16. Dezember 2009
Fanstory von: Tenebrae
Der Geist der Weihnacht
Ich blickte in den
finsteren Himmel über meinem Kopf. Es war stockdunkel in dieser Nacht,
nicht ein einziger Stern erhellte den trostlosen Himmel. Zitternd zog
ich mir die zerrissene Decke übers Kinn. Kleine Häufchen von Schnee
bedeckten die Ecken der Häuser von Palmea, einer wunderschönen
Küstenstadt am Rande eines gewaltigen Ozeans. Nicht ein einziger
Mensch oder Pokémon schlenderte über die sonst so überfüllten Straßen.
Ein rascheln neben mir lenkte mich ab. Ich blickte auf meinen Partner,
Lucario, das mir schon seit ich denken konnte zu Seite gestanden und
tapfer mit mir gekämpft hatte.
Ging es nun um das Messen mit
anderen mutigen Trainer oder unseren Kampf ums tägliche überleben.
„D-Du solltest in deinen Pokéball gehen. S-sonst erfrierst du noch“,
murmelte ich mit klappernden Zähnen unter meiner Decke hervor. Lucario
sah mich mit großen Augen an. „Ich mache mir viel größere Sorgen um
dich, Emil. Wann hast du zuletzt etwas in den Magen bekommen?“,
erklang die vertraute Stimme vorwurfsvoll in meinem Kopf. Ein
flüchtiges Grinsen huschte über mein Gesicht. „Du h-hast immerhin die
Möglichkeit dieser schrecklichen Nacht zu entgehen“, erwiderte ich
leise. Lucario richtete sich wütend auf.
„Ich werde nicht still
und leise in meinem Ball warten während du erfrierst! Sind wir nicht
immer gemeinsam durch alle unsere Probleme gegangen? Und wenn ich nun
in meinem Ball auf den Morgen warte? Was wäre ich den ohne dich?“ „In
Sicherheit, nehme ich einmal an.“ Lucario ließ ein zischen ertönen und
lehnte sich wieder an meine Schulter. Es war schon etwas besonderes,
dass und beide verband. Seit dem ersten Tag, an dem ich noch voller
Mut und Hoffnungen in das Labor des Professors trat und statt eines
für mich vorgesehenen Pokémons nur ein verschrecktes kleines Riolu
vorfand.
Angeblich hatte man es ausgesetzt, es war einfach zu
schwach für die hohen Anforderungen seines Trainers gewesen. Wie
absurd. Ich konnte mir keinen besseren und stärkeren Partner
vorstellen. An diesem ersten Tag hatte ich Riolu vor den Klauen eines
aufgebrachten Ibitaks gerettet, das einem der Assistenten des
Professors versehentlich entwischt war. Durch dieses Abenteuer gewann
ich das Vertrauen des kleinen Pokémons. Das mir das gelang lag nicht
zuletzt daran, dass ich der einzige Mensch war, der Lucarios Gedanken
hören konnte. Dieses Band hatte es von dem ersten Moment in dem wir
uns sahen zwischen uns gegeben.
„Hey sieh mal“ Ich starrte
gedankenversunken in den Himmel als plötzlich kleine weiße
Flauschbälle zu uns herunter segelten. Lucario folgte meinen Blick.
„Schnee.“ „Ist er nicht wunderschön?“, fragte ich beeindruckt, während
die kleinen Flocken auf unseren Köpfen landeten. Lucario warf mir
einen ungläubigen Blick zu. „Wir sitzen frierend mit nichts als einer
zerlumpten Decke auf einem Pappkarton, dem Tode näher als dem Leben,
und du freust dich über die Eiseskälte die noch zusätzlich aus dem
Himmel kommt? Du bist wirklich mit Abstand der merkwürdigste Mensch
den ich jemals gesehen habe, so viel Optimismus ist ungesund“ Ich
lachte.
