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Vorwort: Diese Geschichte ist frei erfunden, bis auf die Pokémon, Orte und einige wichtige Personen, die auch sonst in "Pokémon" auftauchen, ist der Rest meiner Fantasie entsprungen. Die Geschichte fiel mir spontan ein, als ich die Fanstories auf dieser Website las – danke an der Stelle für die Inspiration!
Geschichte: Sie handelt von drei jungen Mädchen, die – wie einst Ash und Gary – von Alabastia aufbrechen, um die besten Trainer aller Zeiten zu werden. Nach und nach kommen immer mehr Trainerinnen und Trainer dazu, die auch begabt und stark sind. Sie alle werden eines Tages gegeneinander antreten… aber wer wird der Beste von allen sein? Diese Geschichte beschreibt den Weg dreier Trainerinnen aus Alabasta auf ihrem Weg zum Erfolg.
Anmerkung: Vom Prolog bis Kapitel 3 werden die Drei noch in Alabasta sein, aber ab da gehen sie getrennte Wege. Daher unterteile ich ab Kapitel 4 jeweils in 4.1, 4.2 bzw.4.3 usw. Jeder Teil wird für den einzelnen Trainer stehen und seinen Weg zum Ruhm beschreiben. Aber ich will euch nicht aufhalten! Viel Spaß mit der Story!!!
Prolog: Professor Eichs besonderer Tag
Die Regentropfen, die vom Regen von letzter Nacht auf die Blätter der Bäume gefallen waren, rutschten hinunter auf dem Boden, als eine goldgelbe Sonne langsam über das Land Kanto aufging. Auch die Menschen in einem kleinen Städtchen namens Alabastia starteten in den Tag hinein. Einer aber war – wie gewöhnlich – schon längst wach und fleißig am Arbeiten.
Es war der allseits bekannte Professor Eich. Er war eine meisterhafte Kapazität für Pokémon, zahlreiche Kreaturen, die das ganze Land bevölkerten. Der Professor hatte mit seinen Forschungen die Kenntnisse der Menschen über die Pokémon beachtlich erweitert und dafür war er überall bekannt und beliebt.
Auch heute stand Professor Eich zeitig auf und widmete sich den Forschungen über die Unterschiede zwischen zwei gleichen Pokémon. Er wusste, dass es selbst zwischen Pokémon, die gleich waren und auch sonst gleich aussahen, Unterschiede gab, aber welche – nun, genau das wollte er herausfinden. Als die Sonne gerade über Alabastia aufging, saß er am Computer und beobachtete die Untersuchungen, die er an zwei Rattfratz (kleine, lilafarbene Ratten–Pokémon mit einem mächtigen Gebiss) durchführte.
"Gurrr, guuuuurrrr!" ertönte er plötzlich hinter ihm und ein kleines Taubsi kam in das Zimmer geflogen. Es war ein kleines Tauben–Pokémon, mit buschigem Gefieder (wobei die Rückenfedern braun und die Bauchfedern hellgelb gefärbt waren), einem rosa Schnabel und rosa Füßen, sowie zwei entschlossen blickenden Augen, die von gelben Augenbrauen und zwei schwarzen Strichen, die entlang der Augenpartie gingen, untermalt wurden.
"Da bist du ja, mein Freund!" rief Eich freudig aus, als sich sein Taubsi auf seine Schulter setzte. Was auch nur wenige Menschen wussten: Professor Eich war einst ein sehr erfolgreicher Pokémon–Trainer (so nannte man die Leute, die Pokémon nicht nur als Haustiere hielten, sondern auch Kämpfe mit ihnen austrugen), hatte dieses Dasein aber nach einer Weile an den Nagel gehängt, um sich der Arbeit eines Professors vollständig widmen zu können. Sein treues Taubsi aber war ihm noch von der Zeit geblieben; es begleitete ihn überall hin und wachte jeden Tag über seine Arbeit. Und auch wenn auch dieser Tag seinen üblichen Lauf nahm – für Professor Eich war es ein besonderer Tag…
Es war nämlich heute genau 1 Jahr her, seit sich die letzten Pokémon–Trainer aus Alabasta auf ihre Reise gemacht haben. Alle hatten sie einen so genannten Pokédex (eine kleine computerartige Maschine, die die Daten von Pokémon erfasste, die man gesehen oder gefangen hatte; in der Pokémon–Welt galt ein Pokémon als "gefangen", wenn man einen Pokéball nach einem wilden Pokémon werfen konnte, ohne dass dieses sich daraus wieder befreien konnte – um das sicher zu stellen, musste man das wilde Pokémon zuvor schwächen.
