The legend of Kyogre and Groudon
Geschrieben von: Mia
Hauptcharakter:
Name: Mireille
Alter: 16 Jahre
Geburtstag: 3. April
Sternzeichen: Widder
Hobbys: schwimmen, tauchen, Pokémon beobachten
Lieblingsfarbe/n: blau, türkis
Stärken: tauchen, kann die Luft lange anhalten
Schwächen: ihr verschollener/verstorbener Bruder
Prolog:
Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag, an dem ich zehn Jahre alt wurde. Mein Bruder, ein berühmter Pokémon-Trainer unserer Heimatstadt Xeneroville, hatte mir versprochen, mir an diesem Tag ein Pokémon zu fangen und so freute ich mich noch mehr auf diesen Tag. Jedoch geschah etwas völlig unerwartetes. An jenen Tag schien das Wetter verrückt zu spielen und es schien so, als würde im Osten Hoenns ein sehr starker Sturm wüten, während im Westen die Sonne unerträglich war. Ich selbst wusste nicht, was los war, denn meine Eltern hatten mich nicht aus dem Haus gelassen. Allein mein Bruder wollte mit seinem Welsar nachschauen, was passiert war. Als er nach mehreren Stunden immer noch nicht zurück war, schlich ich mich nach draußen um nachzusehen, wo er bleibt. Draußen sah ich in der östlichen Hälfte Xenerovilles einen großen, blauen Wal der mit einem anderen großen, roten Wesen kämpfte, welches in der westlichen Hälfte Xenerovilles war. Durch einen mir unbekannten Grund verschwanden diese Wesen wieder, aber mein Bruder wurde seit dem Tag nie wieder gesehen…
Selbst zwei Jahre später hatte ich den Schmerz über den Verlust meines Bruders noch nicht vergessen, obwohl ich nicht glaubte, dass er tot war. Ich verkroch mich zu Hause und verfluchte jene Pokémon, die damals kämpften. Nach einiger Zeit aber entdeckte ich die Tauchausrüstung meines Bruders wieder. Von da an beschloss ich Selbst Tauchen zu gehen und meinen Bruder zu suchen. So ging es drei Jahre weiter, bis zu eben jenen Tag, an dem mein Abenteuer begann.
1. Kapitel "Einbruch im Pokémon Supermarkt"
(Untertitel: "Der Fremde mit der sanften Stimme")
Es war ein schöner Tag und die Sonne schien herab. Und obwohl es mir meine Mutter verboten hatte, machte ich mich auf den Weg zu meinem Geheimversteck; ein paar Klippen, die etwas Außerhalb der Stadt waren und von wo aus ich immer die Pokémon beobachtete. Auch diesmal wollte ich die Pokémon beobachten und mir bei Gelegenheit überlegen, welches Pokémon ich fangen will. Dafür hatte ich aber noch genug Zeit, da Xeneroville ja in einem Vulkan lag, kam nur ganz selten neue Ware zu unserem Pokémon-Supermarkt und die Pokébälle waren in so fällen immer gleich ausverkauft. Somit bestand nur eine geringe Chance, irgendwann selbst an einen dieser heißbegehrten Bälle zu kommen und somit Selbst ein Pokémon zu fangen. Bis dahin wollte ich die Zeit nutzen um die Pokémon ein wenig zu studieren, da ich ja weder bei Kämpfen zu geschaut hatte (obwohl es in Xeneroville eine Arena gibt und mein Bruder Trainer war) wollte ich mich wenigstens so ein wenig informieren.
Ich schaute in das klare Wasser. Wie gern wäre ich tauchen gegangen, doch meine Mutter hatte es mir verboten. "Dich könnte ein Garados angreifen", hatte sie immer gesagt. Dabei waren die Pokémon ziemlich friedlich in den letzten Jahren gewesen, fast so, als hätten die kämpfenden Pokémon vor drei Jahren ein paar bleibende Schäden verursacht - und das nicht nur oberflächlich.
In Gedanken versunken lies ich mich auf die kleine Grasfläche fallen. Ich hatte bei meinen Studien auch herausgefunden, was das für Pokémon waren, die vor drei Jahren ihr Unwesen getrieben hatten: es waren Kyogre, das Meer, und Groudon, das Land. Angeblich sollte eines von diesen beiden ein Friedliches Pokémon sein, doch welches, wusste niemand. Für mich wirkten sie generell beide böse, da sie der Grund für das Verschwinden meines Bruders waren.
