den 3. Stock zu fahren.
Dort hatten sich schon sehr viele Trainer versammelt. Auf einer Bühne stand ein Mann im Anzug und neben ihm ein Bisasam. Er sprach durch ein Mikrofon zu den Leuten: "Willkommen! Bisasam wird nun fünf Lose aus dieser Trommel ziehen und die glücklichen Gewinne erhalten dann je ein Pokémon. Alles klar? Dann lasst uns anfangen!"
Er hielt Bisasam eine große Trommel hin, in der viele Lose lagen. Bisasam zog eines hervor und der Mann las vor. Das Los Nummer 594 hat gewonnen. Ich bitte den Besitzer auf die Bühne zu kommen. Irgendwo in der Menge schrie eine Stimme auf: "Jaa! Das bin ich!" Ein Junge, er konnte höchstens acht Jahre sein, stürmte mit hochrotem Kopf auf die Bühne und nahm einen Pokéball entgegen.
"Herzlichen Glückwunsch. Du hast ein Felino gewonnen!"
Der Junge stammelte ein Dankeschön und verschwand dann wieder im Publikum.
Wieder zog Bisasam ein Los. Die Nummer 45, bitte!
"Das bin ich! Ich hab echt gewonnen!", murmelte Lukas fassungslos. "Aber, ich…"
"Jetzt geh schon! Es ist dein Los."
Lukas stolperte auf die Bühne und nahm den Pokéball entgegen.
"Gratuliere! Du hast ein Porygon gewonnen!"
"Danke, danke!"
Als er wieder bei Gary und Marina stand, strahlte er übers ganze Gesicht.
"Stellt euch vor, ich habe ein Porygon! So ein Pokémon wollte ich schon immer!"
"Super! Du hast echt Glück!", freuten sich Marina und Gary mit ihm.
Dann wurden zwei weitere Lose gezogen. Ein Knofensa und ein Flamara wurden verlost, doch keiner der Freunde gewann.
Dann…lauter Trommelwirbel. In der Halle wurde es dunkel, Scheinwerfer erleuchteten die Bühne. Der Mann verkündete mit dramatischer Stimme: "Meine lieben Leute, es ist mir eine Ehre, den Hauptpreis anzukündigen. Bühne frei für" … erneuter Trommelwirbel … "Gallopa!" Er warf einen Pokéball und ein prächtiges Feuerpferd erschien. Es sah sehr majestätisch aus. Bisasam fuhr mit seinen Ranken ein letztes Mal in die Trommel und zog ein Los heraus.
"Und das Los mit der Nummer…621 hat gewonnen!", schrie er ins Mikrofon.
Neben Gary sprang Marina in die Luft.
"Jaaaaaaaaaaaa! Jaaa! Ich hab gewonnen!"
Sie rannte auf die Bühne von der ihr der Mann entgegenlächelte. Er reichte ihr den Pokéball und Marina rief mit stolzer Miene ihr neues Pokémon zurück.
Gary verspürte einen leisen Stich von Neid, doch er schimpfte sich sofort selber einen Egoist. Nicht nur er hatte ein Recht auf gute Pokémon. Hatte er halt mal Pech und die anderen Glück, na und?
So begrüßte er Marina mit einem strahlenden Lächeln und umarmte sie liebevoll. Nachdem sich die Menge etwas zerstreut hatte, meinte Marina, sie würde jetzt gerne einen Kaffee trinken gehen. Lukas und Gary stimmten fröhlich zu.
12. Tauboga flieg!
Im Café plauderten sie ausgelassen über dies und jenes, bis Marinas Miene auf einmal ernst wurde.
"Hört mal her. Wir müssen beschließen, in welche Stadt wir als nächstes gehen wollen. Ich habe mich erkundigt und herausbekommen, dass wir Fuchsania City nur über den Radweg erreichen können, aber wir haben keine Räder. Wir könnten uns welche ausleihen, doch das wird ziemlich teuer. Wir könnten auch noch mal zurück nach Saffronia City und dann weiter nach Lavandia, doch das ist fast doppelt so lang. Oder wir gehen über Saffronia nach Orania City, ans Meer. Das wäre so ziemlich die einfachste Strecke."
"Also, ich bin für Orania City, ich brauche nämlich noch ein Wasserpokémon im Team. Aber ich dachte, Fuchsania City liegt auch am Meer?", meinte Gary.
"Das tut sie, aber wie kommen wir ohne großen Geldverlust dort hin?", fragte Marina.
"Ich hab’s!", rief Lukas "Dein Tauboga kann uns doch hinfliegen! Ich bin sicher, es ist stark genug, Gary!"
"Gute Idee! Ja genau so machen wir es! Los, gehen wir nach draußen!", meinte Gary aufgeregt.
Vor dem Einkaufs-Center ließ Gary Tauboga aus dem Ball. Es sah wirklich stark genug aus, sie zu tragen.
"Hör mal, Tauboga. Wir wollen nach Fuchsania City, dürfen wir auf dir fliegen?"
"Tau-Tauboga!", krächzte es zustimmend.
Gary, Lukas und Marina stiegen auf seinen Rücken. Tauboga breitete seine Schwingen aus und hob ab.
"Wir fliiiiegen!!!!", schrie Gary laut. Es war das großartigste Gefühl, das er ja verspürt hatte. Ausgenommen das Gefühl, wenn ihm Marina anschaute.
13. Die Safari-Zone
Tauboga landete sanft und faltete seine Flügel. Bald standen die drei auf wackeligen Beinen wieder auf festem Boden. Tauboga war direkt neben dem Pokémoncenter gelandet. Gary rief es in seinen Ball zurück, nachdem er es ausgiebig gelobt hatte.
"Puh, diesen Flug werde ich für mein Leben nicht vergessen! Das war spitze!", sagte Lukas.
"Da hast du Recht. Das war wirklich einmalig!", stimmten ihm Gary und Marina zu.
Sie gingen ins Pokémoncenter und Gary gab Taubogas Pokéball ab. Es hatte eine Pause verdient. Schwester Joy machte sie auch die besondere Attraktion dieser Stadt aufmerksam: Die Safari-Zone. Sie überredete die Freunde, ihre Pokémon bis auf eines abzugeben und in die Safari-Zone auf Pokémonjagd zu gehen. Marina wählte Gallopa, Gary Arkani und Lukas nahm Kadabra.
Sie machten sich auf den Weg und erreichten kurz darauf den Eingang der Zone.
Ein Wärter kam ihnen entgegen und fragte sie, ob sie auf Pokémonjagd gehen wollten. Sie bezahlten den Eintritt und bekamen je fünf spezielle Bälle.
Der Eingangsbereich sah ziemlich braun aus, da schon so viele Trainer hier vorbeigekommen waren. Gary, Lukas und Marina studierten eine Karte, die der Wärter ihnen gegeben hatte.
"Wohin gehen wir? Wollt ihr in den Wald, auf die Steppe, oder in das Gebiet mit den Seen?", fragte Marina.
"Also ich bin für die Seen. Da kommen wir durch die Steppe und können uns dann abkühlen", argumentierte Gary.
Die anderen waren einverstanden und so zogen sie los. Nach einer Weile ließ Lukas Kadabra aus dem Ball und Gary und Marina ließen auch ihre Pokémon frei. Bald hatten sie die Steppe erreicht. Lukas sah am Horizont eine große Staubwolke auftauchen.
"Seht mal! Ich wette, das sind Pokémon. Und sie kommen direkt auf uns zu!"
"Arkani, mach dich bereit!"
"Du auch Gallopa!"
"Kadabra!"
Schnell kam die Wolke näher. Gary befragte seinen Pokédex, der meldete: "Tauros, das Stierpokémon. Man trifft es fast immer in einer Herde an. Dieses Pokémon ist sehr leicht reizbar."
"Na das kann ja super werden! Achtung, sie sind fast da!", schrie Gary. "Arkani, Attacke auf eines!"
"Gallopa, hilf ihm!"
"Kadabra, Hypnose auf die Tauros!"
Die drei Pokémon versuchten die Tauros anzugreifen, aber diese waren zu schnell. Sie rannten an den Trainern vorbei und waren Sekunden später wieder in einer Staubwolke verschwunden! Gary, Lukas und Marina blickten verdutzt.
"Was…was war das?", fragte Lukas.
"Ääh? Naja, jetzt sind sie weg. Gehen wir weiter!", meinte schließlich Marina.
Schnell wanderten sie weiter und erreichten bald den ersten See.
Erst jetzt merkten sie, wie heiß und trocken es in der Steppe gewesen war. Sie holten ihr Badezeug aus den Rucksäcken und sprangen rasch in den See.