Aber es gab auch Fälle, in denen sich wilde Pokémon den Menschen freiwillig anschlossen) und eins von 3 Pokémon, die Professor Eich zur Verfügung stellte auf den Weg bekommen – mit einem Pokémon in Begleitung war der Beginn dieser Trainer–Reise viel einfacher. Jährlich stellte Professor Eich 3 Pokémon zur Verfügung, von denen sich die neuen Trainer aus Alabastia eins aussuchten – Glumanda (ein orangefarbenes Salamander–Pokémon mit blauen Augen, dass auf den Hinterbeinen lief und auf dessen Schwanzspitze immer eine kleine Flamme brannte), Schiggy (eine kleine blaue Schildkröte mit braunen Augen, einem festen, braunen Panzer und einem ineinander gerollten Schwanz) und Bisasam (ein blaugrünes Pokémon mit grünen Flecken am ganzen Körper, großen, hellbraunen Augen, einem breiten Gesicht, zwei spitzen Ohren und einem kleinen, grünen Samen auf den Rücken – im Gegensatz zu den anderen beiden lief das Bisasam auf allen vieren).
Und in jedem neuen Jahr, genau am Frühlingsanfang, kamen die Kinder zu ihm, die im Verlaufe des Jahres 10 Jahre alt geworden sind, bzw. offiziell Pokémon–Trainer sein durften. Dann führten sie ihre Wege fort, in der Hoffnung, erfolgreiche Trainer zu werden. Letztes Jahr war unter den Anfängern sogar Professor Eichs Enkel Gary gewesen und Ash Ketchum, der Sohn eines Meistertrainers. Der Professor musste jedes Mal schmunzeln, wenn er sich daran erinnerte, als Ash sein erstes Pokémon bekam – damals hatte Ash verschlafen und als er endlich zum Labor des Professors kam, waren alle 3 Pokémon schon gewählt worden.
Dafür bekam Ash ein Pikachu , ein kleines, gelbes, pummeliges Maus – Pokémon, mit spitzen Ohren, schwarzen Ohrenspitzen, roten Wangen, braunen Streifen am Rücken und einem blitzförmigen Schwanz, dass am Ansatz braun gefärbt war. Das Pikachu war von seinem Trainer zuerst überhaupt nicht begeistert; umso unglaublicher war es, wenn man Ash und Pikachu, die die dicksten Freunde überhaupt geworden waren, heute sah.
Und auch heute würde Professor Eich die Kinder empfangen, die im Verlaufe des Jahres ihren 10. Geburtstag gefeiert hatten. Insgesamt waren es drei; er wusste, dass die Töchter der Familien Spencer, Bellman und Parker 10 Jahre alt waren. Dieses Mal also, dachte der Professor lächelnd, würden die 3 Pokémon genau für alle "neuen" Trainer reichen.
Gestern hatte er erneut ein Bisasam, ein Schiggy und ein Glumanda bekommen, die frisch aus ihren Eiern geschlüpft waren und nun - in ihrem Pokéball auf dem Tisch in der Eingangshalle zu Professor Eichs Labor- auf ihren neuen Trainer warteten. Daneben lagen für jeden Trainer jeweils 1 Pokédex, sowie 5 weitere Pokébälle, die Eich jedes Jahr den Anfängern zur Verfügung stellte.
Und als er pünktlich um 10 Uhr zu seiner Eingangstür ging, um diese aufzuschließen und die Gäste zu empfangen, sagte er sich: "Jetzt ist es mal wieder so weit! Jetzt muss ich neue, hoffentlich viel versprechende Trainer wieder auf die Reise schicken!"
Kapitel 1: Die neuen Pokémon–Trainer
"Bilde dir bloß nicht ein, dass wir jetzt zusammen los ziehen, nur weil wir am selben Tag Pokémon – Trainer werden!" – "Und du, du solltest nicht denken, dass nur, weil du älter bist als ich, auch gleichermaßen stärker sein wirst! Ich werde die Bessere von uns beiden sein!" – "Von wegen! ICH bin diejenige, die die stärkeren Pokémon fangen wird! Verlass dich drauf!"
Professor Eich musste erneut schmunzeln. Zwei der drei Mädchen, die heute vorbei kommen sollten, waren Allegra Bellman und Merian Spencer; zwei Mädchen, die nicht unterschiedlicher sein konnten. Allegra hatte lange, feuerrote Locken, blitzende, blaue Augen und ein immerwährendes, entschlossenes Lächeln im Gesicht. Sie plapperte stets wie ein Wasserfall, war meistens gut gelaunt, aber die Laune konnte sich auch genauso schnell ändern, wenn sie gereizt wurde - dann ließ sie ihr starkes Temperament spielen. Und meist geschah das in Gegenwart von Merian Spencer, einem Mädchen, das ganz in der Nähe wohnte.
Merian war im Gegensatz zu Allegra ein ruhiges Mädchen, bei dem man sich freuen konnte, wenn es auch nur ein Wort sprach. Sie hatte lange, lilablaue Haare, wässrig blaue Augen, die immer müde schauten und ein Gesicht, das stets ernst blieb. Merian war ein Fan von Wasser–Pokémon und das, so dachten die Bewohner von Alabastia, passte perfekt zu ihrer ruhigen und ausgeglichenen Natur. Allegra dagegen mochte Pokémon vom Typ Feuer; auch das war ideal für solch ein Energiebündel wie sie.