Ich schloss die Augen. Noch heute konnte ich an manchen Tagen sehen, was geschehen war. Der Kampf der Pokémon, wie mein Bruder herausstürmte… So als wäre es erst gestern gewesen. Trauer umhüllte mich. Ich merkte, wie mir eine Träne hinunterkullerte. So tief saß der Schmerz noch. Ich setzte mich auf und wischte die Träne weg. Mein Bruder ist nicht tot, dachte ich immer um mir Mut zu machen, irgendwann würde ich ihn Wiedersehen. Ich blickte wieder hinab ins Wasser und sah einige Karpador springen. Obwohl diese Pokémon ziemlich schwach waren, entwickelten sie sich in so eine angst einflößende Kreatur wie Garados. Woran das wohl lag?
Immer noch tief in Gedanken versunken hörte ich, wie jemand meinen Namen rief. Ich drehte mich um. Es war meine Freundin Kyoko. Sie trug, wie so oft im Sommer, ein kurzes, geblümtes Kleid, dass ihr sehr viel bedeutete. Sie hatte es mal von ihrer verstorbenen Mutter erhalten. Ihre braunen Haare hatte sie zu einem Zopf geflochten. Sie kam auf mich zugerannt. "Weißt du schon das neueste?", fragte Kyoko noch während sie auf mich zugerannt kam. Ich schüttelte den Kopf. Kyoko nahm meine Hand und zerrte mich davon. "Heute kam eine neue Ladung, du willst doch unbedingt Pokébälle haben", sagte sie. Völlig aufgeregt zerrte sie mich weiter. In ihren Augen erkannte ich aber, dass das nicht der einzige Grund war. Ich grinste etwas frech und fragte dann: "Und das ist nicht nur eine Ausrede um deinen Freund auch während der Arbeit zu sehen?"
Kyoko lief rot an. Erwischt! Sie hatte nur wieder vor, ihren Freund Max zu überraschen. Plötzlich drehte sie sich um. Wie verrückt wedelte sie mit den Händen um das abzustreiten. "Nein, nein, wirklich…", sagte sie, aber man merkte, dass sie keine Ausreden parat hatte.
"Auf frischer Tat ertappt", sagte ich leicht gehässig.
"Ach was, du bist ja nur neidisch!"
"Ach ja?"
"Ja, warum würdest du mir sonst nicht glauben?"
"Weil es die Wahrheit ist?"
Kyoko blieb kurz stumm. Dann sagte sie aber: "Und was wenn Max nicht arbeitet?" Ich lachte.
"Du weißt genauso gut wie ich, dass er jeden Tag arbeiten muss - außer halt an Wochenenden"
Kyoko lief wieder rot an. Jetzt war sie schon so rot wie eine Tomate. "Schon gut, du hast mich durchschaut!", sagte sie. Anscheinen waren ihr die Ausreden ausgegangen. "Aber ganz gelogen habe ich nicht, die haben wirklich neue Waren bekommen!"
"OK, OK, ich glaub dir ja schon"
Gemeinsam rannten wir zum Supermarkt. Das wäre DIE Chance meinen ersten Pokéball zu bekommen. Kyoko war erstaunlich ruhig, ob sie wohl was verbarg?
Langsam kam der Supermarkt in Sicht. Von weitem konnte man schon die ganzen Trainer sehen, die sich fast um die Pokébälle schlugen. Es war ein Wunder, dass dies nicht in einer Schlägerei endete. Kyoko und ich liefen die Alabasterweißen Stufen hinunter. Hier in Xeneroville war fast alles aus Alabaster, was diese Stadt auch so schön machte.
Schon am Ende der Treppe erreichten wir die Menge. Obwohl der Supermarkt noch mehrere Schritte entfernt war, drückten sich die Trainer schon bis dort. Ich wollte gerade beginnen, mich nach vorne durchzudrängeln, als Kyoko mich zurückhielt. Sie zwinkerte freundlich und sagte dann: "Keine Sorge, ich bat Max darum, ein paar für dich zurückzulegen" Ich lächelte zurück. Kyoko war manchmal echt merkwürdig. Erst drang sie einen dazu, sich zu beeilen und dann gab es dazu keinen Anlass. Aber gerade deswegen waren wir zwei so gute Freundinnen, denn jede konnte der anderen Vertrauen. Kyoko würde mir auf meiner Reise besonders fehlen, dachte ich, als ich mich mit ihr auf die Treppe setzte und geduldig darauf wartete, dass sich die Trainer ein wenig lösen.
"Wann habt ihr das eingefädelt?", fragte ich meine Freundin. Kyoko grinste.
"Schon seit der letzten Ladung"
"Schon so lange?"
"Ja, bloß leider wurde dann eingebrochen und kein Pokéball blieb mehr zurück"
"Ach so, da habt ihr es geplant gehabt, für mich welche aufzuheben?"