"AAAAAH! Sch… ist das kalt!", schrie Lukas und rannte sofort wieder hinaus. Marina und Gary aber lachten und nachdem der erste Schock abgeklungen war, vergnügten sie sich, missmutig beobachtet von Lukas, der am Ufer hockte und nicht mehr hinein kommen wollte. Nach einer Weile schwamm Marina ein Stück auf den See hinaus. Schon war sie hinter ein paar überhängenden Bäumen verschwunden, da der See ziemlich schmal, dafür aber ziemlich lang war. Gary sah noch einmal zu Lukas hinüber, der sich inzwischen hingelegt hatte und zu schlafen schien. Dann schwamm auch er los. Er war ein guter und schneller Schwimmer, sodass er Marina bald eingeholt hatte. Kurz hinter ihr tauchte er unter und schwamm direkt unter sie. Er kitzelte ihren Bauch und hörte einen erschrockenen Schrei. Lachend kam er direkt vor ihr aus dem Wasser geschossen. Ein erneuter Schrei von Marina.
"Du…du…weißt du, wie du mich erschreckt hast? Mach das nicht noch mal!", stammelte Marina.
Gary zog sie an sich und umarmte sie.
"Nein, ich versprech’s! Ich mach es nie wieder", flüsterte er ihr ins Ohr. Sanft knabberte er an ihrem Ohrläppchen und küsste dann ihren Hals. Marina seufzte und drückte sich an ihn. Dann küsste Gary sie auf den Mund und hörte auf, mit den Beinen zu strampeln. Langsam tauchten sie unter Wasser, ohne sich loszulassen. Endlose Sekunden später, tauchten sie prustend wieder auf.
"Ich hab dich so lieb, ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen sollte!", murmelte Gary. Dann schwamm er ans Ufer und wartete auf Marina. Er setzte sich unter einen Baum und Marina legte ihren Kopf in seinen Schoß.
Gary beobachtete die Landschaft. Er liebte solche Momente. Wenn alles friedlich war und nichts die Ruhe störte. Die Sonne schien vom Himmel, man hörte Taubsis und Habitak um die Wette zwitschern, Rattfratz raschelten im Unterholz und manchmal sah man eines der vielen Käferpokémon durchs Gebüsch huschen. Marina war eingeschlafen und auch Gary fühlte sich angenehm dösig. Er schloss die Augen und…
…sah sich plötzlich in einer Wiese voller Blumen, Hand in Hand mit Marina. Sie sah sehr glücklich aus und auch Gary verspürte eine große Freude. Er legte sich ins Gras und Marina schmiegte sich an ihn, als plötzlich etwas auf Gary zuflog und ihm schmerzhaft gegen die Stirn knallte…
"Autsch! Was war das?", rief Gary, auf einmal hellwach. Auch Marina setzte sich auf und rieb sich verschlafen die Augen. Gary blickte nach oben und da saß ein Griffel in der Baumkrone. Es hielt einige Nüsse in der Hand und Gary bemerkte, dass eine neben ihm lag.
Er sprang auf und wollte Griffel packen, doch es war schneller. Es turnte durch die Äste wie ein Akrobat und war nicht mehr zu fangen. Schon war es zwei Bäume weiter und es wurde nicht langsamer, während es keckernde Laute ausstieß, die wie Lachen klangen.
"Ach komm, ärgere dich nicht. Du erwischt es sowieso nicht mehr und außerdem solltest du ihm dankbar sein. Sieh mal, wie spät es schon ist." Marina deutete auf die Sonne, die schon ziemlich weit gesunken war.
"Du hast Recht! Komm, lass uns zurückgehen. Lukas wartet sicher schon auf uns. Unsere Pokémon haben wir auch zurückgelassen!", gab Gary zu.
Bei ihrem Lagerplatz angekommen, mussten sie lachen. Lukas lag eingerollt am Boden und schlief, einige Schritte entfernt schliefen Arkani und Gallopa einträchtig nebeneinander und Kadabra schwebte einige Zentimeter über dem Boden, anscheinend meditierte es.
"Los komm! Wir wecken sie auf! Solche Schlafmützen!", meinte Marina vergnügt.
Sie rannte die paar Schritte zum See und formte ihre Hände zu einer Schale. Sie schöpfte Wasser und kam dann zurück. Sie stellte sich über Lukas und öffnete die Hände…
"Uuuuuah!!!!!! Was zum…?"
Lukas sprang auf und fing dann plötzlich zu Lachen an. Marina und Gary sahen ihn verwundert an, dann stimmten sie mit ein. Ihre Pokémon waren unterdessen auch wach geworden. Sie kamen zu ihren Trainern und holten sich ausgiebige Streicheleinheiten. Dann beschlossen sie, weiterzugehen. Sie wanderten eine Weile und kamen an vielen Seen vorbei, doch es wurde stetig dunkler. Schließlich sagte Gary: "Es hat keinen Sinn, wenn wir noch weiter gehen. Übernachten wir hier. Dort unter den Bäumen ist ein guter Platz."
Zum Glück war es eine warme Nacht, sodass niemand fror. Allerdings war auch niemand müde nach ihrem Schläfchen am Nachmittag.
So saßen sie um ihr Lagerfeuer und erzählten sich Geschichten.
14. Besuch bei Nacht
Es raschelte im Gebüsch und zwei Augenpaare leuchteten auf. Kadabra mit seinen feinen Sinnen drehte sich sofort danach um und nach einer kurzen Weile kamen ein Sniebel und ein Traunfugil heraus. Keiner der Freunde kannte diese Pokémon, darum befragte Gary seinen Pokédex. Er meldete: "Sniebel, das Unlichtpokémon. Es ist grausam und zögert nicht andere Pokémon bis zum Tode zu quälen. Traunfugil, das Geistpokémon. Man sieht es nur bei Nacht und es besitzt ausgeprägte übersinnliche Fähigkeiten."
Die beiden blieben nach ein paar Schritten stehen und blickten zögernd zu den Trainern. Keiner der Freunde verspürte das Verlangen eines der unheimlichen Pokémon zu fangen, darum riefen sie ihre eigenen Pokémon und befahlen ihnen sie zu vertreiben.
Arkani, Kadabra und Gallopa gingen auch gleich zum Angriff über. Traunfugil und Sniebel fuhren herum und verschwanden wieder in der Dunkelheit. Dann wurde es wieder still. Nach einer Weile hörte man wieder Geräusche im Gebüsch. Allerdings ließ sich keines der Pokémon blicken. Es schien, als lauschten sie ihren Geschichten.
15. Das geheime Tal
Früh am Morgen wurden die Freunde von ihren Pokémon geweckt. Sie hatten sich schützend um sie gestellt und machten ziemlich viel Lärm. Sie schienen nervös. Etwas hatte sie aufmerksam werden lassen.
Da erblickte Lukas auch schon die Ursache dafür. In dem See, neben dem sie gelagert hatten, waren zwei Garados aufgetaucht. Sie schienen ziemlich wütend und stritten sich heftig. Zum Glück nahmen sie keine Notiz von den drei und ihren Pokémon.
"Schnell! Schauen wir, dass wir von hier verschwinden. Ich habe keine Lust in diesen Kampf der Giganten zu geraten!", rief Lukas. Gary und Marina zögerten, denn so ein starkes Pokémon war schon sehr verlockend, doch dann sahen sie ein, dass es besser war zu verschwinden. Schnell packten sie ihre Sachen zusammen und eilten davon. Sie blieben erst stehen, als sie einen reißenden Fluss erreichten, der ihnen den Weg versperrte.
"Was machen wir jetzt? Da kommen wir niemals rüber!!!", verzweifelte Marina.
"Gehen wir doch einfach flussaufwärts. Irgendwann muss er schmäler werden", schlug Lukas vor.
Bald waren sie in einen regelmäßigen Trott verfallen und achteten nicht mehr sonderlich auf ihre Umgebung, darum bemerkte auch niemand, dass immer mehr und mehr Felsbrocken herumlagen. Und sie wurden immer größer, je weiter sie kamen.
Auf einmal standen sie vor einer Felswand, die sich scheinbar endlos ausdehnte. Sie schien nicht besonders hoch, doch sie war ziemlich glatt. Auf der einen Seite war der Fluss, der sich hier aus der Wand ergoss, auf der anderen Seite eine öde Graslandschaft. Die Seen hatten sie schon lange hinter sich gelassen.
"Also, was machen wir jetzt?", fragte Gary ratlos. "Versuchen wir sie zu überwinden?"
"Ich bin dafür. Wir haben starke Pokémon, die uns helfen können", meinte Marina. "Was sagst du Lukas?"
"Ja! Das ist eine gute Idee", stimmte auch er zu. "Aber ich glaube nicht, dass Kadabra uns helfen kann. Das müssen schon eure Pokémon erledigen."
Gary und Marina riefen Arkani und Gallopa und fragten, ob sie diese Felswand bezwingen könnten? Arkani brummte zustimmend und Gallopa wieherte aufgeregt. Gary setzte sich auf Arkanis breiten Rücken und zog Lukas hinter sich. Arkani schien sie gar nicht zu spüren. Auch Marina schwang sich auf Gallopas Rücken.
"Na dann, los! Arkani, zeig uns was du kannst!"
"Arkaniii!!!"