Besonders bekannt waren die beiden Mädchen aber für ihre Rivalität zu einander. Es begann schon damit, dass sie sich stritten, welche Art von Pokémon – die vom Typ Feuer oder vom Typ Wasser – stärker waren. Es war allgemein bekannt, dass Wasser–Pokémon den Feuer–Typen überlegen waren; logischerweise wurde Feuer ja immer durch Wasser gelöscht. Aber Allegra war der Meinung, dass Feuer – Pokémon stärkere Attacken lernten und bei gutem Training die Besseren waren. So entbrannte immer wieder ein Streit zwischen den beiden Mädchen.
Aber auch so zankten sie sich immer, weil die Eine immer besser sein wollte, als die Andere – egal, in welchem Bereich. Sie waren sogar noch schlimmere Rivalen, als Gary Eich und Ash Ketchum, da war sich der Professor Eich sicher. Und jetzt, wo beide offiziell Pokémon trainieren durften, würde die Rivalität sicher noch größer sein, und sie würden immer wieder, egal, worum es ging, konkurrieren. Aber vielleicht, sagte sich der Professor, war das auch gut so, denn wenn man sich fest vorgenommen hatte, stärker zu sein, als der andere, dann würde man immer hart arbeiten und ein toller Trainer werden.
Eich öffnete die Tür, um die Beiden zu empfangen und in dem Moment standen sie auch schon vor seiner Schwelle. "Hallo, ihr Beiden! Ich hoffe, es geht euch gut! Ich habe euch schon erwartet!", begrüßte der Professor die Mädchen. Allegra strahlte wie immer im Gesicht, als sie antwortete: "Hallo, Professor! Gut geht es mir heute, klar, ich werde nämlich endlich eine Trainerin! Und wie geht es Ihnen? Was macht die Arbeit?" Merian dagegen schaute wie auch sonst immer müde und ernst und nickte Eich nur zu.
Der Professor sagte: "Die Arbeit läuft gut, danke der Nachfrage! Aber jetzt kommt erst einmal rein; ihr könnt es sicher nicht erwarten, euer Pokémon zu wählen und auf die Reise zu beginnen!" Es entstand ein kleiner Tumult, weil jedes Mädchen unbedingt als Erste hinein gehen wollte, aber danach waren Allegra und Merian in der Eingangshalle – der Raum mit den drei Pokébällen, wo die Pokémon enthalten waren, die jetzt einen neuen Trainer bekamen.
"Hier vor euch liegen drei Pokébälle mit den Pokémon, die ich euch zur Verfügung stelle", erklärte Professor Eich, "das sind – wie es bei uns in Alabastia üblich ist – Glumanda, das Feuer–Pokémon; Schiggy, das vom Typ Wasser ist und das Pflanzen–Pokémon Bisasam. Ihr dürft euch eins davon aussuchen. Bitte überlegt es euch gut, welches ihr nehmt – es wird fortan euer ständiger Wegbegleiter sein! Am besten ist, ich schicke sie jetzt aus ihren Pokébällen!"
"Nicht nötig, Professor", erwiderte Allegra Bellman, "ich habe es mir schon vorher lang genug überlegt. Und auch wenn ich es nicht getan hätte: es gibt nur ein Pokémon, dass für mich in Frage kommt!" Sie ballte ihre Hände zu Fäusten und setzte ihr entschlossenes Lächeln auf. "Ich wähle Glumanda!"
"Und was ist mit dir, Merian?", wollte Eich wissen. Merian dagegen blieb ausdruckslos und murmelte kaum hörbar: "Schiggy." Der Professor unterdrückte ein Lachen. Genau das, was er gedacht hatte – und man brauchte kein guter Wahrsager zu sein, um das vorauszusehen. Er drückte den Mädchen die entsprechenden Pokébälle in die Hände und sagte ihnen das, was er allen anderen Trainern, die die Jahre vorher Alabasta verlassen und sich auf die Reise begeben hatten, zuvor gesagt hatte: "Bitte sorgt gut für eure Pokémon. Nur mit Liebe und Fürsorge können sie richtig stark sein. Und bitte füllt den Pokédex mit soviel Daten, wie möglich. Am liebsten würde ich mich selbst auf den Weg machen und die unzähligen Pokémon auf der ganzen Welt sehen. Aber leider bin ich zu alt dafür. Deswegen habe ich die große Bitte an euch, es für mich zu tun. Bitte sammelt die Daten, und euer Pokédex wird eine wahrhafte Pokémon–Enzyklopädie sein!"
Merian nickte und sprach: "Ich werde sicher die beste Enzyklopädie von ganz Kanto erstellen! Ich, ganz allein! Und ich werde allen zeigen, dass Wasser–Pokémon der beste Pokémon–Typ ist, den es gibt!" – "Augenblick mal!", widersprach Allegra, "ich bin auch noch da! Ich dagegen werde beweisen, dass Feuer–Typen besser sind, als alle anderen!" Merian lachte ungläubig auf und entfachte Allegras Wut: "Du brauchst gar nicht so dämlich zu lachen! Und denk bloß nicht, dass du die Beste bist!"