"Ja"
Vor einigen Monaten war in den Supermarkt eingebrochen worden und es wurde eine ganze Ladung Pokébälle gestohlen.
Der Himmel färbte sich bereits orange, als sich auch die letzten Trainer verzogen und der Supermarkt nicht mehr belagert wurde. Gemeinsam gingen wir dorthin. Der Laden hatte bereits geschlossen und doch traten wir hinein, als wäre der Laden vierundzwanzig Stunden am Tag geöffnet.
Kyoko bat mich darum zu warten, während sie hinter den Tresen trat und ein Paket herausnahm. Sie schaute sich um. Ob sie wohl Max suchte? Wir schauten uns fragend an. Noch nie war er einfach nach Ladenschluss nach Hause gegangen, ob wohl was passiert war? Kyoko reichte mir das Paket. "Hier, ich weiß zwar nicht, wo Max ist, ich denke, dass ist das Päckchen für dich", sagte sie lächelnd. Plötzlich hörten wir, wie hinter uns die Tür geöffnet wurde. Erschrocken versteckten wir uns hinter einem der Regale, obwohl man uns so oder so für Einbrecher hielt. Kyoko schaute kurz nach. Plötzlich hörte man Stimmen. "Schaut überall nach, irgendwo muss dieser verdammte Pokéball doch sein!", sagte eine sehr tiefe, männliche Stimme. Kyoko zuckte plötzlich zurück.
"Was ist los?", fragte ich sie in einem leisen Flüsterton. In Kyokos spiegelte sich Angst wider.
"Einbrecher", brachte sie letztendlich heraus.
Verschreckt lehnten wir uns an das Regal, worauf dieses kurz wackelte. Wessen Idee war das gewesen, bei Sonnenuntergang in den Supermarkt zu gehen? Plötzlich hörte ich Schritte in unsere Richtung kommen. Mir stockte der Atem. Was würde wohl passieren, wenn sie uns entdecken würden? Mein Herz raste. Kyoko klopfte mir leicht auf die Schulter. Als ich zu ihr schaute, machte sie eine Handbewegung mit der sie mir andeutete, dass ich ihr folgen sollte. Sie ging vor, doch ich bewegte mich keinen Schritt. Die Angst war so groß gewesen, dass ich mich nicht bewegen konnte. Als Kyoko jedoch eine kleine Hintertür öffnete, war das alles wieder vergessen. Ich folgte ihr rasch nach draußen.
Wir befanden uns in einer Höhle, in der sich der Weg immer weiter in die Felsen schlängelte. Obwohl ich die Orientierung völlig verloren hatte, wusste ich irgendwie, dass wir auf dem Weg zur Urzeithöhle waren. Plötzlich hörten wir vor und hinter uns Schritte. Wir blieben stehen. Mein Herz begann wieder zu rasen. Jetzt konnte ich wirklich keinen Schritt mehr weiter gehen. Ich schaute zu Kyoko hinüber. Ihr ging es nicht anders. Sie kauerte sich langsam auf den Boden. Insgeheim hoffte sie wohl, dass es nur ihr Freund war, der ihr einen Streich spielte. Plötzlich sahen wir vor uns ein kleines Licht und einen Schatten. Sie hatten uns entdeckt. "Steh auf, wir müssen hier weg!", schaffte ich es geradeso herauszubringen. Kyoko schaute mich an. Dann stand sie auf. "Ja, nichts wie weg hier, bloß… wohin?"
"Ähm…" Ich schaute mich um. Es gab nur zwei Wege, den, der zum Supermarkt führte, wo die Einbrecher waren, und den, der direkt zu diesem Fremden führte. Plötzlich erschien vor uns eine Gestalt mit einer Taschenlampe. "Was macht ihr hier?", fragte sie sanft. In der Stimme erkannte ich, dass es ein junger Mann sein musste. Der Schein seiner Taschenlampe blendete mich aber so sehr, dass ich nicht genau erkennen konnte, wer vor uns stand. Ich brachte kein Wort heraus. Obwohl die Stimme freundlich klang, konnte es auch einer der Einbrecher sein. Kyoko erhob sich jedoch und erzählte die ganze Geschichte. Als sie geendet hatte, reichte uns der Fremde seine Taschenlampe. "Hier, nehmt diese. Folgt dem Gang bis ihr einige Fackeln seht und folgt diesen dann. So könnt ihr nicht auf irgendwelche Pokémon stoßen. Um die Einbrecher kümmere ich mich", sagte der Fremde wieder sanft. Doch bevor ich mit der Taschenlampe sehen konnte, wer vor uns stand, war er bereits verschwunden. Insgeheim dachte ich, das wäre mein Bruder gewesen, der uns gerettet hatte, doch Kyoko sagte: "Wassili ist echt ein netter Kerl"
"Was?! Das war Wassili? Unser Arenaleiter?", fragte ich. Ich hatte Wassili nie gesehen und kannte seine Stimme nicht, hatte aber gehört, dass er der stärkste aller Arenaleiter hier in Hoenn war.