Noch ein letzter sichernder Blick auf die Wand und Arkani rannte los. Ein paar Schritte und er stieß sich vom Boden ab, landete für einen winzigen Augenblick auf der Wand und sprang wieder weg. So arbeitete sich Arkani mit seinen Reitern die Wand hinauf und nicht einmal eine halbe Minute später standen zwei verblüffte Trainer und ein riesiges Hundepokémon auf der Plattform, die sich einige Meter weit ausdehnte.
Jetzt war Marina mit Gallopa an der Reihe. Gallopa drehte sich um und rannte ein paar Schritte zurück.
"Was hat sie vor?", keuchte Gary erschrocken.
"Keine Angst, sie schafft das locker!", beruhigte Lukas ihn. Doch auch er blickte besorgt.
Gallopa machte eine erneute Wendung und raste jetzt auf die Wand zu, während es immer schneller wurde. Einen Meter davor sammelte es sich, sprang weg und…
…segelte in großem Bogen über Garys und Lukas Köpfe hinweg. Dann bremste es scharf ab und konnte gerade noch verhindern, dass es über den Rand des Plateaus wieder hinunterstürzte. Marina rutschte von seinem Rücken und sank zu Boden. Gary und Lukas rannten zu ihr. Marina blickte mit fassungslosem Blick in den Abgrund.
"Seht euch das an. Das ist unglaublich!", flüsterte sie. Gary warf einen Blick hinunter und war sofort gebannt von diesem Ausblick.
Unter ihnen erstreckte sich ein großes Tal, in dem sich hunderte von Pokémon tummelten. Es gab bewaldete Flächen, Seen, Ebenen voll Sträucher und in der Mitte des Tals stand ein gewaltiger Baum. Auch der Fluss, dem sie schon vorher gefolgt waren, schlängelte sich durch diese wunderbare Landschaft.
"Wahnsinn! Das ist das Paradies!", flüsterte Marina.
"Kommt! Gehen wir hinunter und schauen wir uns diesen Baum näher an. Ich will wissen, was es mit ihm auf sich hat", rief Lukas aufgeregt.
Bald waren sie die Wand hinunter gestiegen und standen nun am Fuße einen kleinen Laubwaldes. Kaum hatten sie ihn betreten, umfing sie kühler Schatten und grünes Licht malte Flecken auf den Erdboden. Die Bäume standen nicht sehr dicht und man sah überall wilde Pokémon. Doch die drei waren noch viel zu erstaunt über diese Landschaft, um Pokémon zu fangen. Gemächlich wanderten sie durch den Wald, bis sie zu einer Lichtung kamen.
"Machen wir eine Pause!", schlug Gary vor.
Sie machten es sich auf der Lichtung gemütlich und Marina entdeckte sogar einen Brombeerenstrauch an dem saftige Früchte hingen. Sie schlugen sich die Bäuche voll und ließen es sich gut gehen. Nach einer Weile legte sich Gary auf den Rücken und blickte in den Himmel. Kleine Wolkenfetzen zogen vorbei.
"Ich kann es immer noch nicht richtig glauben. Wie kann es hier ein so schönes Fleckchen Erde geben? Da klettert man eine Wand hoch und schon kommt man von öder Landschaft ins Paradies!"
Marina legte sich neben ihn und bettete ihren Kopf auf seinen Arm.
"Hmm! Hier könnte ich ewig bleiben. Was hältst du davon? Wir bauen uns ein kleines Häuschen und leben glücklich bis an unser Ende." Ihr Blick glitt zärtlich über Garys Gesicht und blieb bei seinem Mund hängen. Gary begann zu lächeln.
"Hey ihr zwei Turteltäubchen! Ich erkunde ein wenig die Gegend! Ich bin in zirka zwei Stunden wieder da, okay?", unterbrach sie Lukas. Dann verschwand er zwischen den Bäumen.
Gary und Marina war das nur recht, denn so hatten sie mehr Zeit für sich. Schon hatten sie alles andere vergessen.
16. Der Pokémon-Großvater
Lukas hatte Kadabra aus dem Ball gelassen und suchte sich nun einen Weg durch die Bäume. Dabei dachte er an Gary und Marina. Es machte ihm nichts aus, dass sie verliebt waren. Nur dieses ewige Geturtel ging ihm auf die Nerven. Aber was konnte er schon machen? Jetzt war er ja eine Weile allein. Nur Kadabra, sein treuer Freund, war bei ihm.
Bald lichteten sich die Bäume und er stand auf einer großen Wiese. Am Horizont sah er den Riesen-Baum, der über alle anderen hinaus ragte. Die Richtung stimmte also.
Er sah ein Elekid zwischen den Bäumen auftauchen, nicht weit von ihm entfernt.
"Das fange ich mir! So eine Chance lass ich mir nicht entgehen!"
Ohne dass er einen Befehl geben musste, attackierte Kadabra das Elekid mit einem Psystrahl. Getroffen sank es zu Boden. Doch plötzlich begann die Erde unter Kadabra zu brodeln und Blitze schossen aus dem Boden hervor.
"Was ist das?", keuchte Lukas erschrocken. Dann begriff er. Das Elekid hatte seine Energie in den Boden geleitet und griff Kadabra jetzt von unten an.
"Na warte! Das können wir auch. Allerdings auf unsere Art!", meinte Lukas grimmig. "Kadabra, schwebe in der Luft und dann noch mal Psystrahl!" Dieser Trick klappte super und das Elekid wurde endgültig besiegt. Schnell warf Lukas seinen Ball und Elekid war gefangen.
"Ha! Ich hab ein Elekid!", freute er sich. Gemächlich wanderte er weiter, wobei er immer darauf achtete, in die Richtung des großen Baumes zu gehen. Er kam in ein Gebiet, in dem sehr viele, große Steine lagen. Fluchend kletterte er immer wieder über einige besonders große Exemplare, da er sonst nicht weiter käme. Dann kam ihm eine Idee. Er kletterte auf den größten der Steine und blickte sich um. Er hatte eine großartige Aussicht. Er war schon so weit vom Wald entfernt, dass er über die Spitzen der Bäume hinweg sehen konnte. Auch die Lichtung, auf der Gary und Marina lagen, sah er. Plötzlich meinte er aus den Augenwinkeln eine Bewegung in seiner Nähe wahrgenommen zu haben. Er drehte sich um, doch da war nichts. Lukas schüttelte verwirrt den Kopf und betrachtete erneut die Umgebung. Das Tal war wirklich riesig.
Da! Da war es wieder. Diesmal war sich Lukas sicher. Er wirbelte herum und sah gerade noch, wie einer der Steine ein Stück zu Seite rollte.
"Was zum…? Was ist das? Etwa ein Pokémon? Das will ich mir anschauen!", dachte Lukas. Er gab Kadabra den Befehl einen schwachen Psystrahl auf den "Stein" zu schleudern. Auf einmal rollte der Stein auf Lukas zu! Dieser schrie auf und stürzte zu Boden. Der Stein richtete sich auf und plötzlich stand ein gewaltiges Georock vor ihm.
"Wahnsinn! Ist das riesig!" Lukas war geschockt. Verzweifelt rief er nach Kadabra, das das Georock sofort von hinten mit Attacken bombardierte. Schwerfällig ließ das Gesteinpokémon von Lukas ab und stampfte auf Kadabra zu. Damit brachte es Lukas auf eine Idee. Schnell rief er Elekid aus seinem Ball. Es sah noch sehr erschöpft aus, doch es stand aufrecht da.
"Lenkt das Georock ab. Wir müssen es erschöpfen!", befahl Lukas den beiden Pokémon. Sie platzierten sich in einem Kreis um das Pokémon und Lukas begann zu rufen.
"Hey hier bin ich!" Hier!"
Georock rollte auf ihn zu. Plötzlich schoss Kadabra einen Strahl in Georocks Rücken. Es hielt inne und bewegte sich dann in Richtung Kadabra. Ein Elektroschock traf es von der Seite. Elekid tat seinen Teil um ihnen zu helfen. Irritiert hielt Georock inne. Lukas begann wieder zu schreien. Das Georock konnte sich nicht entscheiden, wen es angreifen sollte, darum rollte es immer von Einem zum Anderen. Dabei wurde es immer langsamer. Lukas erkannte seine Chance und brüllte: "Kadabra, dein stärkster Psystrahl! Und du Elekid, wenn du noch kannst, deine stärkste Attacke!" Ein dicker Psystrahl vermischte sich mit einem gewaltigen Donnerschlag und krachte in das Georock. Es war sofort besiegt.
Lukas zögerte kurz, dann warf er einen Pokéball. Er wackelte kurz, dann blieb er ruhig liegen.
"Wow! An einem Tag zwei erstklassige Pokémon!", freute sich Lukas. Beschwingt marschierte er weiter, jedoch erst nachdem er das nun komplett erschöpfte Elekid in seinen Pokéball zurückgerufen hatte. Auch Kadabra schickte er in seinen Ball.