"Ich bitte Euch, Mädchen, hört mit diesen albernen Streit auf! Ihr seid beide gleich gut und solltet euch am besten zusammen auf den Weg machen – zu zweit kann man sicher erfolgreicher sein, als alleine!" Nicht in dem Fall, dachte Merian, diese da würde mich doch nur behindern! Aber sie sprach es nicht laut aus, sondern machte einfach nur ein ungläubiges "Pah!" Allegra hatte es anscheinend nicht gehört; mit Freuden nahm sie die Pokébälle und den Pokédex an sich. Sie bedankte und verabschiedete sich vom Professor und dieser wünschte ihr Glück. Merian aber nahm alles wortlos an sich und ging ebenso wortlos aus der Tür. Aber kaum war sie ein paar Schritte gegangen, traf sie auf eine Allegra, die vor Wut kochte.
"So, du bist also der Meinung, dass du schon jetzt der einzig wahre Pokémon–Meister bist und ich dagegen eine pure Zeitverschwendung für den Professor, oder? So war das doch?", fragte sie und ihre Stimme zitterte vor Wut. "Und Feuer–Typen sind zu schwach, um überhaupt etwas zu gewinnen? Das sagtest du auf dem Weg hierhin, oder? Wieso beweist du es mir nicht, dass du und dein Wasser–Pokémon, jetzt wo du endlich einen hast, dass ihr die Besten seid? Wie wäre es mit einem Kampf – mein Glumanda gegen dein Schiggy?"
"Zeitverschwendung!", murmelte Merian und wollte an Allegra vorbei gehen, aber diese hielt sie auf. "Aha, dann hast du Schiss!" Das hatte gewirkt! Merian runzelte ihre Stirn und packte ihren Pokéball mit Schiggy drin. Sie warf es und die blaue, kleine Schildkröte erschien, von einem roten Lichtblitz erfüllt, auf dem Boden. "Schiggy, schiggy, schiiigyyy!", rief es entschlossen. Allegra interpretierte es richtig als Zeichen, dass Merian ihre Herausforderung angenommen hatte. Auch sie ließ ihr Glumanda aus dem Ball. "Glu, glumanda, glu!" Das Feuer–Pokémon strahlte über das ganze Gesicht. Allegra ging auf ihn zu und sagte: "Hallo, Glumanda, ich bin deine neue Trainerin, Allegra! Bist du bereit für deinen ersten Kampf?"
"Glu – glumanda!" Das kleine Pokémon nickte und lächelte seine Trainerin an. Allegra lachte: "Du bist ja echt süß!" Merian und Schiggy hatten dem Treiben bewegungslos zugeschaut. Auch diese beiden schienen sich zu ähneln. "Na, was ist denn hier los?" Unbemerkt war ein Assistent von Professor Eich herangetreten und beobachtete staunend das Geschehen. Allegra antwortete, weil Merian schwieg: "Wir wollen beide einen Pokémon–Kampf austragen. Gerade haben wir jeweils ein Pokémon vom Professor erhalten."
"Aha, dann seid ihr wohl Allegra Bellman und Merian Spencer", sagte der Assistent, "nun, wenn ihr gegeneinander kämpft, dann braucht ihr einen Schiedsrichter! Doch, ihr braucht einen", fügte er hinzu, als er sah, wie Merian den Kopf schüttelte, "sonst kann man nicht garantieren, dass der Kampf fair ausgeht! Und ihr wollt doch sicher beide einen fairen Kampf?"
Es entstand eine kleine Pause und dann … nickte Merian und auch Allegra stimmte mit "Sie haben sicher recht!" zu. Dann aber fragte sie: "Wo sollen wir denn einen Schiedsrichter her kriegen?" "Ihr habt Glück!" Eichs Assistent lächelte. "Ich war zufällig einst Schiedsrichter für Pokémon–Kämpfe und es wäre mir eine Ehre, wenn ich es auch bei eurem Kampf sein dürfte!" Das war sicher das Beste! So hatten beide Mädchen nichts dagegen einzuwenden und der Kampf begann…
Kapitel 2: Der erste Pokémon - Kampf
Ein paar Augenblicke später standen sich die beiden Trainer bzw. Pokémon gegenüber. Der Assistent sagte: "Dies ist ein Pokémon – Kampf zwischen Merian Spencer und Allegra Bellman! Es ist ein Kampf 1 gegen 1, das bedeutet, dass jeder Trainer nur ein Pokémon einsetzt – und derjenige, der nicht mehr weiter kämpfen kann, hat verloren! Ich erkläre den Kampf für eröffnet!"
"Glumanda, setz‚Kratzer ein", rief Allegra ihrem neuen Freund zu, kaum hatte Eichs Assistent seine Worte gesprochen. "Glu – glumanda!" Entschlossen lief die kleine Feuer–Echse auf ihren Gegner zu. Aber Merian war natürlich auch auf Achse. "Schiggy, zurück in deinen Panzer!" – "Schiiii – gy!" Das Pokémon tat, wie ihm geheißen – und schon in der nächsten Sekunde bearbeitete es Glumanda mit seinen Krallen. Aber Schiggys Panzer war hart; so hart, dass ihm Glumandas "Kratzer" nichts ausgemacht hatte.