"Ja", antwortete Kyoko lachend. "Jetzt sollten wir aber gehen, unsere Eltern machen sich bestimmt schon sorgen" Ich nickte und gemeinsam gingen wir weiter. Nach einiger Zeit kam eine Abzweigung. Rechts wurde es immer dunkler, Links erkannte ich jedoch kleine Lichter. "Das ist der Weg, von dem Wassili geredet hatte", sagte Kyoko fröhlich. Schnell rannten wir dorthin, denn für heute hatten wir bei weitem genug erlebt.
Zu Hause bekam ich erstmal ganz schön viel Ärger, weil ich erst so spät heimkam. Als ich aber die Predigt meiner Mutter hinter mir hatte, ging ich hinauf in mein Zimmer und öffnete das Päckchen. Der Pokéball darin sah nicht aus, wie jene, die ich sonst immer gesehen hatte. Die obere Hälfte war schwarz und hatte komische, grüne Huppel. Ob das wohl eine neue Art war? Jedenfalls beschloss ich mir so schnell wie nur irgendwie möglich ein Pokémon zu fangen, sofern ich etwas besonderes finde. Ein Karpador wollte ich nicht, weil die so schwach waren. Und Garados waren so stark, dass man die nicht einfach fangen konnte. Für diesen Tag war ich aber zu kaputt um mir darüber Gedanken zu machen und so wartete ich erstmal auf den nächsten Tag.
2. Kapitel „Das eingeklemmte Pokémon“
Ich packte meine Tauchutensilien und machte mich dann gleich auf den Weg zum
See. Klar, meine Mutter würde es mir am liebsten verbieten, tauchen zu
gehen, aber mir war das ziemlich egal, ich wollte ja meinen Bruder suchen
und ohne ein Pokémon kam man ja nicht weit.
Bei meinem Geheimversteck schnallte ich meinen Gürtel mit der
wasserdichten Bauchtasche um und packte meinen Pokéball hinein. Als ich dann
auch noch die große Sauerstoffflasche umgeschnallt hatte, konnte die Reise
losgehen.
Überrascht stellte ich fest, wie vielfältig die Anzahl an Pokémon hier
war. Ich war zwar schon öfter dort unten gewesen aber auf die Pokémon hatte
ich noch nie wirklich geachtet. Hier gab es unglaublich viele Karpador und
auch Garados. Leider waren mir die Karpador zu schwach und die Garados zu
stark, also beschloss ich, außerhalb von Xeneroville zu suchen. Kyoko
erzählte mir immer von einem unterirdischen Durchgang, den ihr Freund auf
seinen Reisen immer benutzt hatte. Ob das stimmte, wusste ich zu diesem
Zeitpunkt aber noch nicht.
Am Meeresgrund war es schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Überall
waren Korallen und das ein oder andere Karpador schwamm herum. Hier und da
sah ich auch mal ein Garados. Ich war zwar schon öfters tauchen, aber so
weit unten war ich bis dahin noch nie und daher hatte ich diese Farbenpracht
auch noch nie so richtig gesehen.
Ich tauchte weiter, in der Hoffnung, dass ich den Durchgang fand. Nach
einer Weile hörte ich etwas rufen. Es war zwar nicht sehr laut, doch ich
konnte ein leises "Hydro" vernehmen. Ob das wohl ein Pokémon war, das dort
eingeklemmt war? Schnell schwamm ich in die Richtung, aus der ich das Rufen
vernommen hatte.
Nach einiger Zeit konnte ich eine kleine Höhle finden. Ob das wohl der
Durchgang war? Ich tauchte durch. Die Höhle war sehr dunkel und ich glaubte
hin und wieder mal ein Lampi gesehen zu haben. Ich langte mal kurz in meine
Bauchtasche, in der Hoffnung, dass ich dort noch eine wasserdichte
Taschenlampe drin hatte. Doch Fehlanzeige, bis auf meinen Pokéball waren da
nur noch ein paar Pokédollar (ähm... was hatte das Geld in meiner
Bauchtasche zu suchen? Die benutzte ich doch eh nur zum tauchen). Als ich
schon zurück schwimmen wollte hörte ich wieder etwas. Ein Krachen von
Felsen. Ich drehte mich um. Aus welcher Richtung das wohl kam? Dann noch ein
Krachen. Langsam bekam ich es mit der Angst zu tun. Was, wenn der Rückweg
blockiert ist und mir der Sauerstoff ausgeht?, dachte ich. Mir wurde kalt.