Bald hatte Lukas die Lichtung mit dem riesigen Baum erreicht. Staunend näherte er sich dem Baum. Tiefe Ruhe ging von diesem Ort aus. Lukas fühlte sich so entspannt, wie schon lange nicht mehr. Lukas erreichte den Baum und berührte ehrfürchtig die Rinde des Baumes. Er meinte ein sanftes Vibrieren unter seinen Fingern zu spüren. Ungläubig trat er ein paar Schritte zurück, als eine knarrende, unfassbar alte Stimme zu sprechen begann.
"Endlich! Endlich hat ein Menschling mein Tal gefunden. Fast hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben!"
"Wer…wer bist du? Wo bist du?", stammelte Lukas. Verwirrt drehte er sich im Kreis und suchte seine Umgebung nach Lebewesen ab. Ein dröhnendes Lachen erklang und auf einmal begriff Lukas.
"Du…Ihr…Ihr könnt sprechen?"
"Natürlich! Ich bin immerhin ein Pokémon. Der Großvater aller Pokémon, um genau zu sein!", bemerkte der Baum.
"Waaaas??? Es gibt Baumpokémon? Davon habe ich noch nie gehört!", rief Lukas.
Das Pokémon lachte laut und dröhnend, dann begann es zu erzählen.
"Einst gab es auf dieser Welt nur Erde und Wasser. Doch eines Tages schlug ein Meteorit auf der Erde ein. Er trug Samen in sich. Niemand weiß, woher der Meteorit kam. Er schlug genau an dieser Stelle ein. Unter meinen Wurzeln ist der Krater.
Dann begann es zu regnen. Es regnete lange. Mein Samen begann zu keimen und zu wachsen. Noch konnte ich nicht denken. Als ich schon groß gewachsen war, passierte ein neues Unglück…oder Glück, wie man es eben nimmt. Ein Gewitter zog auf. Ein gewaltiger Blitz traf in meine Krone, ich war ja die größte Erhebung in der Landschaft. Doch anstatt, dass ich zerstört wurde, konnte ich auf einmal denken. Anfangs nur unwichtige Dinge. So stand ich herum und nahm immer mehr von meiner Umgebung wahr. Doch der Blitz hatte mich nicht nur das Danken gelehrt, nein, auch das Fühlen lehrte er mir. Lange war ich einsam gewesen, hatte niemanden, mit dem ich mich unterhalten konnte. Darum beschloss ich, dass es Zeit war, mir einen Gefährten zu schaffen. Über Nacht bekamen meine Äste Früchte. Am nächsten Morgen fielen sie zur Erde und heraus kamen die ersten Pokémon. Ich war glücklich, endlich hatte ich jemanden, mit dem ich reden konnte. Doch die Pokémon waren unzufrieden. Sie wollten nicht immer bei mir bleiben, sie wollten lieber die Welt erkunden. Sie erzählten mir von ihren Wünschen und beschlossen, bald aufzubrechen. Da ich nicht wieder alleine sein wollte, jedoch auch nicht mit ihnen gehen konnte, gab ich jedem von ihnen eine meiner Früchte. Sie sollten sie in die Welt tragen und vergraben. Die Pokémon nahmen sie mit und zogen fort. Nicht alle vergruben meine Früchte, aus ihnen schlüpften weitere Pokémon. Doch diejenigen, die vergraben wurden, keimten und wurden so wie ich. Lange dauerte es, bis die ganze Erde bevölkert wurde. Doch irgendwann war es so weit. Die Erde war voll von Pokémon und Pflanzen. Irgendwann, ich weiß es nicht mehr genau, kamt ihr: die Menschen. Auch ihr seid irgendwann aus einem meiner Samen geschlüpft.
Doch die Pflanzen, die sich ja nicht bewegen konnten, vergaßen wie man denkt und spricht. Sie wurden still und gefühllos. Ich war wieder alleine. Doch irgendwann kamen die Pokémon wieder zu mir. Doch auch sie hatten das Sprechen verlernt. Nur noch wenige Pokémon und die Menschen konnten diese Herausforderung meistern."
Der Baum verstummte und Lukas kam wieder zu sich. Er war vor dem Buam zu Boden gesunken und hatte wie in Trance dagesessen.
"Das…das ist eine unglaubliche Geschichte. Ich hatte keine Ahnung, dass es Pokémon schon so lange gibt. Doch…warum erzählt Ihr mir das?", fragte Lukas.
"Ich bin alt und spüre, dass meine Zeit gekommen ist. Ich werde bald nicht mehr fähig sein, zu sprechen. Und ich brauche jemanden, der die Geschichte der Pokémon in seinem Herzen trägt. Ich beobachte dich schon lange. Du bist die richtige Person für diese Aufgabe. Wenn du zurückkehrst, schreib sie auf und bewahre sie gut. Es ist wichtig, dass man sich an seine Vergangenheit erinnert."
Der Baum verstummte und Lukas wusste mit untrüglicher Sicherheit, dass es das letzte Mal gewesen war, dass er ein Wort sprach. Tiefe Trauer erfüllte Lukas. Lange blieb er noch sitzen und dachte über das Gehörte nach. Dann erhob er sich und kehrte zu seinen Freunden zurück.
17. Pokémon wohin man schaut
Lukas trat auf die Lichtung und sah Marina und Gary freudestrahlend auf ihn zurennen.
"Was ist denn mit euch los? Ihr seht ja aus, als wärt ihr dem Weihnachtsmann persönlich begegnet?!", rief Lukas lachend. Alle Traurigkeit war wie weggeblasen und er war gespannt auf ihre Geschichte.
"Ich habe mir gerade ein Kangama gefangen! Es kam einfach auf unser Lichtung und Arkani konnte es total leicht besiegen!"
"Und ich habe ein Sichlor gefangen. Hier gibt es total viele seltene Pokémon!"
Lukas freute sich mit seinen Freunden und erzählte ihnen von seinem Erlebnis. Den Baum verschwieg er allerdings. Er war noch nicht bereit, diese Geschichte zu teilen. Er beschloss, bald heimzureisen und die Geschichte aufzuschreiben.
Die drei lagerten noch eine Weile auf der Lichtung und gingen dann zu dritt auf Erkundungstour. Diesmal allerdings in die andere Richtung. Lukas war froh darüber. Sonderbarerweise hatten Gary und Marina den Baum völlig vergessen.
Sie hatten wirklich Glück, was die wilden Pokémon anging. Marina konnte sich noch ein Quaputzi, ein Dodu und ein Schlurp fangen.
Gary erwischte ein Pantimos, ein Seeper, ein Krabby und ein Nidorina. Nur Lukas fing nur noch ein Pokémon: ein kleines Mauzi. Doch auch er war zufrieden.
Am Abend traten sie den Heimweg an. Sie ritten auf ihren Pokémon, darum kamen sie ziemlich schnell voran. Bald kam der Ausgang der Safari-Zone in Sicht.
Marina meinte traurig: "Schade, dass es schon wieder vorbei ist. Das war wie Ferien mit Pokémon. Das schönste, dass ich mir vorstellen kann."
Sie erreichten den Ausgang und gaben, ihre restlichen Bälle ab.
Dann eilten sie ins Pokémoncenter. Sie gaben alle ihre Pokémon Schwester Joy und fielen dann zufrieden in die Betten im Trainer-Raum.
Am nächsten Morgen standen alle vor der schwierigen Wahl, welchen Pokémon sie mitnehmen würden. Sie durften ja höchstens sechs mitnehmen.
Gary entschied sich für Evoli, Glutexo, Bisasam, Seeper, Kangama und Pantimos. Marina nahm Evoli, Marill, Gallopa, Sichlor, Quaputzi und Dodu mit. Die restlichen Pokémon schickten sie zu Professor Eich.
Lukas hatte es am leichtesten. Er konnte alle seine Pokémon mitnehmen: Kadabra, Schiggi, Porygon, Elekid, Georock und Mauzi.
18. Trauriger Abschied
Vor dem Pokémoncenter blieb Lukas stehen. Gary und Marina drehten sich erstaunt zu ihm um.
"Was ist? Kommst du nicht mit? Wir wollten in die Arena und uns einen neuen Orden holen", rief Gary übermütig.
"Nein, tut mir Leid Leute. Ich…", er holte tief Luft, "ich komm’ nicht mit. Ich werde jetzt nach Saffronia City zurückkehren. Ich muss dort etwas erledigen. Ich hoffe, dass wir uns wiedersehen. Es war eine tolle Zeit mit euch." Er drehte sich um und wollte davon gehen, doch er hatte nicht mit Gary und Marina gerechnet.
"Hey, warte mal. Was ist denn in dich gefahren? Warum willst du jetzt so plötzlich abhauen? Wir sind doch ein super Team?!", rief Gary. Marina schaute ihn einfach fragend an.
Lukas seufzte: "Hört zu…ich kann euch das nicht erklären…es tut mir Leid. Aber ich muss unbedingt nach Hause." Gary wollte schon protestieren, aber Marina hielt ihn zurück.