Jetzt schaute das Feuer – Pokémon und seine Trainerin sehr baff aus der Wäsche. Merian nutzte den Moment, um ihrem Schiggy die Tackle-Attacke zu befehlen; diese traf Glumanda voll. "Oh, nein, Glumanda, kannst du weiter machen?", fragte Allegra besorgt. "Glumanda!", richtete sich das Pokémon tapfer auf. "Prima", jubelte Allegra, "versuche noch einmal die Kratzer-Attacke!"
Ich wusste ja, dass sie zu blöd für das Trainieren von Pokémon ist, dachte Merian. "Schiggy, roll dich wieder in deinen Panzer ein und dann Tackle!" Auch dieses Mal blieb das für Glumanda nicht ohne Folgen. Aber dieses Mal sprang es nicht auf die Füße wie vorher, sondern blieb wimmernd und zitternd auf dem Bogen liegen. Allegra fühlte unendliches Mitleid für ihr Pokémon in sich aufsteigen – und Wut, dass sie ihr eigenes Glumanda nicht trainieren konnte. Was hatte sie nicht alles über Glumanda, sowie seine Attacken und Eigenarten gelernt? Und jetzt – jedes Baby würde mit Glumanda besser zurechtkommen, als sie!
"Verzeih mir bitte, Glumanda!" Sie ging zu ihrem Pokémon und kniete sich vor ihm. "Du hättest einen viel besseren Trainer verdient, als mich! Den Besten, den es gibt! Und ich habe dich in deinem ersten Pokémon–Kampf so bitter enttäuscht! Du hast mir vertraut, auch wenn wir uns kaum kennen und ich habe dein Vertrauen so schmählich missbraucht! Bitte verzeih mir… Glumanda!" Tränen tropften aus Allegras Augen auf den Boden.
Schwach richtete Glumanda sein Köpfchen auf und sah mit seinen strahlend blauen Augen in die strahlend blauen Augen seiner Trainerin. Natürlich verstand es nicht, was seine Trainerin gesagt hatte, aber Gefühle sprachen ohnehin eine Sprache, die keine Worte bedarf – die Menschen und Pokémon gleichermaßen verstehen können. So verstand auch das Glumanda, dass sich seine Trainerin um ihn sorgte und traurig war, dass ihm so arg zugesetzt wurde. Mit einem Mal schaute es entschlossener denn je.
Und in dem Moment, als Merian und Schiggy siegessicher lächelten und Eichs Assistent sagte: "Der Sieger des Kampfes ist…" sprang es auf die Füße, so als wäre nichts gewesen. "Du willst trotzdem für mich kämpfen, auch wenn ich zuvor so viel Mist gebaut habe?" fragte Allegra ungläubig. "Glumanda!", sagte ihr Pokémon. Allegra weinte erneut, dieses Mal aber vor Rührung.
"Augenblick mal", sagte der Assistent, "Glumanda kann doch weiter kämpfen! Der Kampf geht weiter!" "Nein, nein und nochmals nein!" erboste sich Merian, "sie haben mich schon zum Sieger erklärt, der Kampf ist zu Ende und ICH habe ihn gewonnen!" "Da ich den Satz noch nicht ausgesprochen habe, gilt meine Entscheidung nicht. Der Kampf wird fortgeführt!" Das war die Meinung des Assistenten.
So ein Eierkopf, das ist ungerecht und nicht wahr, dachte Merian. Aber was soll’s, diese dumme Allegra und ihre hässliche Echse sind beim nächsten Angriff ohnehin dran! "Schiggy, Tackle, los!", schrie sie. Aber Allegra war dieses Mal auf Achse. "Glumanda, ausweichen!" Gekonnt wich die kleine Feuer–Echse dem Angriff ihres Gegners aus. "Und jetzt", rief ihre Trainerin, "setz Kratzer ein!"
Gott, ist die dumm, sagte sich Merian und klatschte sich an die Stirn. "Schiggy, du kennst das ja schon – ab in deinen Panzer!" Sie schaute auf das Geschehen in der Mitte, wo Glumanda mit gespreizten Krallen auf Schiggy, welches sich in seinem Panzer einrollte, zulief und blickte dann zufällig auf Allegra – und erschrak vor ihrem Gesichtsausdruck. Sie schaute entschlossener und siegessicherer denn je. Was hatte sie nur vor? Allegra aber dachte: Läuft ja wie am Schnürchen!
"Jetzt, Glumanda", rief sie in dem Moment, als das Pokémon beim Schiggy angekommen war, "Heuler!" Glumanda stoppte die Attacke und rief mit allem, was seine Stimme hergab: "Gluuumaaanddaaaa! GLUUUMANNDAAH!" Und das war viel. Und laut. Kreischend hielt sich Merian die Ohren zu und auch Schiggy rutschte, gelähmt von dem Lärm, wieder aus seinem Panzer. "Glumanda, kratze Schiggy, bevor es sich erholt hat!", rief Allegra.
"Nein, dem komme ich zuv…", schrie Merian verzweifelt, hielt aber plötzlich inne. Es war zu spät. Glumanda war Schiggy vielleicht im Nachteil, aber wenn es um Kraft und Schnelligkeit ging, war er ihm mindestens ebenbürtig. Denn dieser Kratzer hatte Schiggy voll getroffen. "Schi … schiggyyh…". Die kleine Schildkröte taumelte geschwächt nach hinten, fiel dann vollends hin … und stand nicht mehr auf.