Dann hörte ich wieder: "Hydro!" Ich drehte mich wieder um. Nichts zu sehen,
aber ich merkte, dass vor mir etwas war. Ich schwamm noch ein Stück weiter.
Dann hörte ich etwas strampeln. Ich schaute hinab und konnte im schwachen
Licht nichts erkennen. Nur eine leichte Silhouette. Irgendwas in mir sagte
mir, dass das ein Pokémon war, das eingeklemmt war.
Zunächst versuchte ich, den Felsen zu verschieben. Da er aber zu schwer
war, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Da viel mir auf, dass
meine Bauchtasche immer noch offen war. Ich langte kurz hinein, um
nachzuprüfen, ob mein Pokéball auch noch drin war. Im ersten Moment dachte
ich, ich hätte ihn tatsächlich verloren, dann fand ich ihn aber doch noch.
Ich versuchte das bewegende Etwas anzuvisieren. Da ich ja noch nie ein
Pokémon unter Wasser gefangen hatte (noch nicht mal am Land), ließ ich mir
sehr lange Zeit zum zielen, bis ich den Pokéball warf.
Mit einem Ruck warf ich ihn letztendlich. Für einen kurzen Moment erhellte
sich die Höhle vom Schein des Pokéballs, als ich das Pokémon getroffen
hatte. Dann sah ich kurz ein rotes Licht aufleuchten. Ich schwamm zu dem
Licht hin und hob meinen Pokéball auf. Kurze Zeit darauf verschwand das
Licht auch schon wieder. Ich schaute noch einmal zu den Felsen. Nichts
zappelte mehr dort. Anscheinend hatte ich das Pokémon gefangen.
Nachdem ich den Pokéball verbraucht hatte, viel mir ein, dass ich nur
begrenzte Zeit hatte. Also beeilte ich mich um schnell hinauszukommen, da
mir sonst die Luft ausgehen würde. Ich verließ die finstere Höhle und fand
mich wieder in der wunderschönen Farbenpracht im See Xenerovilles. Nein,
Moment, in Xeneroville gab es doch keine Muscheln! Ich starrte kurze Zeit
auf eine blaue Muschel, die zwischen Korallen und Seetang lag. Dann schwamm
ich wieder hinauf. Erstaunlicherweise sah ich unterwegs keine Karpador. Das
einzige, was ich sah, war der blaue Körper eines Tentacha, das mich mit
seinen langen Tentakeln fangen wollte. Während dem Versuch glühten die
Perlen ähnlichen Dinger auf seinem Kopf rot auf. Ein Grund mehr, sich zu
beeilen, dachte ich. Ich hatte erst etwa ein Viertel der Strecke hinter mich
gebracht, als ich merkte, wie mir das Atmen schwer viel. Ich hielt kurz an
und schaute auf meine Sauerstoffflasche. Der Sauerstoff war leer! Schnell
setzte ich mich wieder in Bewegung, denn jetzt hieß es, sich zu beeilen.
Als ich schon die Oberfläche sah, japste ich nach Luft. Klar, hier im Meer
gab’s nur Wasser, aber das war mehr so eine Art Reflex. Ich spürte, wie
meine Arme und Beine langsam schwerer wurden. Ich musste mich ausruhen,
hatte aber keine Zeit dafür. Meine Augenlider wurden auch immer schwerer und
sie vielen mir auch zu. Ist das mein Ende?, dachte ich. Dann wurde alles vor
mir schwarz.
Ohne dass ich es bemerkte, muss sich mein Pokéball geöffnet haben und mein
Pokémon herausgekommen sein, denn als ich wieder aufwachte, fand ich mich
auf einer kleinen Insel wieder. Ich schaute mich verwundert um. Um mich
herum konnte ich bloß das blaue Meer und den mit wenigen Wolken bedeckten,
blauen Himmel erkennen. Die Insel, auf der ich mich befand, war auch sehr
klein. Einzig, ein Felsen mit einer Einkerbung befand sich darauf, sonst nur
Sand. Ich stand auf um mir den Felsen genauer anzusehen. Das wäre ein guter
Platz, für eine Geheimbasis, dachte ich. Dann versuchte ich mit bloßen
Händen eine kleine Höhle zu graben. „Hydropi“, sagte etwas hinter mir.