"Okay…wenn du meinst. Aber du kannst immer zu uns zurückkommen. Wir bleiben in Verbindung, klar?" Auch Gary sah ein, dass er Lukas nicht aufhalten konnte. Er wies die beiden an, hier zu warten und rannte zurück ins Pokémoncenter. Rasch rief er Professor Eich an und ließ sich einen Pokéball schicken.
Fünf Minuten später stand er wieder vor seinen Freunden. Er drückte Lukas den Pokéball in die Hand.
"Hier. Das ist Tauboga. Schick ihn mir bei Gelegenheit zurück, okay?" Dann umarmte er Lukas und eilte davon. Marina blickte ihm nach und musste lächeln: "Er will es nicht zugeben, aber du fehlst ihm jetzt schon." Auch Lukas lächelte. Marina umarmte ihn rasch und lief dann Gary nach.
"Tschüss! Macht’s gut!", rief Lukas. Dann rief er Tauboga aus seinem Ball und schwang sich auf seinen Rücken. "Auf nach Saffronia City!"
Marina fand Gary in einer dunklen Seitengasse. Er lehnte an der Wand und hielt den Kopf gesenkt.
"Hey, was ist los? Er kommt bestimmt wieder. Irgendwas ist da passiert in der Safari-Zone. Ich weiß nicht was, aber es muss damit zusammenhängen. Wahrscheinlich sehen wir ihn in ein paar Tagen wieder und alles ist wie vorher, ich –" "Bitte hör auf! Ich bin nur… Na gut, ich finde es schade, dass er weg ist. Aber er hat ja Tauboga!"
Gary blickte auf und Marina sah seine Augen feucht schimmern. Sanft nahm sie seine Hand und zog ihn zu sich.
"Aber du hast immer noch mich, klar? So wie ganz am Anfang!" Ganz leicht küsste sie sein Gesicht.
Gary straffte sich. "Gut! Genug Zeit verplempert! Es ist Zeit für einen neuen Orden!" Tapfer lächelte er sie an. Dann rannte er an ihr vorbei, Richtung Arena. Fuchsania City war eine kleine Stadt, sie hatten sie bald erreicht.
19. Der Nächste bitte!
In der Arena trafen sie den Arenaleiter, Koga. Gary forderte ihn sofort heraus. Koga nahm an und der Kampf begann. Sie hatten beschlossen, zwei gegen zwei zu kämpfen. Koga setzte ein Omot ein. Gary freute sich, denn er wusste sein Glutexo im Vorteil. Omot war klar im Nachteil und wurde nach den ersten paar Angriffen besiegt. Kogas zweites Pokémon sah aus wie ein großer schleimiger Haufen, der fürchterlich stank. Rasch befragte Gary seinen Pokédex und fand heraus, dass es ein Sleimok war, ein gefährliches Giftpokémon. Gary kämpfte weiter mit Glutexo. Nach einer Weile gelang es Sleimok, Glutexo zu vergiften. Rasch rief es Gary zurück und überlegte, welches Pokémon er als zweites einsetzen sollte. Er entschied sich für Bisasam. Bisasam war aber einfach zu schwach. Gary hatte es zu lange nicht trainiert. Obwohl es Sleimok mit einem Egelsamen bombardierte, setzte es Sleimok mit einem Schlammbad außer Gefecht. Koga lachte höhnisch auf: "Das war ja geradezu lächerlich! Ich habe gedacht, du bist gut! Der Nächste bitte!"
Das saß. Geknickt schlich Gary vom Feld und überließ Marina den Platz. Auch sie wurde als erstes mit einem Omot konfrontiert. Ihr Gallopa hatte keine Mühe es zu besiegen. In der zweiten Runde setzte Koga ein Hypno ein. Mit seinem Pendel schläferte es Gallopa ein. Leise schnarchend lag es da.
"Oh nein, Gallopa! Bitte wach auf!"
Koga befahl zum Angriff. Rasch rief Marina ihr Pokémon zurück. Jetzt stand auch sie vor der schwierigen Entscheidung, welches Pokémon sie wählen sollte. Keines ihrer Pokémon war gegen Schlaf-Attacken immun. Dann kam ihr eine Idee. Sie rief eines ihrer neuen Pokémon aufs Feld. Ihr Dodu. Sie befahl Dodu so schnell um Hypno im Kreis herum zu laufen, dass Hypno gar nicht dazu käme, es einzuschläfern. Gesagt, getan. Dodu rannte und rannte. Hypno wurde ganz verwirrt und blieb schließlich erschöpft stehen. Das war ihre Chance!
"Dodu, Furienschlag!"
"Do-Dodu!"
Wie wild geworden hackte Dodu auf das Hypno ein. Es war sofort besiegt.
"Ein guter Kampf. Du hast erkannt, dass nicht nur Stärke zählt. Auch List kann einen Kampf entscheiden. Hier hast du deinen Orden!" Zu Gary gewandt meinte er: "Wenn du willst, kannst du morgen wieder kommen. Eine Chance gebe ich dir noch. Vielleicht lernst du aus deinen Fehlern!" Er drehte sich um und ging davon.
"Was war denn das? Du hast bis jetzt noch nie einen Arenakampf verloren", fragte Marina entgeistert. Gary sah sie nur stumm an. Dann begriff Marina.
"Mensch, Gary jetzt denk mal an was anderes! Er kommt wieder, das ist sicher. Und bis dahin will ich nicht mit einem Trauerkloß herumziehen! Was meinst du, was das für mich für ein Gefühl ist. Bin ich dir denn gar nicht wichtig?", fragte sie aufgebracht.
"Doch…du bist für mich…ich könnte ohne dich nicht leben! Aber Lukas ist einfach…er ist immer dagewesen und ich hab mich schon so an ihn gewöhnt…" Er verstummte und sah Marina flehend an. Sie seufzte und nahm ihn in den Arm. Er drückte sie fest an sich und fühlte sich schon ein wenig besser.
"Komm, lass uns trainieren, damit du es morgen diesem aufgeblasenen Typen zeigen kannst!", rief Marina. Sie zog ihn hinter sich her. Bald hatten sie eine verlassene Wiese gefunden und riefen ihre Pokémon.
Sie trainierten, bis es dämmerte. Dann kehrten sie schweigend ins Pokémoncenter zurück. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.
In der Nacht hatte Gary wieder einen Traum.
Schwarz. Alles war schwarz. Niemand außer ihm war hier. Er war ganz allein. Nicht einmal seine treuen Pokémon waren bei ihm. Er bemerkte, dass er rannte, obwohl er nicht wusste, wohin. Er wollte nur weg von hier. Plötzlich sah er einige leuchtende Gestalten am Horizont auftauchen. Lukas. Professor Eich. Marina. Er rief nach ihnen, aber sie beachteten ihn nicht. Er lief immer schneller, doch die Gestalten kamen nie näher. Schließlich sank er schluchzend zu Boden. Er kauerte sich zusammen, wollte so klein wie möglich sein, wollte verschwinden. Niemand würde sich Sorgen um ihn machen…
Schweißgebadet wachte er auf. Gary merkte, dass ihm Tränen übers Gesicht liefen. Marina saß auf seiner Bettkante.
"Mach dir keine Sorgen mehr, okay? Ich bleibe bei dir. Du bist nicht alleine."
"Woher weißt du…"
"Du hast nach uns geschrieen und um dich geschlagen. Da habe ich mir die Einzelheiten zusammengereimt. Schlaf jetzt. Ich hab dich lieb!" Sie kehrte zu ihrem Bett zurück und war bald wieder eingeschlafen. Auch Gary sank in seine Kissen zurück. Er schloss die Augen und fühlte Müdigkeit in sich aufsteigen.
Die Sonne schien durchs Fenster und kitzelte Marina in der Nase. Sie schlug die Augen auf und schlagartig fiel ihr die gestrige Nacht wieder ein. Sie seufzte. Sie machte sich wirklich Sorgen um Gary, aber was konnte sie schon für ihn tun? Das einzige, das ihr einfiel war, ihm zu zeigen wie gern sie hatte und dass er nicht alleine war. Das war auch schon alles. Sie hoffte, dass es auch reichte.
Marina stand auf und tappte auf bloßen Füßen zu Garys Bett. Er schlief noch.
"Kein Wunder, nach dem Stress der letzten Tage", dachte Marina.
Gary regte sich, schlug die Augen auf und blickte in Marinas Gesicht.
"Guten Morgen! Wie geht’s dir?"
"N’morgen. Geht so. Ich fühle mich, als wäre ich die ganze Nacht gerannt." Dann fiel ihm sein Alptraum ein und er stöhnte auf. "Oh nein. Es tut mir so leid, Marina. Ich muss dir wie das größte Weichei vorkommen…" Er verstummte.
"Nein! Natürlich nicht!", protestierte Marina. "Ich verstehe nur nicht…"
"Was?"
"…warum? Ich meine…mir ist schon klar, dass du Lukas gern hast. Aber…ich meine…deswegen geht es einem normalerweise doch nicht so schlecht…ich…versteh mich nicht falsch, aber…" Verwirrt hielt sie inne. Sie wusste nicht, wie sie erklären sollte, was ihr nicht in den Kopf ging.
