Feelings
Der Himmel ist bedeckt; Wolken ziehen auf und umhüllen dies Welt mit einer Hülle aus Watte. Der Tau glänzt noch vereinzelt auf den Blättern, ein frischer Fahrtwind bläst mir ins Gesicht. Zügig fahre ich mit meinem Fahrrad den Radweg hinunter; neben mir ein Fluss, in dem einige Schatten zu erkennen sind. Ich fahre. Beinahe ekstatisch jage ich diesen scheinbar endlosen langen Hügel hinunter. Ich schmecke die frische Luft, mein Herz klopft. Mit einer flüchtigen Berührung befühle ich die 6 kleinen Bälle, die an meinem Gürtel hängen; es sind Pokébälle. Jedesmal wenn ich sie mir darin vorstelle, meine, meine Pokémon, schlägt mein Herz wieder ein bisschen schneller. Was du wohl machst, Glurak? Tragosso? Suicune? Nachtara? Arktos? Pichu? Ein innerer Zwang dringt mich, sie aus ihren kleinen Heimen hinauszuholen, sie ein weiteres Mal zu bewundern, sie für mich kämpfen zu lassen. Doch ich muss mich zurückhalten; sie alle könnte ich unmöglich auf meinem Fahrrad transportieren. Aber ... eines, ja. Außer Atem halte ich an, der Fahrtwind verliert sich in meinem Haar. Ich spüre, fühle, in welchem der Pokébälle sich mein kleines Tragosso befindet, horche ganz tief hinein. Ah, das ist der Ball mit Tragosso. Ich bin mir sicher. In freudiger Erwartung, meinen besten Freund wieder zu sehen, klopft mein Herz wieder schneller, bis zum Hals. Ich atme tief den Duft des Grases ein, nehme den Pokéball, hole aus und werfe. Meine Worte "Los, Tragosso" zerreissen die Stille. Es scheint, als hielte alles den Atem an. Ein roter Strahl erscheint aus dem Pokéball und dann steht es vor mir, einfach so, mein Tragosso. Ich sehe wieder auf einen Blick all die Merkmale, die es von anderen Tragossos unterscheiden; das Bäuchlein etwas kleiner, die Füße etwas größer, der Schädelhelm vom vielen Kämpfen mit mehr feinen Rissen überzogen. Glücklich nehme ich es in die Arme, lege meine glühende Wange an seinen kühlen Kopf. Der Himmel zieht auf, die Sonne scheint. Da nähert sich von hinten das Geräusch von Füßen auf feuchtem Gras. Es ist ein Trainer, an!
seiner Seite ein Fukano, ein kleines noch, mit zerzauster Mähne und Augen wie Teiche, in denen man das Gefühl hat zu versinken. Die Worte des jungen Trainers reißen mich aus meiner Trance. "Willst du kämpfen? Mein Fukano gegen dein Tragosso!" - "Einverstanden.", erwidere ich und schon packt sie mich und lässt mich zittern, diese Kampfeslust, deretwegen ich Pokémontrainer geworden bin. Ich merke, dass mein Gegenüber noch ein Anfänger ist, denn ien Blick hätte einem erfahrenen Trainer genügt, um zu sehen, dass Tragosso seiner Elementklasse und Stärke wegen im Vorteil ist. Behutsam setze ich meinen kleinen Partner auf den Boden und mein Gesichtsausdruck wechselt von freundlich zu entschlossen, ich bin wie in einem Rausch, das ist das Gefühl, das echte Gefühl einer zeitlosen Magie, die es mir ermöglicht, mit diesen Wesen, den Pokémon, zusammen zu sein. Ich überlasse meinem Gegenüber den ersten Zug. Er überlegt nicht lange und gerät, wie sein Fukano, in Ekstase - man meint, in seinen Augen das Feuer, das Temperament leuchten sehen zu können. "Fukano, FLAMMENWURF!", Fukano schnellt nach vorne. Nooch hat es mich nicht gepackt, das Gefühl, dieses Feuer und die Kampfeslust. Jetzt packt es mich ... "Tragosso, Knochenkeule!" Angesteckt von meiner Energie stößt Tragosso nach vorne und greift an. Ein Volltreffer, doch das Fukano gibt nicht auf und seine Glut-Attacke trifft Tragosso. Doch es rappelt sich schnell wieder auf und setzt zur entscheidenden Attacke an. Ich staune immer wieder über seine Kraft, die Kraft, die von diesem kleinen Wesen ausgeht. "LOOOOS!" schreie ich, von seiner Kraft erfüllt und angesteckt. Fast wie in Zeitlupe sehe ich den weißen Knochen auf den Boden prallen, sehe, spüre, wie alles verstummt. Die Erde beginnt zu vibrieren, immer stärker, immer und immer stärker, bis sie auf einmal aufbricht. Das ist Tragossos mächtigste Attacke, Erdbeben, und sie erzielt genau die gewünschte Wirkung. Volltreffer. Fukano wird durch die Luft geschleudert, als es die zerstörerische Attacke meines Pokémon trifft.!
Fast schon empfinde ich Mitleid mit dem Trainer, doch es wird unterdrückt von dem betäubenden Gefühl, gewonnen zu haben. Ich umarme mein Tragosso stürmisch, danke ihm für diesen Sieg. Und auch der andere Trainer lobt sein Fukano, so wie es jeder gute Trainer machen würde. Er ist ein guter Verlierer und stolz gibt er mir die Hand. Ich bedanke mich und wünsche ihm Glück für seine Reise. Ich schmecke den Sieg auf meinen Lippen. Ich steige wieder auf mein Rad, fühle den Fahrtwind in meinem Haar und mit Tragosso auf dem Rücken rase ich weiter in Richtung Fuchsania City. Der Himmel hat sich wieder zugezogen.