"Der Kampf ist zu Ende!", sagte Eichs Assistent, "Sieger sind: Allegra und Glumanda!" Sowohl die Trainerin als auch ihr Pokémon jubelten überschwänglich und Allegra lobte Glumanda für diesen tollen Kampf. Merian dagegen stand fassungslos da und weigerte sich, dies zu akzeptieren. Wütend holte sie Schiggy in ihren Pokéball zurück und sagte zu Eichs Assistenten: "Dieser Kampf ist ungültig, das wissen Sie! Sie haben ihn schon vorher beendet und MICH zur Siegerin erklärt! Ich denke, dass diese Entscheidungen nicht mehr rückgängig gemacht werden?"
Der Mann erwiderte: "Ich habe es dir schon vorher erklärt: Der Kampf ist nur dann beendet, wenn der Kampfrichter ihn als beendet erklärt. Dabei muss er ohne Unterbrechungen den Satz vollständig aussprechen. So steht es auch in den Regeln!" "So, demnach darf jedermann den Kampfrichter unterbrechen, nur damit er diesen finalen Satz nicht ausspricht?", Merian lief rot an vor Zorn. Dann wandte sie sich Allegra zu: "Dein Sieg hat nichts mit Können zu tun. Es war pures Glück! In einer Arena der Pokémon–Liga, mit kompetenteren Kampfrichtern, wäre ich jetzt die Siegerin! Ach, was soll’s. Dafür werde ich dich in jedem Kampf, den wir in Zukunft ausführen werden, besiegen – verlass dich drauf!" Sie drehte sich auf den Absatz um und schlug den Weg ein, der zu ihr nach Hause führte.
"Bitte machen Sie sich nichts draus", sagte Allegra zum Assistenten, "ich finde, sie haben es ganz toll und gerecht gemacht!" Und Merian rief sie hinterher: "Und du – verlass du dich drauf, dass ich alles Menschenmögliche tun werde, um eben diese Siege, die du geplant hast, zu verhindern!"
Allegra und Merian verabschiedeten sich zu Hause von ihren Eltern und packten beide ihren Rucksack mit Proviant, Wasser, Kleidung usw. Beide nahmen sie auch Geld für ihre Reise mit. Und auch wenn die zwei Mädchen unterschiedliche Wege auf ihrer Reise einschlugen – sie hatten jeweils das gleiche Ziel… Die Pokémon – Liga… Die höchste Instanz für alle Pokémon – Trainer von der ganzen Welt. Dort kämpften die stärksten Trainer gegeneinander und nur einer von ihnen; derjenige, der alle besiegen konnte, war der Champ und der Meister aller Trainer.
Aber um an der Liga teilnehmen zu können, benötigte man insgesamt acht Orden, die man im Pokémon-Kampf mit den sogenannten Arenaleitern errang. Die Arenaleiter hatten überall in Kanto verteilt ihre Arenen, in denen sie aufstrebende Trainer willkommen hießen. Und sie alle waren stark. Aber Allegra und Merian hatten das Ziel, sie alle acht zu besiegen und an der Pokémon Liga teilzunehmen. Und dann würden sie erneut aufeinander treffen. Aber wenn dieser Tag kommt, sagte sich jede der Mädchen, als sie zwar auf unterschiedlichen Wegen aber zur selben Zeit ihre Heimatstadt verließen, wenn der Moment da ist, werde ICH die Siegerin sein!
Kapitel 3: Die kleine Trixie und ihr Bisasam
Im selben Moment machte sich noch jemand auf den Weg zu Professor Eichs Labor. Es war Beatrix Emmeline Parker, die aber von allen nur "kleine Trixie" genannt wurde. Ihren Spitznamen verdankte sie nicht nur ihrer Größe, sondern auch ihrem Aussehen – sie sah noch immer aus, wie ein kleines Kind, mit ihrer Stupsnase, den Pausbacken und den grünen Augen, die das ganze Gesicht auszufüllen schienen. Auffällig an ihr aber waren die schulterlangen grünen Haare und sie war bekannt dafür, dass sie immer ein Kleid und einen Hut trug und sich gerne kindlich benahm.
Jetzt hatte auch sogar die "kleine Trixie" einen Schritt in Richtung Erwachsenwerden gemacht: heute würde sie ihr erstes Pokémon bekommen und sich auf ihre Reise als Trainerin machen. Ihre Eltern entließen zwar ihre kleine Tochter nicht allzu gerne; sie sorgten sich, dass Trixie in ihrer Kindlichkeit und Naivität von einer Gefahr zur nächsten stolpern würde. Aber das Mädchen hatte sich fest vorgenommen, auf ihre Reise zu gehen und eine tolle Trainerin zu werden. Und – das wussten die Eltern – sie konnte sehr stur und beharrlich sein.