Plötzlich sah Gary sehr traurig aus. "Es…es geht eigentlich gar nicht so sehr um Lukas, ich meine…natürlich geht es schon um ihn, aber der eigentliche Grund liegt viel länger zurück. Als ich sechs Jahre alt war, gingen meine Eltern auf eine Expedition. Ich blieb mit meiner Schwester bei Prof. Eich daheim. Meine Eltern waren Pokémonforscher. Sie erforschten, wie sich wilde Pokémon verhielten, wenn keine Menschen in der Nähe waren. Auf dieser Expedition aber lief einiges furchtbar schief. Mein Vater hatte einen speziellen Duft entwickelt, damit die Pokémon nicht wahrnehmen konnten, wenn sie in der Nähe waren. Damals vergaßen sie allerdings, den Duft aufzusprühen. Keiner weiß warum. Sie wollten eine Tauros-Herde beobachten. Die Tauros bemerkten sie und meine Eltern hatten keine Chance mehr zu fliehen. Ihre eigenen Pokémon waren von einem Kampf davor zu geschwächt um einzugreifen. Sie wurden zu Tode getrampelt. In dieser Zeit hatte ich oft Alpträume. Mit der Zeit wurden es weniger, aber sie hörten nie ganz auf. Später ging meine Schwester fort um zu studieren. Dann brach ich zu meiner Pokémonreise auf und lernte euch kennen. Das war die schönste Zeit die ich je erlebt hatte nach dem Unfall. Und als dann Lukas ging, da erinnerte ich mich plötzlich wieder daran…" Gary bemerkte, dass ihm Tränen über sein Gesicht rannen und dass ihn Marina umarmte.
"Oh, Gary. Das ist ja schrecklich…Warum hast du nichts gesagt…?"
"Du bist die erste, der ich das erzählt habe. Nicht einmal Prof. Eich oder meine Schwester wussten, wie ich mich damals fühlte."
20. Jetzt erst recht!
Als die Beiden einige Zeit später aus dem Pokémoncenter traten strahlte die Sonne von Himmel, die Taubsis zwitscherten und hier und da sah man Klein-Pokémon durchs Gebüsch flitzen. Gary hatte seine gute Laune wiedergefunden und Marina freute sich mit ihm. Fröhlich plaudernd spazierten sie in Richtung Arena, als Gary plötzlich stehen blieb.
"Ähm…Marina, ich…ich muss dir danken", begann er stotternd. "Du hast mir so geholfen letzte Nacht. Ich wusste gar nicht, dass es einem so helfen kann, über seine Probleme zu reden… Ich fühle mich auf einmal so gut…Naja…Danke!"
Rasch küsste er die verdutzte Marina und ging dann weiter. Über die Schulter rief er ihr lachend zu: "Was ist? Kommst du heute noch? Du willst dir doch nicht Kogas zweite Niederlage in drei Tagen entgehen lassen, oder?"
Marina lachte und rannte ihm hinterher.
In der Arena wartete Koga schon auf sie.
"Ah, du hast also den Mut mich erneut herauszufordern. Doch das wird dir auch nichts nützen!", höhnte er.
"Ach, quatsch nicht lange, lass uns lieber anfangen!", konterte Gary.
"Wie du willst – Sleimok los!"
"Na gut. Ich wähle diesmal Kangama!"
Gary hatte einen Plan. Er wusste, dass Sleimok eine Schwäche gegen Boden-Attacken hatte und wollte dies ausnützen. Er befahl: "Kangama, Erdbeben!"
Sofort begann der Boden zu beben. Felsbrocken stiegen in die Luft und krachten wieder zu Boden. Sleimok wollte ausweichen, war jedoch zu langsam. Ein gewaltiger Brocken traf es und begrub es unter sich. Es war sofort besiegt.
"Pah, das war Glück! Jetzt lernst du ein neues Pokémon kennen, das nicht so langsam ist!", rief Koga. "Iksbat loooos!"
"Was ist das?", rief Gary entgeistert, als das einer Fledermaus ähnelnde Pokémon erschien. Er befragte seinen Pokédex. "Es entwickelt sich aus Golbat weiter und ist sehr wendig. Es sieht ausgezeichnet im Dunkeln."
"Naja, was solls…", murmelte Gary. "Probieren wir mal wie er Kangamas Megahieb mag. Also – Kangama, MEGAHIEB!", schrie er.
"Iksbat, ausweichen!"
Gary blinzelte und als er wieder hinsah war es verschwunden. "Wo…wo ist es hin?" Plötzlich ertönte ein Kreischen hinter ihm. Da flatterte es in der Luft und schien hämisch zu grinsen.
"Iksbat, Horrorblick und dann Flügelschlag!", befahl Koga.
Iksbat lähmte Kangama mit seinem Horrorblick. Starr blieb es stehen und konnte sich nicht mehr bewegen. Nur seine Augen huschten ängstlich hin und her. Jetzt setzte Iksbat seinen Flügelschlag ein. Hart traf es Kangama, das sich nicht einmal wehren konnte. Da hatte Gary eine Idee.
"Kangama, lass es ganz nahe herankommen und dann Silberblick. JETZT!"
Zwei dünne Strahlen schossen aus Kangamas Augen und trafen das fliegende Iksbat. Es taumelte in der Luft und stürzte mit einem Krachen zu Boden. Dadurch verlor es die Kontrolle über den Horrorblick und Kangama war wieder frei. Da es jetzt nicht mehr festgehalten wurde, begann auf Kangama zu schwanken. Der Flügelschlag hatte es hart getroffen.
"Nein, Kangama. Halte durch!", flehte Gary. Doch es war zu spät. Es krachte zu Boden und war besiegt. Iksbat hingegen hatte sich wieder ein wenig erholt und bewegte wieder die Flügel.
"Na gut. Aber Kangama war mein erstes Pokémon. Ich darf noch eines einsetzen. Und ich wähle…Bisasam!"
"Du bist ein Dummkopf. Dieses schwache Ding da?! Und mit dem willst du mein Iksbat besiegen? Das ich nicht lache!", rief Koga aus.
Aber Gary hatte sein Vertrauen zurückerlangt. Er hatte gestern mit Bisasam trainiert und war sich sicher, dass es gewinnen konnte, zumal Iksbat ja auch schon geschwächt war. Er befahl: "Bisasam fange es mit deinem Rankenhieb. Dann Rasierblatt!"
Gary hatte Iksbats Zustand richtig eingeschätzt. Es war zu schwach um ausweichen zu können und Bisasams Ranken fingen es und verhinderten, dass sein Rasierblatt danebenging. Sanft lies es das besiegte Iksbat zu Boden und begann dann plötzlich zu leuchten! Kurz darauf stand ein stämmiges Bisaknosp vor seinem stolzen Trainer.
"Na gut. Du hast ehrlich gewonnen. Hier hast du den Seelenorden. Und jetzt verschwindet!" Er drehte sich um und rauschte seinen Mantel hinter sich herschwingend, davon.
"Juhuu!!! Jaaa, du hast es geschafft!!!", freute sich Marina. Stürmisch schlang sie ihm die Arme um den Hals und drückte ihn fest. Auch Gary freute sich über seinen Sieg. Er war stolz, dass er seine Probleme überwunden hatte. Für ihn war dieser Kampf ein Beweis, dass er endlich über diese Sache hinweg war.
Sie gingen gerade zum Ausgang, als die Tür plötzlich aufflog und ein kleiner Junge hereinstürmte. Als er die zwei Trainer bemerkte, versuchte er zu stoppen, aber es war zu spät. Er krachte gegen Gary und die beiden gingen fast zu Boden. Nur Marinas beherztes Zugreifen verhinderte dies.
"Oooch, ich bin zu spät…", seufzte der Junge, dann erst sah er Marina und Gary voll an.
"Also…was war das gerade für eine Aktion?", fragte Gary, war jedoch nicht direkt verärgert. Dazu fühlte er sich zu gut.
"Hm…ich wollte deinen Kampf sehen. Du bist doch Gary Eich, oder?", fragte er. "Ach ja, ich heiße Toby!", fügte er noch hinzu.
"Ja, ich bin Gary. Und das ist Marina", bemerkte Gary. "Aber woher weißt du, dass ich heute in der Arena kämpfen wollte?"
"Ich bin Kogas Sohn. Papa erzählte mir gestern von dir, und da ich schon so einiges von dir gehört habe, wollte ich unbedingt sehen, wie du kämpfst. Aber Papa hat mir nicht erzählt, wann du kommst. Dann hat mich auch noch Schwester Joy aufgehalten. Oh…jetzt hätt’ ich’s fast vergessen…" Er kramte in einer Tasche herum und holte ein kleines Päckchen heraus. "Hier das ist für dich. Mit der Post gekommen und Schwester Joy hat befürchtet, ihr würdet nach dem Kampf gleich weiter gehen, darum hat sie es mir gegeben."