„Ich nehme das einfach mal als Kompliment.“ Jetzt lachte
auch Lucario, ein ungekünsteltes, heiseres Lachen. Das
unverfälschliche Lachen eines Pokémons. Ich seufzte. „Ich wünschte
Arkani wäre hier. Mit seiner Hilfe könnten wir problemlos aus dieser
Touristenfalle verschwinden und noch vor Sonnenaufgang behaglich in
den Betten eines Pokécenters liegen. Und selbst wenn wir nicht vom
Fleck kommen würden, könnte es uns immerhin die Hände wärmen.“ „Ja,
aber unser Freund ist behaglich bei Professor Eibe und genießt die
Vorlieben eines Kamins, das nehme ich zumindest einmal an. Wie
konntest du dich nur überreden lassen ihn wegzuschicken?“, erwiderte
Lucario vorwurfsvoll.
„Wie hätte ich den nein sagen können? Hast
du nicht die Vorfreunde in seinen Augen gesehen?“, fragte ich in
Gedanken bei meinem treuen Arkani, mein erstes Pokémon, das ich
gefangen hatte. Damals war es noch ein kleines Fukano und ganz alleine
im finsteren Wald. Ich sah meinen Freund, wie er glücklichen über die
weiten Wiesen der Sinnoh Region sprang. „Schon irgendwie merkwürdig.
Jetzt sieht Arkani schon mehr von der Welt als ich.“ „Tja, so ist das
eben wenn man wie du zu weichherzig ist.“ Ich warf ihm einen finsteren
Blick zu. „Was hast du gerade gesagt?“ „Du hast mich schon
verstanden“, murmelte Lucario wütend.
„Na warte…“ Blitzschnell
grub ich eine Hand des frischen Schnees aus einer Ecke und warf sie
gekonnt in das Gesicht meines Partners. Lucario knurrte auf und schlug
mich mit gespielter Gewalt gegen sie eiskalte Hauswand. Wenige
Sekunden später rollten wir keuchend vor Lachen durch die hauchdünne
Schneeschicht, die die Straßen bedeckte. „Hey! Ruhe da unten!“, rief
einer grobe Stimme aus einer der Fenster über uns. „Kann man nicht
einmal am Weihnachtsabend seine Ruhe haben?“ Mit einem Knall wurde das
Fenster wieder zugeschlagen. Noch immer lachend richtete ich mich auf.
„Ok mein Freund, Auszeit!“
Lucario lachte ebenfalls und stützte
sich in eine Hocke, so dass es mich ansehen konnte. „Ich fürchte wir
müssen von hier verschwinden, Emil. Die Leute werden nicht begeistert
sein, uns hier sitzen zu sehen“, sagte mein Partner traurig, dann
stand es auf. Ich tat es ihm gleich. „Du meinst solchen Abschaum wie
uns?“ Lucario sah mich entsetzt an. „Nein so meinte…“ „Ist schon gut.
Ich weiß was zu gemeint hast“, unterbrach ich es, während ich die
Decke in eine kleine schwarze Umhängetasche stopfte. Ein Relikt aus
der Anfangszeit meiner Reise, damals, als wir noch durch die Gegend
stürmten und Orden gewannen.
Doch Orden hatten längst ihren Wert
für mich verloren. „Na komm, verschwinden wir von hier.“ Wir streiften
durch die schwach beleuchteten Straßen. Palmea war zweifelsfrei eine
wundervolle Stadt. Die kleinen Häuser aus Stein türmten sich Reihe an
Reihe neben der mit Pflastersteinen bedeckten Straße. Es hatte etwas
von einem Mediterranen Urlausort, vor allem, da die Stadt direkt ans
Meer grenzte. Allerdings war Palmea ein Ort für Menschen, Pokémon und
ihre Trainer waren eher unerwünscht. Wir Bogen um eine Ecke und
landeten direkt auf dem Weitläufigen Dorfplatz, der sich vor der
beeindruckenden, Jahrtausende alten Kirche, die über den Dächern der
Stadt thronte, ausbreitete.
Ein gewaltiger Weihnachtsbaum war
hier aufgebaut worden, geschmückt mit riesigen Kugeln aus rotem,
funkelnden Kristall und silbern und golden schimmernden Girlanden.
Ehrfürchtig blieb ich stehen und betrachtete den bezaubernden Baum.
Lucario blieb einige Meter nach mir stehen und musterte mich fragend.