So setzte Trixie ihren Willen letzten Endes durch. Sie hatte sich heute also von ihren Eltern verabschiedet, ihren Rucksack mit ihren Siebensachen gepackt und wollte sich nur noch ihr erstes Pokémon bzw. den Pokédex von Professor Eich abholen. Dann würde auch sie die Stadt verlassen. Aber wohin genau sie gehen sollte oder würde – noch wusste sie es nicht. Überhaupt wusste sie noch sehr wenig über Pokémon. Aber das würde sich bald ändern, da bin ich mir sicher, dachte sie. Singend und von einem Bein auf den anderen hüpfend kam sie letzen Endes am Labor an und klingelte an der Tür.
Der Professor öffnete und Trixie sagte sofort: "Hallo, Professor! Da bin ich!" "Hallo, Trixie! Ich habe dich schon erwartet!", antwortete Eich, "ich befürchte nur, dass du ein wenig zu spät kommst. Die anderen beiden Trainerinnen sind schon aufgebrochen und haben alle schon ihr Pokémon gewählt. Das heißt: ich kann dir jetzt nur noch einen zur Verfügung stellen!" "Ooh, das ist aber seeehr schaaade!", antwortete Trixie mit gespielter Trauer und zog eine falsche Schnute. Innerlich aber frohlockte sie. Das war ja genau nach Plan!
Der Professor aber merkte nichts. "Nicht wahr? Aber leider kann ich da nichts mehr machen. Du musst also dieses Pokémon nehmen!" "Wenn es sein muss!" Trixie zuckte mit den Achseln und unterdrückte ein Lächeln. "Ich bin mir trotzdem sicher, dass ihr beiden gute Freunde werdet, du und Bisasam!", teilte ihr der Professor mit. "Wie bitte, Bisasam?" Trixie stand da wie erschlagen.
Eich wiederholte: "Ja, wie ich es dir schon sagte: Glumanda und Schiggy sind schon vergeben. Es bleibt nur noch Bisasam." "Ja, aber ich dachte…" murmelte das Mädchen und zog erneut eine Schnute, dieses Mal aber eine echte, "ich dachte, sie hätten nur noch ein Pikachu!" "Ich verstehe nicht ganz!" Professor Eich schaute Trixie fragend an und diese erklärte: "Na ja… sie haben mir gesagt, alle anderen Pokémon wären bereits gewählt und nur noch dieses Eine wäre übrig. Da dachte ich… es wäre ein Pikachu… so wie letztes Jahr…"
Da begriff der Professor. "Du meinst, als Ash sein Pikachu im letzten Jahr mitnahm?" Er lachte. "Aber das war etwas Anderes. Damals waren die drei Pokémon, die ich den Anfängern normalerweise zur Verfügung stelle, schon weg und Ash sollte und wollte ja auch Trainer werden. Ich konnte ihn doch nicht ohne ein Pokémon gehen lassen, meinst du nicht?" - "Nein, natürlich nicht". Trixie senkte den Kopf. "Und außerdem", fuhr Eich fort, "war das damals nur Zufall, dass ich ausgerechnet an dem Tag noch ein Pikachu hatte; eins, dass ich zufällig vorher gefangen hatte und das noch ganz wild war."
Trixie nickte traurig. Klar, das stimmte. Aber sie hatte so gehofft, heute auch ein Pikachu zu bekommen, so wie Ash im letzen Jahr. Ash, ihr großes Vorbild. Sie hatte ihn zwar noch nie getroffen, ihn aber im Fernsehen gesehen, als er in der Pokémon–Liga gekämpft hatte. Wie toll es doch wäre, wenn ich so sein könnte, wie Ash, hatte sie damals gedacht. Von da an konnte sie es kaum erwarten, bis der Tag käme, an dem sie ihr erstes Pokémon bekäme. Der heutige Tag.
Sie wollte –genau wie ihr Idol – auch ein Pikachu bekommen. Dafür würde sie an dem besagten Tag – ebenso wie ihr Vorbild – zu spät kommen, so dass die anderen Pokémon schon vergeben waren. Dann würde Professor Eich sicher genau das machen, was er bei Ash getan hatte: ihr ein Pikachu geben. Und ihr einen großen Traum erfüllen. Monatelang hatte sie es geplant, damit dieser Traum sich erfüllen konnte. Aber natürlich hatte sie nicht bedacht, dass der Professor nicht jedes Jahr Pikachu als "Reserve–Pokémon" anbietet. Und ihr großer Plan, ihr großer TRAUM scheiterte.
Der Professor dachte sich etwas Ähnliches. Er verstand, dass Trixie traurig darüber war, dass sie nicht das Pokémon bekommen konnte, das sie wollte. So erging es jedem Trainer, der am Anfang nicht das gewünschte Pokémon bekam. Aber Eich war der Meinung, dass man jedes Pokémon lieben und respektieren sollte. Auch die Pokémon, die man bekam, ohne zu wählen, brauchten Fürsorge und Zuneigung. Und der Professor wusste, wie er dem Mädchen dies beibringen sollte…
"Ich verstehe ja, wie du dich fühlst, Trixie. Sicher fühlt es sich nicht ganz so toll an, dass man nicht das Pokémon bekommt, das man will. Aber wenn du es jetzt nicht nimmst, wird es sicher ganz traurig. Und das willst du doch nicht, oder?" Trixie schüttelte den Kopf, flüsterte aber: "Ich weiß leider nicht, was ein Bisasam ist und wie man damit umgehen soll!" Eich lächelte. "Das wissen die Wenigsten, denen ich ihr erstes Pokémon gebe. Und es wäre schade, wenn man alles wissen würde, denn so könnte man nichts mehr lernen! Selbst ich weiß noch lange nicht alles über die Pokémon!"