Neugierig nahm es Gary in die Hand. Er konnte sich nicht vorstellen, von wem er ein Päckchen bekommen sollte. Er entfernte das Papier und hielt einen Pokéball in der Hand. Ein Brief segelte sanft zu Boden. Marina hob ihn auf und reichte ihn Gary.
"Hier, der gehört dir", meinte sie. "Ich glaube er ist von Lukas."
Gary riss ihn auf und begann sofort zu lesen. Marina beugte sich über seine Schulter und las mit.
Lieber Gary, liebe Marina!
Ich hoffe es geht euch gut. Ich bin auf jeden Fall gut daheim angekommen und habe es endlich geschafft, das zu vollenden, weswegen ich abgereist bin. Ich stehe gerade in der Schlussphase meines Projekts, hoffe aber, bald wieder zu euch stoßen zu können. Gary, in dem Pokéball befindet sich Tauboga, es hat mir gute Dienste geleistet. Wo befindet ihr euch gerade? Ich habe diesen Brief zuerst nach Fuchsania City geschickt, wusste jedoch nicht, ob ihr euch noch dort aufhaltet. Ich bat Schwester Joy euch ausfindig zu machen und ihn euch nachzuschicken, falls ihr schon weg wärt.
Ich vermisse euch und eure Pokémon, am meisten aber das Trainieren. Ich bin hier fast nicht dazu gekommen. Ich war wirklich sehr beschäftigt, hätte aber auch nie erwartet, so bald fertig zu werden. Ich fühle mich schon komplett konfus, weil ich fast den ganzen Tag am Schreibtisch gesessen bin. Dieser Teil meiner Arbeit ist nun zum Glück vorbei. Wie gesagt, sobald ich alles geregelt habe, komme ich wieder zu euch. Lasst mich wissen, wo ihr seid, ich vermisse euch.
Euer Lukas
P.S.: Ich habe eine Überraschung für euch! Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt.
"Woa, was ist das???", fragte Gary entgeistert. "Das ist nie und nimmer der Lukas, den wir kennen!"
"Du hast doch gelesen, was er geschrieben hat. Er ist die ganze Zeit an seinem Schreibtisch gesessen, was zu vermuten lässt, dass er auch ziemlich viel geschrieben hat. Da wundert es mich nicht, wenn er auf einmal nur mehr super förmlich schreiben kann."
"Ähm…", meldete sich auf einmal Toby zu Wort. "Was wollt ihr nun tun? Ich weiß zwar nicht was euer Freund geschrieben hat, aber ich glaube, ich könnte euch einen schönen Aufenthalt in Fuchsania City bereiten. Ich kenne mich hier super aus", bot er an.
"Hm…das wäre gar keine so schlechte Idee. Wir machen eine Pause und warten bis Lukas kommt, dann können wir ja weiter ziehen!?", überlegte Marina. "Was hältst du davon?"
"Hört sich gut an. So einen richtigen Urlaub in der Ferne hab ich mir immer schon mal gewünscht!", lächelte Gary. "Okay, du hast den Job. Zeig uns Fuchsania City!"
21. Evoli wird zu ???
Die folgenden Tage vergingen recht schnell für die beiden Freunde. Toby hatte nicht übertrieben. Er kannte die Stadt wirklich gut und konnte den beiden viele interessante Dinge zeigen. Am zweiten Tag stellte Gary fest, dass er außerdem ein talentierter Trainer war. Er besaß zwar noch nicht viel Kampferfahrung, aber er hatte gut trainierte Pokémon, die nur noch nicht genug Selbstvertrauen hatten. Tobys ganzer Stolz war sein Hypno, ein Psychopokémon. Es war auch ziemlich stark, obwohl es Gary leicht besiegen konnte. Am Tag vor Lukas’ Ankunft passierte dann etwas, was Gary sehr stolz und glücklich machte. Gary und Marina hatten beschlossen einen Übungskampf auszutragen. Beide hatten ihre Evolis gewählt. Der Kampf dauerte sehr lange, da beide gleich stark waren. Es begann schon zu dämmern, doch niemand wollte aufgeben und so kämpften sie verbissen weiter, bis beide schließlich vollkommen erschöpft gleichzeitig zu Boden sanken. Plötzlich, wie auf ein Zeichen begannen beide zu leuchten.
"Was ist das?", fragte Toby verwirrt. Er hatte seinen neuen Freunden und ihren Partnern lange zugeschaut und war beeindruckt von der Kraft dieser, so unscheinbaren, Pokémon.
"Sieht so aus, als ob sie sich entwickeln", meinte Gary und lächelte stolz. Auch Marina hegte ähnliche Gefühle für ihr Evoli.
"Aber ich dachte für die Entwicklungen von Evoli braucht man Steine?!", fragte Toby.
"Eigentlich schon, aber Evoli kann sich auch in zwei weitere Formen entwickeln. In Psiana, oder Nachtara", erklärte Marina.
Endlich war es soweit. Doch die Gestalten der beiden neuen Pokémon waren nicht dieselben. Ein Psiana und ein Nachtara saßen vor ihnen!
"Wie ist das möglich? Normalerweise entwickelt sich Psiana am Tag und Nachtara in der Nacht", meinte Gary erstaunt.
"Ja, aber es ist genau die Zeit zwischen Tag und Nacht. Es dämmert. Und darum hat sich mein Evoli", sie schaute prüfend auf die beiden Pokémon "in ein Psiana entwickelt und deines in ein Nachtara."
"Stimmt, da hast du Recht. Das ist großartig!", freute sich Gary.
Die beiden liefen auf ihre neuen Pokémon zu und machten sich mit ihnen bekannt. Gary befragte auch seinen Pokédex und stellte fest, dass die beiden nun in der Lage waren, Psychoattacken auszuführen. Allerdings waren beide sehr erschöpft von dem langen Kampf und konnten sich fast nicht mehr auf den Beinen halten. Darum beschlossen die drei Trainer, ins Pokémoncenter zurückzukehren und ihren Pokémon eine wohlverdiente Pause zu gönnen. Auch die Trainer waren müde und gingen bald schlafen. Noch wussten sie nicht, dass sie morgen endlich Lukas wiedersehen würden.
22. Ein Wiedersehen und eine Überraschung
Am nächsten Morgen strahlte die Sonne vom Himmel und es schien, als wäre allen wilden Pokémon auf einmal eingefallen, dass sie ja einen Spaziergang machen könnten und so hörte man es überall rascheln und kleine Schatten huschten im Unterholz herum. Gary, Marina und Toby zogen schon früh los und hatten Glück bei der Pokémonjagd. Toby gelang es, ein Tangela zu fangen und Marina konnte ein Schneckmag fangen. Ihre Pokémon hatten in den letzten Tagen ein ausgiebiges Training erfahren und die Trainer hatten alle Pokémon weitertrainiert, auch die die sie Professor Eich geschickt hatten. Sie hatten besonders darauf geachtet, die schwächeren zu trainieren und hatten oft gewechselt, und dabei große Fortschritte gemacht. Sie konnten auch einige weitere Einträge in ihren Pokédex machen, denn es hatten sich manche ihrer Pokémon weiterentwickelt. Marinas Taubsi wurde ebenfalls ein Tauboga und ihr Dodu entwickelte sich zu Dodri. Gary hatte beschlossen sein Nidorina zu einem Nidoqueen zu entwickeln und verbrauchte seinen Mondstein. Außerdem entwickelte sich sein Krabby zu einem Kingler und sein Bisaknosp hatte sich nach einem besonders anstrengenden Training bereits zu einem Bisaflor weiterentwickelt. Toby hatte nicht ganz so viel Glück, allerdings konnte er sich ein Rattfratz fangen, das sich bald zu Rattikarl entwickelte. Außerdem fing er sich ein Myrapla. Am Ende ihres Trainings schauten ihre Teams folgendermaßen aus: Gary hatte Nachtara, Glutexo, Bisaflor, Arkani, Kingler und Nidoqueen bei sich. Marina nahm Psiana, Marill, Tauboga, Dodri, Gallopa und Sichlor mit. Toby hatte alle seine Pokémon bei sich und zwar Hypno, Tangela, Rattikarl und Myrapla.
Toby ahnte, dass ihre gemeinsame Zeit nicht mehr lange dauern würde und zeigte seinen Freunden seinen Lieblingsplatz, eine einsame Lichtung, tief im Wald. Viele verschiedene Blumen blühten dort und ein kleiner Bach plätscherte munter vor sich dahin. Es war kurz vor Mittag und sie hatten etwas zu Essen mitgebracht. Nun lagen sie ausgestreckt im Gras und ihre Pokémon tollten ausgelassen um sie herum. Sie waren zufrieden mit sich und der Welt.
Plötzlich raschelte es zwischen den Bäumen und ein Kadabra schwebte heraus.
"Komisch…Ich wusste gar nicht, dass es hier wilde Kadabras gibt…", überlegte Gary. Dann dämmerte es ihm. "Das ist auch kein wildes Kadabra! Das ist das von Lukas!!! Er muss hier ganz in der Nähe sein!", rief er aufgeregt. Er und Marina waren aufgesprungen und suchten mit ihren Blicken eifrig die Umgebung ab. Da trat er auch schon zwischen den Bäumen hervor.