Verwundert drehte ich mich herum. Hinter mir war ein Hydropi aufgetaucht
und es lächelte mich mit seinen kleinen, schwarzen Augen an. Ich ging in die
Hocke und beäugte das Pokémon. Sein blauer Körper war noch nass und glänzte
im Sonnenlicht und sein kleiner Schweif wedelte vor Freude. Dann sprang mich
das Pokémon an und schmiegte sich an mich. Ich schaute es verwundert an. War
das etwa das Pokémon, das ich gefangen hatte?
Ich setzte das Pokémon ab und ging wieder an den Rand der kleinen Insel.
Dort lag mein Pokéball. Ich hob ihn auf und warf ihn. Nichts passierte. Dann
zielte ich mit ihm auf das Hydropi, woraufhin es von einem kleinen, roten
Strahl in den Pokéball zurückgerissen wurde. Etwas irritiert schaute ich den
Ball an.
„Also habe ich tatsächlich… ein Hydropi gefangen“, sagte ich noch ein
wenig verwirrt.
Ich rief mein Hydropi wieder aus seinem Pokéball und gemeinsam gruben wir
eine kleine Höhle in den Felsen und ich machte uns aus den paar wenigen
Stöckchen, die ich fand, ein kleines Lagerfeuer. Eigentlich hätte ich
geschockt sein müssen, da ich jetzt nicht mehr zurück konnte, aber ich sah
das als ein gutes Training. Zusammen mit Hydropi würde ich die nächsten Tage
auf einer einsamen Insel leben und diese auf eigene Faust auch wieder
verlassen. Ich sah der Zukunft zuversichtlich entgegen und konnte es kaum
abwarten zu erfahren, was weiter passieren würde.
3. Kapitel: „Die Heimkehr“
Mehrere Monate waren vergangen, seit ich mit Hydropi auf der einsamen Insel
mitten im Meer gestrandet war. Einige Zeit hatten wir dort Trainiert und
Hydropi hatte sich dort auch recht schnell entwickelt, sodass wir die Insel
in westlicher Richtung verließen. Wir reisten an Flossbrunn vorbei,
durchquerten die Stromschnellen und erreichten Graphitport City. Von dort
aus gingen wir nach Malvenfroh City, wo ich meinen ersten Orden erkämpfte.
Jedoch konnte ich mich nur weiter in nördlicher Richtung halten, da der
Metaflurtunnel, der Wiesenflur mit Metarost City verband, noch nicht fertig
gebaut war. Durch die Wüste, die sich vor mir auftat, konnte ich auch nicht
reisen, weil mir die Sicht blockiert wurde, also ging ich durch den feurigen
Pfad, der direkt durch den Schlotberg führte. Dort traf ich auf ein Camaub,
das ich mir dann fing (in Graphitport City kaufte ich mir erstmal von meinem
restlichen Geld einige Pokébälle). In Laubwechselfeld traf dann auch noch
auf einen Trainer aus Kanto, der meinte, dass er sein Evoli nicht wirklich
gut erzieht, sodass er mir dieses gab. Durch die Meteorfälle erreichte ich
dann Metarost City, wo ich meinen zweiten Orden erhielt. Von da an reiste
ich weiter durch die Gegend und erlangte in Blütenburg City und in
Faustauhaven meine nächsten zwei Orden und ein Sandglas, eine Brille, mit
der ich auch im schlimmsten Sandsturm zurechtkommen würde. Also ging ich
wieder in die Wüste, wo ich mir ein Puppance und ein Knacklion fing.
Außerdem bekam ich in Bad Lavastadt meinen fünften Orden bekam. Auf meiner
Reise zur Safari-Zone, von der ich gehört hatte, dass man dort leicht
Pokémon fangen konnte, bekam ich in Baumhausen City meinen sechsten Orden.
In der Safari-Zone fing ich mir jede Menge Pokémon, das wichtigste von
diesen war jedoch ein Pikachu, das ich in mein Team aufnahm. Nun war ich in
Moosbach City und hatte gerade meinen siebten Orden bekommen, als ich mich
auf den Weg nach Hause machte.
„Los Sumpex, ich kann Xeneroville schon sehen!“, sage ich fröhlich.
Sumpex brummte fröhlich und schwamm dann wieder in Richtung Südwesten. Am
südlichen Rand Xenerovilles tauchten wir ab und erreichten wieder die Höhle,
in der ich Sumpex getroffen hatte. Warum ich auf einmal ohne meine
Sauerstoffflasche tauchen konnte? Ganz einfach, Sumpex beherrschte nun die
Fähigkeit „Taucher“ mit deren Hilfe ich auch ohne Sauerstoffflasche mit
meinem Pokémon tauchen gehen konnte.