„Weißt du, heute ist ein ganz besonderer Tag“, erklärte ich, als
Antwort auf seinen verwunderten Gesichtsausdruck. „Ach ja? Was den für
einer?“ Ich blickte wieder auf den Baum. Seit meinem zehnten
Geburtstag hatte ich kein Weihnachten mehr gefeiert. Seit dem Tag an
dem ich meinem Partner das erste Mal begegnet war. Das war nun drei
Jahre her.
„Heute ist Weihnachten“, sagte ich leise, während
meine Gedanken um Geschenke, Familie und den Zauber Weihnachtens
kreisten. „Ja stimmt, das hat der Mann vorhin erwähnt. Du hast mir nie
etwas davon erzählt.“ „Ja stimmt. Ich hab vorher nie darüber
nachgedacht“, erwiderte ich von mir selbst überrascht. „Emil, was ist
Weihnachten?“, fragte Lucario, es sah mich noch immer gespannt an. Ich
erwiderte seinen Blick. „Hmm… weißt du das lässt sich schwer erklären.
Es ist ein Fest an dem die Menschen in den Familien zusammenkommen,
dann werden Geschenke ausgetauscht und Lieder gesungen. Alle sind
fröhlich und glücklich an Weihnachten, und selbst die ärmsten werden
zu den reichen gehören.“
Lucario runzelte die Stirn. „Das klingt
ja alles schön und gut, aber für mich sieht das in Wahrheit nicht so
aus. Ich meine: Wo sind sie die Menschen die dafür sorgen, dass wir zu
den reichen gehören?“ Seufzend ließ ich meinen Blick noch einmal über
den Baum gleiten. „Da hast du recht, Weihnachten ist im Grunde nur ein
großer Schwindel.“ Wir liefen weiter als ein leises Rufen über den
Platz hallte. Lucario spitze die Ohren. „Hast du das eben auch
gehört?“ Ich nickte und sah mich gespannt um. „Es klang wie der Schrei
eines Pokémons“ „Ja, aber ich habe so etwas noch niemals zuvor
gehört“, murmelte Lucario nachdenklich. Ein weiteres Mal erklang das
Rufen, diesmal etwas kräftiger.
Es klang verzweifelt, wie ein
fast hoffnungsloser Schrei nach Hilfe. „Ich glaube es kommt von dort.“
Ich deutete auf die untere Ecke des Weihnachtsbaumes. Lucario folgte
meinem Blick. „Emil, ich glaube ich kann dort etwas erkennen!“
„Wirklich? Dann lass und schnell nachsehen was es ist.“ Gemeinsam
rannten wir über den Platz. Bei jedem Schritt wurde das Rufen etwas
lauter und kräftiger. Fast als kehrte langsam die Hoffnung in das
einsame Pokémon zurück. „Wo bist du?“, fragte ich leise, als wir unter
dem gewaltigen Baum angekommen waren. „Hab keine Angst, wir wollen dir
nichts tun.“ „Dort drüben.“ Lucario lief um den Baumstamm, der fast so
dick war wie mein ganzer Körper.
Gespannt folgte ich ihm durch
das Gemisch aus Zweigen und Tannennadeln, die hier die Pflastersteine
bedeckten. Plötzlich kniete sich Lucario vor mir zu Boden. Ich ging um
ihn herum und setzte mich ebenfalls, so dass ich einen besseren Blick
auf das, was vor uns war, erhaschen konnte. Es war nicht mehr als ein
Häufchen Elend. Es war ein winziges Pokémon, kaum größer als eine
einfache Stoffpuppe, doch ich hatte nie zuvor ein solches Pokémon
gesehen. Es war über und über mit Schmutz bedeckt, doch unter der
Schicht Dreck, war deutlich der weiß gelbe Körper, mit zwei langen
gelben Schweifen zu erkennen. „Keine Angst. Du bist ja völlig
durchgefroren! Warte…“
Ich zog schnell meine zerlumpte Decke aus
der Tasche, dabei viel eine silbern glänzende Dose heraus. Ich starrte
sie an. Es waren unsere letzten Essensvorräte, sie würden höchstens
noch für einen von uns reichen, und das kleine Pokémon sah völlig
ausgehungert aus. Vorsichtig öffnete ich den Deckel und streute etwas
Futter in meine offene Hand. „Hier sieh mal, du musst doch Hunger
haben.“ Es sah mich mit großen Augen an, dann schwebte es dankbar zu
uns herüber und verschlang das kleine Häufchen Essen aus meiner Hand.