"Lukas! Du bist wieder da!", freuten sich die Beiden und fielen ihm um den Hals. Dieser freute sich genauso wie sie, seine Freunde wieder zu sehen. Nach einer Weile bemerkte er Toby, der etwas abseits stand und nicht recht wusste, was er tun sollte. Lukas trat auf ihn zu und begrüßte ihn herzlich. Er konnte nachempfinden, wie es ihm ging. Auch er hatte sich am Anfang etwas ausgeschlossen gefühlt, da Gary und Marina so vertraut miteinander umgingen. Er verwickelte Toby in ein Gespräch in das er nach und nach auch Gary und Marina miteinbezog. Fröhlich plaudernd wanderten sie zurück zur Stadt, sie hatten beschlossen, Lukas Rückkehr mit einem Essen zu feiern.
Bald hatten sie in einem kleinen Restaurant einen Platz gefunden und ihre Speisen bestellt. Auf einmal fiel Gary ein, dass ihnen Lukas ja eine Überraschung versprochen hatte. Gespannt fragte er Lukas und dieser antwortete geheimnisvoll: "Sie besteht aus zwei Teilen. Den einen zeige ich euch nach dem Essen, den anderen…na ja…wenn ihr wollt könnt ihr ihn jetzt gleich sehen."
Natürlich wollten die Freunde und so kramte Lukas eine Weile in seiner Tasche bis er endlich ein dünnes Buch hervorzog.
"Bittesehr! Aber ihr müsst es erst ganz lesen, bevor ihr mir sagt was ihr davon haltet. Übrigens…das ist die Erstausgabe. Also passt gut drauf auf!" Gary und Marina versprachen es und wollten gleich zu lesen anfangen, aber Lukas wollte dass sie es erst später lasen. Widerwillig fügten sie sich seinem Wunsch.
In diesem Moment kam der Kellner und brachte das Essen. Bald hatten sie das Buch vergessen und erfreuten sich an den köstlichen Mahlzeiten. Nach dem Essen, Lukas hatte sie alle eingeladen, konnte sich Toby nicht mehr ruhig halten.
"Lukas, was ist der zweite Teil deiner Überraschung? Ich würde zu gern wissen, was es ist?!", bettelte er. Lukas grinste fröhlich und meinte, er würde es ihnen vorm Restaurant zeigen. Gespannt liefen sie hinaus.
23. Ein komplett neues Pokémon
Dort holte er drei seiner Pokébälle hervor und warf einen. Ein wunderschönes Snobilikat erschien.
"Wow! Und ich dachte du wärst nicht zum Trainieren gekommen???", fragte Marina beeindruckt.
"Naja, manchmal wenn ich es am Schreibtisch nicht mehr ausgehalten habe, bin ich trainieren gegangen. Und zwar meine schwächsten Pokémon. Jetzt sind alle in meinem Team ziemlich gleich stark!", berichtete er stolz.
"Und was ist in deinem zweiten Pokéball?", fragte Toby gespannt.
Lächelnd warf ihn Lukas und ein Schillok erschien. Bewundernd scharten sich die Anderen um das Pokémon, das die Aufmerksamkeit sichtlich genoss und sich sofort in Pose warf. Lachend beglückwünschten sie Lukas für sein Pokémon. Dann fragte Gary: "Du hast uns zwei super Pokémon gezeigt. Aber so wie ich dich kenne hast du dir das Beste bis zum Schluss aufgehoben. Welches ist da drin?"
Lukas wurde ernst. Es ist ein sehr seltenes Pokémon. Besser gesagt, zurzeit ist es das einzige seiner Art. Vielleicht gibt es später mehr aber jetzt…"
"Jetzt spann uns nicht lang auf die Folter!", unterbrach ihn Gary, gespannt was für ein Pokémon das sein sollte. Ein wenig neidisch war er auch, dass Lukas so ein seltenes Pokémon haben sollte und er nicht. Lukas ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und erklärte weiter: "Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie ich das Porygon gewonnen habe? Kurz nachdem ich wieder in Saffronia City war, rief mich der Veranstalter der Lotterie an und fragte mich, ob ich nicht ein noch selteneres Pokémon als Porygon wolle. Neugierig stimmte ich zu und besuchte den Mann. Er gab meinem Pokémon ein Item, es heißt Up-Grade und ich tauschte es mit einem seiner Pokémon. Als er es bekommen hatte entwickelte es sich weiter. Später tauschte er es wieder zurück. Und das ist es…."
Er warf den Ball und heraus kam ein seltsames Pokémon. Die Farben des Pokémons waren die gleichen wie die von Porygon aber die Form schien irgendwie weicher. Es hatte keine Kanten mehr, obwohl die einzelnen Gliedmaßen jetzt stärker hervortraten.
"Es heißt Porygon2!", konnte man Lukas Stimme stolz hören. Staunend betrachteten seine Freunde das Pokémon. Schließlich sagte Marina: "Eines verstehe ich aber nicht…ich meine…du hast Porygon gewonnen, ok. Aber was hat der Mann für einen Nutzen, dass er dir jetzt auch noch ein so seltenes Item geschenkt hat und dir dadurch zu so einem Pokémon verhalf?"
"Oh, das ist ganz einfach. Der Mann ist ein Forscher. Er hat das Item selbst entwickelt und wollte testen, ob es auch wirkte. Ich war der einzige Trainer, der ihm einfiel, der ein Porygon besitzt. Glück gehabt nenne ich so was. Es ist nämlich total stark!", konnte er sich ein wenig Prahlerei nicht verkneifen.
"Na wenn das so ist…wie wär’s mit einem Kampf?", fragte Gary. "Du bist nämlich nicht der einzige mit neuen Pokémon!"
"Aber sicher doch! Toby, weißt du eine Wiese, wo wir Platz zum Kämpfen haben?", fragte Lukas.
"Na klar! Kommt mit!"
24. Let’s fight!
Lukas schickte als erstes sein Snobilikat in den Kampf. Gary beschloss, Nidoqueen einzusetzen. Es war ein spannender Kampf. Snobilikat war im Nachteil, da Nidoqueen Boden-Attacken beherrschte, aber es konnte diesen durch seine Geschwindigkeit ausgleichen. Sie kämpften lange, bis Snobilikat erschöpft zu Boden sank und Nidoqueen es durch einen Steinhagel besiegen konnte. Doch auch Nidoqueen war erschöpft und Gary rief es zurück. Dann starteten sie in die nächste Runde. Gary rief Kingler, Lukas Elekid. Dieser Kampf war bald vorüber, da Elekid einfach so lange mit Blitzen um sich schoss bis es Kingler getroffen hatte und dieses besiegt wurde. Marina und Toby, die nicht nur zuschauen wollten begannen ebenfalls einen Kampf, mit ihren schnellsten Pokémon, Sichlor und Rattikarl. Die vier Trainer bemerkten gar nicht, dass sie Publikum hatten. Ein Mann in Anzug und Krawatte, der einen Koffer trug stand am Rand der Wiese und schaute ihnen zu. Schließlich, die beiden Kämpfe hatten zufällig gerade gleichzeitig geendet, unterbrach er sie mit lauter Stimme. Er erklärte den vier Freunden, dass er beeindruckt von ihren Pokémon sei und sie alle einladen würde, zu einem großen Pokémon-Turnier nach Orania City zu kommen. Begeistert stimmten sie zu, sie waren zuversichtlich, dass ihre Pokémon gut abschneiden würden. Der Mann gab ihnen vier Tickets und meinte zum Abschied: "Sein in einer Woche im Hafen von Orania City. Dort werdet ihr ein Schiff finden, das "Rising Dream" heißt. Zeigt eure Tickets und ihr werdet eingelassen. Damit drehte er sich um und ging davon.
Jubelnd fielen sie sich um den Hals.
"Das wird so super!", freute sich Lukas. Die anderen stimmten ihm lauthals zu. Dann fiel Gary etwas ein. Er zog Lukas und Marina zur Seite und fragte sie: "Was haltet ihr davon, wenn wir Toby fragen ob er danach auch noch mit uns mitkommt? Ich finde wir passen super zusammen!" Marina musste lächeln und dachte sich insgeheim: "Dass ist typisch für Gary! Aber ich finde gerade das macht ihn so liebenswert!" So stimmten sie zu und als sie Toby fragten, sagte er begeistert zu. Jetzt waren sie also schon zu viert.
Am nächsten Tag machten sie sich auf den Weg nach Orania City. Gespannt malten sie sich aus, was sie dort wohl erwarten würde. Jeder hatte seine eigene Vorstellung, aber eines wussten sie ganz genau: Sie würden zusammen bleiben, verbunden durch ihre Freundschaft. Und ihre Pokémon würden sie unterstützen. Vor allem Gary war sehr froh über diese Erkenntnis.
Fortsetzung folgt!