Die Höhle war zu unserer Überraschung nicht mehr blockiert, anscheinend
hatte sich schon jemand dieser Höhle angenommen. Wenn wir nicht unter Wasser
gewesen wären, als wir die Höhle verließen, hätte ich vor Freude wohl
geweint. Die traumhafte Farbpracht und die vielen Karpador und Garados, die
sich dort drin tummelten, zeigten mir, dass ich zu Hause war. Rasch tauchten
wir auf und fanden und direkt vor der kleinen Insel wieder, auf der die
Arena stand. Sumpex wollte auf dieser Insel schon an Land gehen (anscheinend
hatte es gedacht, dass wir uns gleich um den Arenaleiter kümmern würden),
aber ich tätschelte es kurz am Kopf und sagte: „Noch nicht, ich möchte dir
erst meine Freunde vorstellen“ Ich lächelte es an, als es mich anschaute.
Es brummte kurz und steuerte dann das westliche Land an. „Kyoko wird
staunen, wenn sie mich wieder sieht“, sagte ich lachend. Es war fast ein
Jahr her, seit ich Sumpex gefangen hatte, ob sich Kyoko wohl stark verändert
hatte?
Als wir das Land erreichten schaute ich die weißen Stufen hinauf. Oben,
direkt beim Supermarkt stand jemand, ein Junge. Es war jedoch nicht Max,
dass wusste ich, obwohl mich die Sonne blendete. Irgendwoher kannte ich
diesen Jungen bloß woher? Als dieser Junge mich bemerkte rannte er plötzlich
weg. Etwas von der Reaktion verwirrt folgt ich ihm. Als ich am Laden jedoch
vorbei war und die nächste Treppe hinaufsteigen wollte, stieß ich plötzlich
mit jemanden zusammen. „Autsch, da war ich wohl zu ungestüm“, sagte ich
leise.
„Pass nächstes Mal besser auf“, lachte die andere Person. Es war eine
weibliche Stimme, die mir sehr bekannt vorkam. Als ich das Mädchen ansah,
konnte ich meinen Augen nicht trauen. Es war Kyoko! Sie trug dasselbe Kleid,
wie damals, als ich mit ihr beim Supermarkt war. Nur ihre Haare ragten ihr
nicht mehr bis zur Hüfte, sondern nur noch bis zur Schulter. „Lange nicht
mehr gesehen“, sagte sie.
Im ersten Augenblick schaffte ich es, kein Wort herauszubekommen. Ich war
so froh, wieder daheim zu sein und Kyoko wieder getroffen zu haben, dass mir
die Tränen in die Augen stiegen. „Ich bin wieder da…“, brachte ich
letztendlich raus.
Kyoko lächelte mich an. „Und wie war deine Reise?“ Sie stand auf, nahm
mich bei der Hand und zerrte mich zum Strand hinunter. „Du muss mir alles
erzählen“
„Nun… wie soll ich anfangen?“
Als wir den Strand erreichten, kam Sumpex auf mich zu gelaufen. „Wie wärs
damit?“, fragte Kyoko, als Sumpex sie vorsichtig musterte.
Ich lachte. „Das war mein erstes Pokémon, als ich Sumpex fing, begann
meine Reise“
Kyoko schaute mich leicht verwirrt an, woraufhin ich ihr die ganze
Geschichte erzählte, wie ich auf Sumpex traf und was danach alles passierte.
Als ich meine Geschichte beendet hatte, sagte Kyoko: „Wow, kein Wunder, dass
man lange nichts mehr von dir gehört hat!“
„Na ja, wie hätte ich auch zurückkommen sollen, wenn ich keinen Sauerstoff
mehr hatte und die Höhle blockiert wurde?“
Kyoko nickte.
„Und was ist mit Mama? Ist sie sehr sauer?“, fragte ich vorsichtig.
Kyoko schüttelte den Kopf. „Nein. Sie wusste schon irgendwie, dass du
wieder heimlich tauchen warst, sie war diejenige, die Wassili fragte, ob er
nicht vielleicht nachsehen könnte, ob dir nicht was passiert ist“ Sie hielt
kurz inne. „Als er ihr jedoch sagte, dass die Höhle blockiert ist, haben
manche von uns schon die Hoffnung aufgegeben, dich je wieder zu sehen“
Betrübt schaute ich ins Wasser. „Glaubt Mama auch dass… ich tot bin?“
Kyoko schüttelte den Kopf. „Nein, deine Mutter hat von Anfang an fest
daran geglaubt, dass du zurückkehrst jedoch…“ Sie verstummte.
Ich schaute sie an. „’Jedoch’?“, wiederholte ich.