Ich konnte gar nicht schnell genug mehr herausholen. Lucario sah mir
still dabei zu, wie ich mich um das einsame Pokémon kümmerte, doch in
seinem Blick erkannte ich, dass es wusste was ich für das Kleine
opferte.
Das würden weitere Nächte mit leerem Magen zu Folge
haben. Als das Kleine das gesamte Futter herunter geschlungen hatte,
wickelte ich es in die Decke und wischte den Schmutz von deinem
Körper. So eingewickelt kletterte ich mit ihm vorsichtig wieder unter
dem Baum hervor. Schon nach wenigen Sekunden war es in meinem Armen
eingeschlafen. Es sah sehr hübsch aus. Sein Kopf hatte die Form eines
Sterns der nun erschöpft an meiner Schulter lehnte. Lucario stellte
sich hinter mich und blickte auf das kleine Pokémon herab. „Was hast
du nun vor?“, fragte es leise. Ich schüttelte nur den Kopf. „Ich weiß
nicht.“ „Du hast unser letztes Essen einem fremden Pokémon gegeben, es
in die einzige Decke gewickelt die wir haben und hast noch nicht
einmal einen Plan wie wir die Nacht jetzt überstehen?“
Es
blickte mich fassungslos an, doch ich zuckte nur die Achseln. „Weißt
du, so etwas nennt man den Geist der Weihnacht. An Weihnachten tut man
eben Dinge, die man normalerweise nicht tun würde, Dinge die einem auf
den ersten Blick vielleicht völlig merkwürdig erscheinen. Lucario sah
mich nur ungläubig an, doch das kleine Pokémon hatte plötzlich den
Kopf erhoben. Mit strahlenden Augen sah es mich an, dann schwebte es
aus meinen Armen und blieb vor dem Weihnachtsbaum in der Luft
schweben. Nun funkelte es in allen Farben des Regenbogens und sah uns
freudestrahlenden an. „Ich danke euch vielmals!“, rief es mit heller,
glockenklarer Stimme. Verblüfft wich ich einen Schritt zurück, Lucario
sah nicht weniger verblüfft aus, auch er sah das Pokémon beeindruckt
an.
„Mein Name lautet Jirachi, ich bin das Pokémon der
Weihnacht.“ Ich blinzelte. „Heißt das es gibt dich wirklich? Das
Weihnachtspokémon? Ich dachte das wäre nur ein Gerücht.“ Lucario sah
mich verwirrt an. „Was ist ein Weihnachtspokémon?“, fragte es
neugierig. „Laut Geschichte gibt es ein wunderschönes Pokémon, das an
Weihnachten auftaucht und die Wünsche der Menschen erfüllt. Aber ich
hatte nicht geglaubt, dass es so ein Pokémon wirklich gibt!“ Ich
musterte das funkelnde Jirachi das vor uns heller als jeder Stern
strahlte, es nickte eindringlich. „Die Menschen haben den Glauben an
den Geist der Weihnacht schon längst verloren, deswegen konnte ich
auch zu Weihnachten keine Wünsche mehr erfüllen.
Aber ihr zwei,
ihr habt mein Wohl über euer eigenes gestellt und das obwohl ihr
selbst so wenig besitzt.“ Es sah uns beide sehr dankbar an. „Heute
Abend habt ihr den Geist der Weihnacht wieder erweckt, indem ihr mein
Leben so selbstlos gerettet habt! Endlich kann ich den Menschen und
Pokémon mit reinen Herzen wieder Wünsche erfüllen!“ Glücklich schwebte
es in einer Spirale gen Himmel und kehrte anschließend mit einem
Sturzflug wieder auf seiner vorherigen Platz zurück. „Als Dank dafür,
möchte ich euch beiden einen Wunsch gewähren.“ „Einen Wunsch?“, fragte
ich verblüfft. Jirachi nickte eifrig. „Aber wir wünschen uns doch gar
nichts!“ Das Weihnachtspokémon kicherte und schwebte herunter zu mir.