Trixie schaute ihn an, als könnte sie ihm nicht glauben, aber der Professor nickte. "Genau so ist es. Vieles in der Pokémon – Welt versetzt mich noch immer in Erstaunen! Aber ich freue mich darüber, denn so gibt es immer etwas zu lernen. Auch du wirst auf deiner Reise viel lernen und danach sicher auch eine Menge über Pokémon wissen. Auch dein Bisasam wirst du bestimmt toll trainieren, auch wenn du – wie du sagst – noch wenig über ihn Bescheid weißt, so lange du ihn gut behandelst. Liebe und Freundschaft sind die Schlüsselwörter für jeden Trainer, denn nur damit können sie wirklich Stärke erlangen. Alles Weitere ergibt sich."
Trixie dachte lange über diese Worte nach. Der Professor ging zum letzten Pokéball am Tisch und ließ Bisasam raus. "Bisa, bisa?" Das kleine Pokémon schaute sich verwundert um. Eich ging auf es zu und sagte: "Hallo, Bisasam! Dies ist deine neue Trainerin Trixie!" Im Nu funkelten die Augen des Pokémon auf; mit breitem Lächeln näherte es sich dem Mädchen und schmiegte sich dann an ihre Beine. Da schmolz auch Trixies Herz und sie vergaß ganz, dass sie eigentlich ein ganz anderes Pokémon haben wollte. "Ist das aber knuffig!" Sie nahm ihr Bisasam hoch und fragte: "Hallo, willst du dich mir anschließen?" – "Bisasam!" Das Pokémon nickte glücklich.
"Genau das meinte ich mit Freundschaft und Zuneigung", sagte der Professor, als er sah, dass sowohl die Trainerin als auch ihr Pokémon einander sympathisch waren, "wenn das gegeben ist, dann kann man alles schaffen! Außerdem muss man bedenken, dass Pokémon meist nicht die Trainer wählen, zu denen sie gehören sollen. Und doch würden sie für ihren Trainer alles tun. Sollte dies nicht auch umgekehrt für uns Menschen gelten, was meinst du?"
Aber Trixie hatte auch so verstanden. "Ich nehme Bisasam auf jeden Fall mit! Es gehört zu mir und zu keinem anderen!", teilte sie Professor Eich mit. "Bisa, bisasam!", sagte ihr Pokémon. Es hieß wohl soviel, dass er auch gerne mit Trixie mitkommen wollte. "Noch was", fügte Eich noch hinzu, "wenn du wirklich ein Pikachu haben willst, kannst du es dir doch jederzeit fangen! Soviel ich weiß, gibt es sie im Vertania–Wald und am Kraftwerk nahe Azuria City in freier Wildbahn. Aber schau dich am besten selber um!"
Trixie wackelte auf einmal auf ihren Zehenspitzen hin und her und runzelte die Stirn. Irgendwas hatte sie nur, aber was, fragte sich der Professor. Schließlich rückte sie mit der Sprache heraus: "Ähm, Professor, ich… ich weiß nicht, wo… Azuria City oder… dieser Dingsbums–Wald sind… ich… weiß jetzt überhaupt nicht, wohin ich gehen soll!" Sie lief blutrot an. Professor Eich hatte beinahe einen Lachanfall. Natürlich, Allegra Bellman und Merian Spencer hatten sich vor ihrer Reise genau über alles informiert – von Pokémon bis zu ihrer Reiseroute. Aber Trixie Parker wusste anscheinend überhaupt nicht, was sie jetzt machen sollte.
"Pass auf", begann der Professor, "ich nehme mal an, dass du genau wie die beiden anderen Mädchen an der Pokémon – Liga teilnehmen willst, stimmt das?" Trixie nickte zur Antwort; sie dachte an Ash. "Dann werde ich dich, genauso wie Merian und Allegra vor dir, für die Liga anmelden. Aber bevor du dort teilnehmen kannst, musst du unbedingt acht Orden gewinnen!" Professor Eich erklärte ihr, wie das mit den Orden ablief und sagte dann: "Am besten, ich gebe dir noch eine Karte mit. Damit kannst du dich sicher nicht verlaufen. Geh von Alabastia aus jetzt immer nach Norden und dann erreichst du Vertania City. Und im Norden dieser Stadt ist auch der gleichnamige Wald. Und dann... ach, das wirst du sicher alleine herausfinden!"
Trixie schaute ein wenig skeptisch drein, doch als sie ihr Bisasam sah, fasste sie wieder Mut und Selbstbewusstsein. Danach erklärte ihr Eich noch den Gebrauch mit dem Pokédex und Trixie bedankte sich ganz herzlich bei ihm. Auch sie verabschiedete sich vom Professor und ging mit ihrem Bisasam aus der Stadt hinaus. Richtung Norden, Richtung Vertania City.
Fortsetzung folgt!