Kyoko schaute mich traurig an. „Vor zwei Monaten erkrankte sie plötzlich
und starb“
Nach diesen Worten war ich sichtlich geschockt. Ich hätte damit gerechnet,
dass Mama wütend ist, mich sogar suchen würde. Dass sie aus Trauer um mich
jedoch erkranken und sterben würde hätte ich nicht erwartet. „Und… Papa…?“,
fragte ich traurig.
Kyoko legte ihren Arm um mich. „Nach dem Tot deiner Mutter zog er nach
Seegrasulb City, in der Hoffnung, dich dort irgendwann wieder zu treffen“
Einige Zeit blieb ich stumm, ich weiß nicht, wie lange ich geschwiegen
hatte, jedoch war es bereits Dunkel, als ich wieder das Wort ergriff. „Hat
Papa wenigstens seine Adresse oder Telefonnummer hinterlassen?“
Kyoko schüttelte den Kopf.
„Und das Haus?“
„Hat er verkauft“
Ich seufzte. Dann schaute ich Sumpex an, das in der Zeit ein kühles Bad
genommen hatte. „Dann werden wir wohl wieder unsere Höhle suchen, Sumpex“ Es
schaute mich leicht verwirrt an, nickte schließlich jedoch.
Ich wollte gerade zu ihm gehen um mit seiner Hilfe zu jener Insel zu
kommen, als Kyoko meinen Arm packte. Ich schaute sie verwundert an. „Zu der
Höhle kannst du ruhig gehen, aber erst morgen“, sagte sie lachend. Dann
zerrte sie mich zu ihrer großen Villa, in der sie mit ihrem Vater lebte. Die
Wände der Villa waren immer noch so weiß, wie ich sie in Erinnerung hatte
und die Pflanzen des Gartens blühten in voller Pracht.
Die Nacht verbrachten Sumpex und ich in einem schönen Gästezimmer. Die
Wände waren weiß und es hangen dort zwei Bilder von Pokémon, die ich noch
nie gesehen hatte. Auf dem einem waren drei Hunde abgebildet. Einer war gelb
und sein Schweif sah aus wie ein Blitz, an dessen Ende ein Stern war. Der
zweite hatte einen rotbraunen Körper und es wirkte so, als würde er eine
Maske tragen. Der dritte war blau und es sah so aus, als hätte er eine
violette Wolke auf dem Rücken. Sein Schweif war zweigeteilt und die zwei
Teile deuteten nicht nach hinten, wie es sonst so ist, sondern nach vorne.
Auf dem zweiten Bild waren drei Vögel abgebildet. Der eine war blau und
wirkte am elegantesten von allen. Sein etwas dunklerer Schweif war lang und
es schien, als würde von dem Schweif Schnee ausgehen. Der Nachbar des Vogels
war gelb und seine Flügel, sein Schweif und sein Kopf waren von Zacken
umgeben. Von allen Vögeln wirke er am bedrohlichsten, auch wegen seines
langen, dünnen Schnabels. Der letzte von ihnen gefiel mir aber am besten. Er
hatte einen gelben Körper und von seinen gelben Flügeln schienen Flammen
auszugehen, genauso wie bei seinem Schweif. Jedoch waren die Flammen nicht
rot-gelb, oder rot-orange, wie in den meisten Fällen. Sondern sie waren
rot-rosa, was mir besonders gut gefiel.
In dieser Nacht schlief ich nicht besonders gut. Zu groß waren meine
Vorwürfe, einfach abgehauen zu sein. Irgendwann werde ich meinen Vater
suchen, dachte ich.
Am Tag darauf machte ich mich mit Sumpex und meinen anderen Pokémon gleich
auf den Weg zu der Arena. „Viel Glück“, hatte Kyoko gesagt, als ich mich auf
den Weg gemacht hatte. Kyoko arbeitete jetzt im Pokémon-Center und hatte
daher nur noch wenig Zeit, also musste ich auf ihre Anwesenheit verzichten,
wenn ich gegen Wassili antrat.
Als ich mit Sumpex schon auf dem Weg zu der kleinen Insel war, erkannte
ich wieder diesen mysteriösen Jungen, den ich am Tag zuvor schon gesehen
hatte. Als er mich jedoch wieder bemerkte rief er ein Pokémon heraus… Moment
mal! Das Pokémon das er hinaus rief war ein Welsar! Als er mit diesem davon
schwamm und auch abtauchte, sah ich meine Chance und folgte ihm mit Sumpex.
Irgendetwas in mir sagte mir nämlich, dass dieser Junge etwas im Schilde
führte, was nicht jedem gefallen würde…