„Das habe ich mir schon fast gedacht. Menschen mit reinem Herzen
stellen ihr Wohl unter das der Anderen.“ Es schwebte kurz um meinen
Kopf herum, dann sprühten Funken aus seinem Schweif hervor und
tauchten den Stadtplatz in ein wundervolles Funkeln. „Fröhliche
Weihnachten Lucario und Emil, und habt vielen Dank, dass ihr unser
Weihnachten gerettet habt!“ Mit einem letzten glühenden Schein
verschwand es in der Dunkelheit. Wir sahen ihm noch lange nach, bis
wir uns wieder regten. „Dabei habe ich noch nicht einmal etwas getan“,
murmelte ich verwirrt. Aber Lucario sah mich mit großen Augen an. „Ich
glaube, ich verstehe jetzt den Geist der Weihnacht“, murmelte es
überraschend. „Was?“, fragte ich verblüfft.
„Nun ja, Weihnachten
bedeutet, einmal nicht an sich zu denken, sondern mit den Menschen
zusammen zu sein, die man liebt.“ Er grinste mich an. „Und dann hatte
ich bis jetzt immer die aller schönsten Weihnachten überhaupt!“ Nun
grinste ich ebenfalls. „Genau mein Freund. Es ist egal was passiert,
solange wir nur zusammen sind.“ Ich hielt ihm meine Hand hin und
Lucario legte seine Pfote in meine.
Ein leises Schnüffeln drang in mein Ohr. Langsam öffnete ich
meine schweren Lieder. Ich fühlte mich als hätte ich seit Tagen nicht
mehr so richtig ausgeschlafen. Langsam hob ich meinen Kopf und hielt
inne. Es fühlte sich so weich an. Erstaunt hob ich meine Hand und
fasst das flauschige Ding unter meinem Kopf an. Es war ein Kissen. Ich
lag in einem Bett! Schon seit Tagen hatte ich in keinem Bett mehr
geschlafen. Verblüfft sah ich mich um. Ich befand mich in einem
Zimmer, in meinem Zimmer! Mein altes Zimmer, das ich schon seit Jahren
nicht mehr betreten hatte. Verblüfft richtete ich mich auf, dann erst
merkte ich, dass ich nicht alleine war.
Ein Pichu saß auf meinem
Schoß und sah mich mit großen Augen an. Ich kannte dieses Pichu, es
war das meiner Mutter. Eine Weile konnte ich nicht anders als das
Pokémon mit großen Augen ansehen, dann schlang ich die Arme um die
kleine Elektromaus. Pichu kicherte fröhlich und versetzte mir einen
leichten Elektroschlag. Die Tür wurde vorsichtig aufgedrückt und
jemand schob langsam seinem Kopf durch die Tür. „Oh, tut mir leid
Emil, ich wusste nicht, dass du schon wach bist!“ „Mum!“, es war nicht
mehr als ein Flüstern, so überwältigt war ich. Ich war Zuhause.
Wirklich und wahrhaftig Zuhause!
„Zieh dich schnell an und komm
runter Frühstücken, dein Vater wartet schon auf dich, schließlich ist
doch Weihnachtsmorgen. Na komm Pichu, lass Emil erst einmal richtig
wach werden.“ Sie kicherte und Pichu sprang leichtfüßig von meinem
Bett und huschte durch die Tür, die meine Mutter für es aufhielt. „Wir
warten unten auf dich. Ich freue mich das du wieder da bist.“ Mit
diesem Worten und einem erleichterten Lächeln zog sie die Tür wieder
zu. Ich stand von meinem Bett auf und sah mich in meinem Zimmer um, es
sah alles noch Haar genauso aus, wie ich es verlassen hatte.
Da
erst bemerkte ich den Pokéball auf meinem Nachttisch. Vorsichtig nahm
ich den Ball in die Hand und wog ihn vorsichtig ab. „Lucario.“ Ich
musste seinen Namen nur flüstern, schon kam mein Partner mit einer
geschmeidigen Bewegung aus dem Ball gesprungen. „Dann ist es also war?
Sind wir wirklich wieder Zuhause?“ Lucario sah mich lächelnd an.
„Sieht ganz so aus, als würden die Wünsche zu Weihnachten wieder wahr
werden.“